Was genau ist eine Verhaltenstherapie?

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4 Antworten

Eine Verhaltenstherapie ist, das hast Du schon ganz richtig vermutet / herausgefunden, eine Therapie, die sich direkt auf die Änderung des Verhaltens bezieht. Da die Verhaltenstherapeuten darauf verzichten, Ihre Therapieverfahren an den angeblichen oder festgestellten Ursachen auszurichten spielt die Ursachenforschung, die sich oft genug als vergeblich erweist, tatsächlich nur eine untergeordnete bis gar keine Rolle in der Therapie. Verhaltenstherapeuten (zu denen ich mich als Logopäde und Spezialist für Stottern) zähle, werden oft von Kritikern als "Symptomklempner" bezeichnet.

Zu den Verfahren:

In der Therapie steht im Vordergrund (1) das Üben der gewünschten Verhaltensformen. Je nach der behandelten Störung kann (2) die Erklärung und Anbahnung der neuen Verhaltensformen eine Rolle spielen. Wiederum ja nach Störung kann (3) neben der Veränderung von Handlungen (operantes Verhalten) auch das emotionale Verhalten (respondentes Verhalten, wie z.B. Angst) beeinflusst werden. Das geschieht typischerweise durch die Vermittlung von Schlüsselerlebnissen. Dabei ist meist die Entspannung von Bedeutung.

Sofern die gedankliche Verarbeitung mit einbezogen wird, (das Denken kann man ja auch als "Verhalten" sehen, auch wenn es unwillkürlich ist), spricht man von "kognitiver Verhaltenstherapie" (kognitiv = auf die Einsicht bezogen).

Wenn es um Stottern geht (das geht ja aus Deiner Frage nicht hervor), kann ich Dir natürlich im Einzelnen erklären, was in der Therapie gemacht wird. Schreib mir mal eine Nachricht. Unter "starkea" (in Anführungszeichen) plus "stottern" findest Du mich bei Google.

Wenn es um sog. Phobien (spezielle Ängst, wie z.B. vor engen Räumen, Spinnen, dem Fliegen u.ä.) handelt, wäre ein Psychotherapeut (ärztlicher oder psychotherapeutischer) zuständig, der verhaltenstherapeutisch arbeitet. Der wird Dir das auch sicher genau erklären können. Das ist ohne Risiko, denn in der Psychotherapie gelten die Anfangssitzungen (ich weiß nicht, wieviele), d.h. als Probesitzungen. Wenn Du nach diesen abbrichst, entsteht Dir kein Schaden. Das Problem ist wahrscheinlich eher, einen Therapieplatz zu finden.

Zu einer solchen Therapie rate ich Dir allemal, wenn Du unter Deiner Störung leidest. Phobietherapien sind meist kurz und hochwirksam. Der erste Weg ist zu einem Arzt oder auch direkt zu einem psychologischen Psychotherapeuten (das heißt tatsächlich so und steht auch so auf dem Türschild).

millyfc 27.02.2014, 20:01

Und wie behandeln die Therapeuten einen dann? Wie werden die gewünschten Verhaltensformen "eingeübt" und wie wird das emotionale Verhalten beeinflusst?

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Andreas Starke 10.04.2014, 17:12
@millyfc

Kurz gesagt, gibt es zwei verschiedene Arten von Verhalten:

  • Das sog. respondente Verhalten (Tätigkeit der Drüsen und der glatten Muskulatur) und das

  • sog. operante Verhalten (Tätigkeit der Skelettmuskulatur).

Das operante Verhalten ist der körperliche Ausdruck von Emotionen, das operante Verhalten der körperliche Ausdruck von Handlungen. In der klassischen Verhaltenstheorie (B.F.Skinner) werden alle "inneren Vorgänge" außer acht gelassen. Wenn der Patient sagt: "Ich ärgere mich", ist das Verhalten nicht, dass er sich ärgert, sondern dass er diesen Satz sagt. Wichtig ist nach diesem Ansatz nur, was für körperliche Veränderungen man messen kann, wenn der Patient sagt: "Ich ärgere mich". Auch diese Messdaten sind Teil des Verhaltens. Alle inneren Vorgänge werden in die Black Box geschoben.

Wie die gewünschten Verhaltensformen eingeübt werden, ist für das operante Verhalten leicht erklärt. Es geht wie beim Klavierspielen oder beim Autofahren. Beim Menschen, der verstehen kann, was man erklärt, reichen oft schon Erklärungen, und wenn das nicht reicht, das Modelllernen (vormachen - nachmachen). Bei Tieren und ganz jungen Kindern, bei denen es nicht über das Verständnis geht, arbeitet man über Belohnungen und Bestrafungen. Es gilt die Regel, dass operantes Verhalten "gelernt" wird über seine Konsequenzen. Das gilt, auch bei Erwachsenen natürlich auch. Man steht morgens auf und geht zur Arbeit, weil man, wenn man es tut, am Ende des Monats eine Gutschrift auf seinem Konto erhält (Belohnung). Wenn man es nicht tut, gekommt man Ärger (Bestrafung).

Mit dem Lernen von emotionalem Verhalten ist es ein bisschen schwieriger. Diese Art von Verhalten (respondentes Verhalten) wird über die Gleichzeitigkeit gelernt. Der Pawlowsche Hund lernt bei einem Glockenton Speichel zu produzieren, weil der oft erlebt hat, dass er beim Glockenton Futter gesehen hat, wobei das Futter allein schon den Speichelfluss auslöst (man sagt, dass das Futter ein unkonditionierter Reiz für den Speichelfluss ist; der Glockenton wird zu einem konditionierten Reiz für den Speichelfluss). Konditionieren ist nur ein technischer Ausdruck für "Lernen".

Wenn man es mit unerwünschten Emotionen zu tun hat, die durch einen Reiz ausgelöst werden, z.B. Angst beim Anblick einer Spinne, müsste man eine Situation herstellen, in der der Patient eine Spinne sieht, wobei die Situation selbst verhindert, dass es zu einer Angstreaktion kommt. Diese Situation müsste also extrem angenehm sein. Auch ein aktives Interesse an der Spinne könnte Teil der angenehmen Situation werden. Diesen Lernvorgang nennt man "Gegenkonditionierung". Auch dafür gibt es im Alltag viele Beispiele, z.B. das Trösten eines Kindes, wenn es hingefallen ist und sich verletzt hat. Die angenehme Erfahrung des Gestreichelt-Werdens und der sanften Worte des Tröstenden bewirkt, dass das Kind lernt, den Schmerz zu ertragen, ohne laut zu jammern.

Hilft Dir das?

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Bei einer Verhaltenstherapie wird zwar auch geredet ueber deine Aengste und Panikattacken. Du bekommst von dem Therapeuten dann auch erklaert was du machen musst, wenn du wieder Panikattacken bekommst. \

Es kann auch gut moeglich sein, das der Therapeut dich waehrend einer Therapiesitzung raus auf die Strasse schickt und du sollst wildfremde Menschen ansprechen und sie fragen wo der naechste Bahnhof ist oder nach der Uhrzeit beispielsweise.

Bei einer anderen Angsterkrankung wie einer Spinnenphobie bekommt man dann eine Spinne auf die Hand gesetzt oder muss sich er naehern so weit wie es geht.

Du musst dann immer beschreiben nachher wie du dich gefuehlt hast und was du gedacht hast. Du wirst dann auch merken, das es spaeter nicht mehr so schlimm ist und die Aengste immer mehr abnehmen.

Du lernst in einer Verhaltenstherapie wie du im Alltag mit gewissen Situationen umgehen kannst um Panikattacken zu vermeiden. Achso, der Ablauf geschieht nur mit reden. Es wird nichts peinlich sein.

Da wirst du auf Schritt und Tritt bewacht. Versteckte Kameras in deinem Zimmer, die jede deiner Bewegungen aufnehmen, selbst der Gang ins Badezimmer wird nicht unkontrolliert bleiben, um jedes Verhalten deinerseits genau analysieren zu können. :-)

agrabin 12.01.2014, 06:17

Bitte glaub das nicht, das ist völliger Unsinn, was der da schreibt.

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Menemem 12.01.2014, 06:17

Würde man da nicht erst recht psychische Probleme bekommen? oô

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Chewbambee 12.01.2014, 06:21
@Menemem

hust Immer wieder nett, diese ironischen Antworten die keinem Schwein was nützen :D

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germeringa 12.01.2014, 11:30

@Sweetdaniel,

völliger blödsinn, in welcher anstalt warst du denn?

germeringa

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Sweetdaniel 12.01.2014, 17:33
@germeringa
in welcher anstalt warst du denn?

In einer 'Versteckten Kamera'-Anstalt! :-)

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