Was genau passierte bei der "Wulff-Affäre"?

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3 Antworten

Wullf wurde vorgeworfen, während seiner Zeit als niedersächsischer Ministerpräsident sich sein Haus durch einen Privatkredit mit besonders günstigen Konditionen finanziert zu haben.

Des Weiteren wurden Ihm Urlaubsreisen geschenkt bei denen nicht klar war, ob sie mit Gefälligkeiten seinerseits verbunden waren.

Dies läuft unter dem Begriff der Vorteilsgewährung bzw Vorteilsannahme, die eben unter Strafe steht.

Von diesen Anschuldigungen ist letztendlich kaum etwas übrig geblieben. Er hat aber mit seiner Art, wie er mit den Vorwürfen umging dazu beigetragen, das er unglaubwürdig wurde.

Den Ausschlag der zu seinem Rücktritt führte, war aber ein Anruf bei dem Chefredakteur der BILD-Zeitung. In diesem drohte er Konsequenzen für den Fall an, das die BILD über die Kreditaffäre berichtet.

Genauer und ausführlicher kann man das ganze auch unter folgender Adresse nachlesen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Wulff-Aff%C3%A4re#Medienaff.C3.A4re:_Versuch_der_Beeinflussung_der_Presse

nax11 13.11.2017, 23:22

Man sollte aber auch erwähnen, daß Wulff nach seinem Rücktritt diverse Prozesse geführt hat, wobei sich am Ende kein einziger Vorwurf als stichhaltig erwies - konkret wurde er in jedem einzelnen Fall freigesprochen, bzw. die Verfahren eingestellt - Vergleiche hat Wulff nicht akzeptiert.

Man muß sich deshalb auch fragen, wer ihn loswerden wollte und die Kampagne gegen ihn inszeniert haben könnte?

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Die Presse - allen voran das Flaggschiff der Demokratie BILD - haben gegen Wulff über Wochen und Monate künstlich Druck aufgebaut und sich diverse Bestechungsvorwürfe zurechtgebastelt, bis er schließlich zurücktrat. Das war eine Hexenjagd ohne gleichen. Der absurdeste Vorwurf betraf sogar ein albernes Bobby-Car:

https://www.stern.de/politik/deutschland/medien-und-wulff-ein-bobbycar-als-staatsaffaere-3522376.html

Im spätere Strafprozeß wurde Wulff in allen Anklagepunkten freigesprochen.

Nachdem also Friede Springer, Kai Diekmann und Konsorten bewiesen haben, daß sie ohne weiteres in der Lage sind, ein Staatsoberhaupt nach Belieben abzusägen, ohne dafür demokratisch legitimiert zu sein, stellt sich tatsächlich die Frage nach den Gründen und danach, wer ein Interesse hatte, Wulff zum Abschuß freizugeben.

Dazu kann man nur Vermutungen anstellen. Auffällig ist, daß Wulff kurz vor Beginn der Vorwürfe in seiner Lindauer Rede Kritik in einer Schärfe an ESM und Hochfinanz geübt hat, wie man sie ähnlich noch nie bei einem Bundespräsidenten erlebt hat. Angesichts dieser massiven Kritik erschien es nicht unwahrscheinlich, daß Wulff sich weigern würde, den ESM-Vertrag zu unterzeichnen

Nachdem Wulff aus dem Weg geräumt war, betrat Gauck die Bühne und begann ungefragt sofort, für den ESM-Vertrag Partei zu ergreifen. Selbstverständlich hat er ihn dann auch unterzeichnet.

Er war Bundespräsident und soll vorher als Ministerpräsident bestechlich gewesen sein. Die Staatsanwaltschaft hat deshalb beantragt seine Immunität aufzuheben - was Voraussetzung für Ermittlungen ist. Daraufhin ist er zurückgetreten. Vor Gericht wurde er jedoch später freigesprochen.

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