Was genau macht die Leistung beim Auto?

4 Antworten

Leistung setzt sich zusammen aus Drehmoment und Drehzahl. Wenn man mehr Leistung möchte, kann man also das Drehmoment erhöhen ("die Schlagkraft eines Boxers"), oder aber die Drehzahl ("die Schlagfrequenz eines Boxers"). Hat ein Motor in Relation zu seinem Hubraum viel Leistung, kann er also entweder sehr hoch drehen, oder er hat ein sehr kräftiges Drehmoment.

Hier kommt der wichtige Punkt: Die Physik. Mehr als 120 Nm pro Liter schafft man ohne Aufladung nicht, und mehr als 25 Meter pro Sekunde Kolbengeschwindigkeit auch nicht - je höher die Motordrehzahl, desto schneller bewegt sich der Kolben (bei gleichem Kolbenhub und gleicher Zylinderanzahl freilich). Man hat also bei Saugmotoren (also ohne Turbo oder Kompressor) Grenzbereiche, die nicht überschritten werden sollten.

Abhilfe: Mehr Hubraum (ergibt mehr Drehmomentpotential) ODER mehr Luftdruck (ergibt bei gleichem Hubraum mehr Drehmoment). Deswegen ist Chiptuning bei Turbomotoren einfach: Man lässt schlicht mehr Druck zu, dann erhält man ohne Drehzahlerhöhung mehr Leistung. Nachteil: Mehr Druck bedeutet mehr thermische Belastung, ist der Motor nicht darauf ausgelegt, hält er kürzer. Außerdem braucht mehr Druck auch länger, um sich aufzubauen, das spürt man dann im "Turboloch". Man gibt Gas, erst kommt nichts, und dann plötzlich und schlagartig.

Man kann auf der Suche nach Leistung natürlich auch einfach mehr Hubraum verbauen, und die Kolben frei ansaugen lassen. Nachteil hier: Der Verbrauch. Je größer der Motor, desto größer ist auch die Reibung, das erhöht den Verbrauch vor allem in Lastbereichen, in denen die Fahrwiderstände (vor allem Gewicht und Luftwiderstand) des Fahrzeugs nicht relevant sind, also vor allem in der Stadt.

...oder man erhöht die Drehzahl. Nachteil hier: Das Drehmoment steigt nicht, der Motor ist also im unteren Bereich schlapp. Motorradmotoren holen bis zu 215 PS aus einem Liter Hubraum (ohne Turbo), wären in einer 1,5 Tonnen Limousine aber trotzdem untenherum enorm schlapp, weil Drehmoment fehlt. Das kann man zwar per kürzerer Getriebeübersetzung ausgleichen, hat dann aber ein sehr hohes Drehzahlniveau.

Einfach erklärt: der Chip verändert die Benzineinspritzung, den Ladedruck und die zugeführte Luftmenge. Hierdurch wird die Explosion im Zylinder verstärkt wodurch auf den Kolben mehr Druck in der Abwärtsbewegung ausgeübt wird. Dadurch erhält man mehr Drehmoment und Leistung.

Hier gehts also nicht um die Geschwindigkeit mit der der Kolben nach unten gedrückt wird sondern um die Kraft die auf den Kolben ausgeübt wird.

Chiptuning - mehr Kraftstoff. mehr Luft - stärkere Explosion der Verbrennung - größerer Druck im zylinder - größere Kraft wirkt auf Kolben - größeres Drehmoment /höhere Drehgeschwindigkeit der Kurbelwelle - größeres Drehmoment am Rad - Rad beschleunigt schneller - Wagen beschleunigt schneller

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