Was genau macht Paracetamol im Körper bei grippalem Infekt?

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7 Antworten

Nichts, außer das Fieber zu senken und eventuelle Kopf- oder Gliederschmerzen zu lindern. Dabei wird aber die Leber stark belastet, andere perifer wirksame Schmerzmittel (Ass oder Ibuprofen) sind meist besser.

Was genau passiert, ist leider noch unklar. Im Wikipediaartikel zu Paracetamol findest du einige Mechanismen, über die diskutiert wird (zur Schmerzhemmung).

Die fiebersenkende Wirkung ist auch nicht erklärt, man findet dazu bei Onmeda

Die starke fiebersenkende Wirkung des Paracetamols beruht darauf, dass die Substanz im Zentrum des Gehirns für Temperaturregulation die Wirkung körpereigener Fieberstoffe fast völlig ausschaltet.

Wie das aber letztendlich geschieht, steht da auch nicht.

Hier ist ein Forschungsaufsatz dazu (englisch)

http://cid.oxfordjournals.org/content/31/Supplement_5/S202.full

Es kann die Syptome der Grippe etwas erträglicher machen, ändert aber nichts an der Genesungsdauer. es gehört zur Gruppe der peripheren Analgetika (Cox1 und 2-hemmer), das bedeutet es wirkt schmerzlindernd und entzündungshemmend. Deshalb wirkt es gegen die Gliederschmerzen und die entzündlichen Schwellungen. ABER: An dieser Stelle muss ich immer eine Warnung geben. Dieses Medikament würde heute kaum noch Chancen für eine Zulassung haben, schon gar nicht rezeptfrei. Der Umgang damit ist nicht ohne. Erstens führt es bei langfristiger Anwendung zu Magen-Darm-Problemen, weil es die Säureschutzschicht im Magen abbaut und so die Säure zu Magengeschwüren und schweren Blutungen führen kann. Und man neigt dazu weil man ja meint nicht rezeptpflichtige Mittel seine harmlos, was Paracetamol weißgott nicht ist, solche Mittel zu missbrauchen. Die noch schlimmere Wirkung: Es verursacht bei Überdosierung schwere irreversible Leberschäden bishn zu Leberversagen.

Der Wirkmechanismus von Paracetamol ist noch nicht vollständig geklärt. Es ist aber zumindest kein reiner COX-Hemmer wie Aspirin oder Ibuprofen und verteilt sich offenbar anders im Körper. Daher ist es auch im Vergleich zu diesen viel weniger schädlich für den Magen.

Für die Leber ist es in der Tat nicht so gut; wenn man die Dosierung aber nicht übertreibt (max. 3 g am Tag (abhängig vom Alter und der Gesundheit der Leber) und keine Alkohol dabei trinkt, ist auch das nicht so gravierend. Es ist aber leicht größere Mengen Paracetamol zu bekommen, daher ist es wirklich nicht unbedenklich.

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Paracetamol senkt das Fieber und ist schmerzstillend. Man sollte es nicht länger als ein paar Tage anwenden, sollte sich bis dahin keine Verbessrung des Gesundheitszustandes ergeben haben, oder es sich gar verschlechtern, dann ab zum Arzt!

Ist Fieber denn nicht ein Mittel des Körpers um Viren zu bekämpfen? Das würde ja heißen Paracetamol arbeitet mit den Viren statt gegen sie oder liege ich da falsch?

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@Felix2699

jein, fieber ist ein zeichen das die abwehrkräfte deines körpers schwerstarbeit leisten. man sollte fieber nicht immer direkt mit chemie unterdrücken. wadenwickel tun es auch damit der körper nicht noch mehr geschwächt wird. zur nacht solten allerdings fiebersenkende mittel genommen werden. das imunsystem arbeitet trotzdem weiter.

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@Felix2699

Wie jedes Medikament ist auch Paracetamol nicht "perfekt" ;) Deshalb sollte man es auch immer bedacht anwendem...

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@werdnichkomisch

Genau so ist es! Ich will das Medikament jetzt auch nicht komplett schlecht reden aber ich halte es für brandgefährlich ein solches Mittel medizinischen Laien ohne ärztkiche Kontrolle in praktisch unbegrenzten Mengen zugänglich zu machen.

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@Felix2699

Das stimmt. Wenn das Fieber aber zu hoch wird, dann hat man ganz andere Probleme als die Viren.

Fieber unter 39 °C muss man nicht unbedingt senken oder kann es auch mit Wadenwickeln versuchen.

Steigt das Fieber aber auch bei 39 °C noch an, ist es letztendlich besser, das Fieber zu senken.

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@Hexe121967

Fieber ist in erster Linie mal ein Zeichen dafür, dass Pyrogene im Körper vorhanden sind. Die können vom arbeitenden Immunsystem stammen, aber auch woanders herkommen. Zellwandbestandteile von Bakterien (haben jetzt mit Grippe nichts zu tun) sind stark pyrogen und lösen Fieber aus, selbst wenn das Immunsystem eigentlich nicht mehr als sonst auch zu tun hat.

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paracetamol wirkt fiebersenkend und schmerzlindernd.  gegen die viren kämpft paracetamol nicht. das müssen die abwehrkräfte deines körpers selber erledigen.

Das heißt es ist bloß ein Symptomunterdrücker und bekämpft gar nicht das Kernproblem der Krankheit?

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@Felix2699

richtig!!  bei einem viralen infekt kann man nur die symptome lindern. es gibt keine medizin die es mit dem virus direkt auf nimmt.

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@werdnichkomisch

nein, antibiotika hilft nur bei bakteriellen infektionen. bei viren hilft nur impfen damit der körper schon vorher abwehrkräfte aufbaut.

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@Hexe121967

Bei Grippe gibt es Amantadin und Oseltamivir (Tamiflu). Allerdings ist die Wirkung von Tamiflu doch recht dünn, die von Amantadin wohl auch nicht toll.

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Nein, paracetamol ist nicht schädlich ab auf Dauer gewöhnt sich dein Körper daran und es wirkt nicht mehr. So zusagen betäubt es deine schmerzen nach der Wirkung kommen die wieder.
Obwohl für die Leber ist es auf Dauer doch schädlich denke ich mal

Genau solches gefährliche Halbwissen das in der Bevölkerung grassiert macht die Leute krank...

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Wie Du schon selbst ganz richtigst "glaubst", Paracetamol ist auf Dauer Leberschädlich. Des weiteren unterdrückt es Schmerzen, haben diese Schmerzen aber einen "tieferen" Grund (Entzündungen etc) läuft man Gefahr die eigentliche Erkrankung nicht richtig zu erkennen und behandeln zu lassen. Ich hatte mal den Fall das eine Patientin nach einem Fahrradsturz stundenlang versucht hat das Kopfweh mit Paracetamol zu bekämpfen. Schlussendlich war es eine intracerebrale Blutung. Für jedes Medikament gilt "Richtiger Wirkstoff in richtiger Dosierung am richtigen Patienten."

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