Was genau ist mit dem Steuerfreibetrag gemeint (für Dumme bitte) :)?

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4 Antworten

Wenn Du freischaffender Künstler bist, greifen die Steuerklassen nicht für Dich und Du bezahlst auch keine Lohnsteuer. Die Steuerklassen gelten nur für Steuerpflichtige mit Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit. Und als Lohnsteuer wird auch nur die Steuerzahlung der Arbeitnehmer bezeichnet, weil diese im Lohnsteuerabzugsverfahren vom Arbeitgeber einzubehalten und abzuführen ist.

Einen Grundfreibetrag hat jedoch jeder unbeschränkt Steuerpflichtige. Das heißt, erst das steuerpflichtige Einkommen über 8.652 Euro/Jahr unterliegt dem Einkommensteuerabzug. Dazu können auch noch andere Steuerfreibeträge kommen.

Ich vermute mal, Du meinst den Grundfreibetrag der Einkommensteuer.

> Heisst das dann ich muss nur noch auf die restlichen 455 Euro Lohnsteuer zahlen?

So in etwa, ja. Außer dass die genaue Berechnung komplizierter ist und die 945 Euro auch nicht wirklich stimmen (die sind ein Schätzwert für einen Durchschnitts-Arbeitnehmer).

37% für Sozialabgaben scheint mir auch etwas hoch zu sein - oder hast Du dabei den Anteil der Künstlersozialklasse auch mit einbezogen?

Du solltest für die erste Steuererklärung professionelle Hilfe in Anspruch nehmen - ohne Ahnung von der Materie schenkt man dem Finanzamt viel Geld. Nächstes Jahr kannst Du Dich dann ja an der Kopie der vom Steuerberater erstellten Erklärung entlanghangeln.

Ja, im Prinzip stimmt das, dass man nur auf den Rest über dem Steuerfreibetrag Steuern zahlt (Sozialversicherungen aber schon). Der Freibetrag ist im Prinzip das Minimum, das man unbedingt zum (über)Leben braucht.

Die genannten ca. 950 Euro im Monat setzen sich aber aus dem Steuerfreibetrag, aus der Werbungskostenpauschale und aus der Tatsache zusammen, dass die Sozialversicherungen teilweise absetzbar sind.

Bei letzterem weiss ich nicht, ob das für dich auch zu 100 % stimmt, weil bei dir die Künstlerkasse was übernimmt.

http://www.steuerklassen.com/steuerfreibetrag/

Was ist der Steuerfreibetrag?

Faktisch etabliert der Steuerfreibetrag ein Mindesteinkommen, ab dem erst die Abgabepflicht, also die Pflicht, Steuern zu zahlen, einsetzt.

Übersteigt das Einkommen den Freibetrag, müssen im Gegensatz zur Freigrenze nicht alle Einnahmen versteuert werden, sondern nur die Einnahmen, die den Freibetrag übersteigen.

Soziale (und auch wirtschaftliche) Härten sollen so verhindert werden.

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