Was genau bezwecken jetzt eigentlich Bandagen und Gamaschen?

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Man muss immer die Vor- und Nachteile betrachten.

Natürlich stellen diese Dinge einen Streifschutz dar, keine Frage.

ABER: Unter angelegtem Beinschutz erreicht das Bein schnell 40°C und mehr. Ab 40°C beginnt aber das Sehnengewebe zu verkleben und diese Verklebung lässt sich auch nicht durch Abkühlen wieder lösen, es bleibt also verklebt, bis ein manueller Therapeut mit seinen Techniken es ein bisschen wieder löst oder es sich über die Jahre selbst wieder löst. Verklebtes Gewebe ist deutlich verletzungsanfälliger als unverklebtes.

Das heißt, für den Streifschutz nehmen wir eine relativ starke Erhöhung des Risikos für die typischen Sehnenverletzungen Zerrung, Anriss, Riss in Kauf.

Pferde streifen sich normal nicht selbst. Wenn sie so gehen, dass sie sich streifen, müssen Osteopath und Huforthopädie (leider haben die wenigsten Pferdebesitzer einen Huforthopäden am Pferd) so zusammenarbeiten, dass das nicht passiert, denn das belastet auch die Gelenke, gegen die jetzt ein Streifer noch das geringere Übel ist. Wenn sie nur unterm Reiter solche Balanceprobleme haben, dass sie sich streifen, gehört der Reiter geschult. Ein junges Pferd muss ich besser vorbereiten auf's Reiten, wenn ich merke, die Balance fehlt so sehr.

Also die meisten "Streifquellen" kann und sollte man zum Wohle des Pferdes unbedingt ausschalten ... und dann sind auch keine Gamaschen und Bandagen mehr nötig.

Was das Streifen an Hindernissen angeht: Vielseitigkeitsreiter legen natürlich für die Ritte Gamaschen an, haben aber welche, die eine möglichst gute Belüftung zulassen, um das Risiko gering zu halten, kühlen die Beine vor anlegen und reißen sie nach dem Ritt runter und kühlen wieder. Einfach die Zeit mit über 40°C so kurz wie möglich halten, da die Verklebungen mit der Zeit zunehmen. Ein Tierarzt, der aktiv große, schwere Jagden reitet, sagt von sich, er hat sich entschieden, ohne Gamaschen zu reiten aus einem einfachen Grund: Wenn sein Pferd an einem der massiven Hindernisse hängen bleibt, geht er tatsächlich das Risiko einer Streifverletzung ein, aber wenn das Pferd da hängen bleibt, dann gibt es noch ein viel größeres Risiko, nämlich, dass es sich nicht abfangen kann und zu Sturz kommt und je frischer die Sehnen sind, je weniger verklebt, desto größer die Chancen, dass das Paar nicht mitten im Jagdfeld - oder gar weit vorne, er reitet oft als Master oder Pikeur - stürzt und den danach über den Sprung kommenden Paaren schutzlos ausgeliefert ist, die oft aufgrund dessen, dass sie sehr knapp dahinter sind, nicht ausweichen können.

Die Geschichte mit den Hufeisen lass ich mal außen vor, da von ihrer Nutzung her grad mal 2 bis 5 % der in Deutschland lebenden Pferde Hufeisen bräuchten. Die anderen haben sie, weil der Schmied nichts anderes kann. Der Schmied kann in aller Regel von seiner Ausbildung her keinen Barhuf produzieren, der beim Springen auf Grasplätzen Halt findet. Also wird jedes Springpferd beschlagen. Er kann auch keinen Barhuf produzieren, der mit den in vielen Teilen Deutschlands harten Schotterböden zurecht kommt, also werden die Geländepferde beschlagen. Zum Teil produziert er solche Zwanghufe, dass das Horn miserabel ist, also werden auch Pferde, die auf abrassivem Sand gehen beschlagen. Würden wir da mal umdenken, wäre das Thema hier in diesem Zusammenhang unwesentlich.

ich meinte beim zweiten Punkt bei "Allerdings war ich mir bei den...." Bandagen nicht Gamaschen. Lg Skinnylove1502

ja also gamaschen sind eben zum springen oder gelände da wie du gesagt hattest.....jedes pferd kann sie tragen....zusätzlich kann man sie auch hernehmen dass das Pferd die Beine schöner aufhebt...lg

Gamaschen sind die Bandagen für Faule :D Ne, also ich kann mich da den Vorrednern anschließen. Es kann immer mal passieren, dass ein Pferd einen Schlag gegen das Bein bekommt. Es brauch sich nur mal vertreten oder wie du meintest beim Springen ne Stange. Außerdem können sie natürlich in engen Wendungen oder beim Vertreten innen am Gelenk vorbei schrammen. Oft werden auch stützende Funktionen nachgesagt (für sehnen und gelenke), das ist aber kompletter schwachsinn. Mein Tierarzt hat mir das so erklärt: "Eine Bandage bei einem 600kg Pferd ist ungefähr so stützend wie ein Pflaster beim Menschen". Wärmend weiß ich jetzt nicht. Von normalen Gamaschen ist das wohl ein Nebeneffekt, aber kein Hauptpunkt. Es gibt ja aber mittlerweile auch Teile, die aus speziellen Stoffen/Materialen sind, die das bezwecken sollen. Soll für Arthrosepferde gut sein. Aber da kenn ich mich zu wenig aus ;)

Ehm ja imgrunde liegst du völlig richtig,beide dienen zum schutz der gelenke und sehnen! Die Bandagen nimmt mann eher bei der Dressur,ung die gamschen beim Springen,da sie härter-und somit auch sicherer sind! beim Springen benutzt man auch sogenannte springlocken die dienen zum schutz der Krone(das,dass da über dem huf wie eine kuhle aussieht: vlg

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