Was genau passiert bei einem Elternkompetenztraining?

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3 Antworten

Ich habe über den Kinderschutzbund das Programm "Starke Eltern, starke Kinder" mitgemacht. Es ging 10 Abende und wurde begleitet von zwei Sozialpädagogen. Jeder Abend hatte ein anderes Thema, z.B. Vorbildwirkung, Bedürfnisse des Kinders und der Eltern, Sprach- und Spielförderung, Gefühle ("Alle Gefühle sind erlaubt und werden akzeptiert - aber nicht alle Handlungen"). Es war sehr interessant, da ich bei diesen Abenden herausgefunden habe, wie wichtig es ist, selbst mit sich in Kontakt zu sein und herauszufinden, was eine Handlung in einem selbst auslöst. Wenn man in diesen Momenten über seine Gefühle Bescheid weiß, fällt die Reaktion auf die Handlungen der Kinder um einiges gelassener aus. Wenn man dann auch noch darüber redet, wie man sich fühlt, z.B. "Ich bin jetzt ganz schön sauer, dass du mir nicht beim Abräumen hilfst. Wir hatten dies so ausgemacht und jetzt willst du dich davor drücken." Es fällt am Anfang sehr schwer, plötzlich zunächst zu fragen, ob man sich gerade wütend, verletzt, traurig... fühlt. Nur diese Gefühle kommen ja erst auf, wenn Resonanz in einem selbst ist. Unsere Kinder lernen von uns und wenn wir stark genug sind, Gefühle zu zeigen und authentisch zu handeln, werden auch unsere Kinder stark. Das Konzept des Kinderschutzbundes ist auf jeden Fall sehr durchdacht und nur zu empfehlen. Ich habe mir sehr viel daraus gezogen und die Unterlagen, die man mit nach Hause bekommt, sind Gold wert.

"Elternkompetenztraining" ist ein ungeschützter Begriff. Also kann prinzipiell jeder, der sich dazu aufgerufen fühlt, ein solches Training anbieten. Die Qualität des Seminars hängt nicht nur davon ab, welche Inhalte, Kompetenzen, Fähigkeiten übermittelt werden, ob diese für den Erziehungsalltag der teilnehmenden Eltern von Bedeutung sind, sondern auch von den Trainerqualitäten der Seminarleiter. Am besten erkundigen sich interessierte Eltern direkt beim veranstaltenden Trainer, bitten ihn um eine Inhaltsübersicht und darum, dass er sich vor seinem fachlichen Hintergrund einmal vorstellt. Die Entscheidung, ob es sich lohnen könnte, daran teilzunehmen, ist so schwierig, wie die Wahl eines geeigneten Therapeuten auf dem großen unübersichtlichen Markt von Angeboten. Mein Rat ist: Sich selbst einen Eindruck verschaffen, darauf achten, ob das Angebot einen persönlich interessiert und anspricht und letztlich das Herz entscheiden lassen, ob man dem Angebot vertrauen kann. Eltern, die so vorgehen, haben auch schon einige Kompetenz bewiesen, die dann noch weiter geübt werden kann. :o)) top-777

Habe so ein Training noch nicht mitgemacht. Es geht aber meistens darum, Interaktionen besser zu durchschauen: Warum reagiert mein Kind so auf mein Tun/ meine Aussage? Warum handele ich so meinenem Kind gegenüber? Was bewirkt die Aussage meines Kindes bei mir? usw. Denke schon, dass dies helfen kann.

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