Was gegen "Gedankenkreisen" tun?

5 Antworten

die Gedanken kreisen. Bring sie in EINE Richtung, denk an ein angenehmes Erlebnis, oder einen Wunsch, der in Erfüllung geht, spiel ganze Szenen in Gedanken durch. Das bringt dich in ruhige Energiebahnen und plötzlich schläfst du ein (mit einem angenehmen Lächeln auf den Lippen)

Das ist ja gerade das was ich nicht kann, ich schaffe sie nicht positiv oder ruhig "zu stimmen". Dankeschön trotzdem für deine Mühe.

0

Du solltest an etwas Entspannendes oder Langweiliges denken, z.B. stelle dir das Meer vor, wie die Wellen immer wieder an den Strand kommen und wieder gehen, oder das Streichen des Windes über eine Sommerwiese mit Blumen, Schmetterlingen usw. Also versuchen, die Gedanken an solchen Vorstellungen festzuhalten und falls sie abschweifen, wieder zurückzuholen.

Lieben Dank, ich werde es ausprobieren. Ist vielleicht auch mal etwas anderes als gedankliche Gummibärchen farblich zu sortieren und zu zählen ;)

0

(Sorry, hat etwas gedauert mit der Antwort, aber als ich sie schrieb, stand noch keine hier! Gut Ding will Weile haben...)

Du kannst versuchen (!) deinen kreisenden Gedanken eine Richtung zu geben. Das ist nicht ganz leicht, aber ein effektiver Weg aus dem Strudel rauszukommen. Konzentrier dich mit aller Macht auf Einen bestimmten Gedanken deiner Wahl. Was, ist gar nicht so wichtig. Das Entscheidende ist, dass DU es bist, der die Gedanken führt, nicht anders herum. Es kann ein Gebet sein, ein Spruch, ein Gedicht, ein Satz, ein einziges Wort, oder auch eine bestimmte (...von dir bestimmte!) Vorstellung: ein Baum, ein fliegender Adler, Wolken, die über die Erde hinziehen oder - sogar die berühmten Schäfchen, die eins nach dem anderen über den Zaun springen!!! Insofern ist da sogar was dran, an dem Mythos vom Schäfchenzählen. Aber du musst - dranbleiben, mit aller Energie. Nimm deine Gedanken in die Hand. "Geh" ein Stückchen mit ihnen, Schritt für Schritt. Fünf Minuten reichen. (Aber nicht auf die Uhr schauen!) Und dann kannst du sie wieder loslassen. Meist reicht das schon, aber wenn sie dich dann doch wieder packen, wiederhole die Übung nach einer Pause.

Oder du nimmst dir irgend ein schönes (kurzes!) Lieblingsgedicht vor, und versuchst den Text Wort für Wort - rückwärts zu denken, das letzte Wort zuerst, dann das davor und so weiter. (Die Worte kannst du natürlich schon vorwärts denken!)

Wichtig ist, dass du ganz bewusst die Gedanken anstrengst. Du kannst dazu, wenn das leichter ist, auch etwas lesen, aber wähle einen Text, der dich nicht mitreißt, keinen Krimi oder Roman, sondern etwas wirklich Anstrengendes, eine philosophische Abhandlung von Schiller zB mit langen Schachtelsätzen und großer Gedankenspannweite. Du wirst froh sein, wenn du einen Absatz schaffst, oder gar eine ganze Seite. Spätestens nach drei Seiten wirst du selig in sanften Schlummer sinken...

Ansonsten gibt es noch die ganze Reihe "unüblicherer" Hausmittel, einen Rhythmus in dein Schlafleben zu bringen, einen eigenen Ritus zu erschaffen, den du jeden Abend zur selben, von dir bestimmten Zeit vollziehst (Ein Gang um den Block, eine Tasse warmes Wasser (geht auch, falls du wirklich auf ALLE beruhigenden Teesorten der Welt allergisch sein solltest! Mit oder ohne Honig!), Zähneputzen, umziehen, Kleider bereitlegen, Kerze anzünden, hinsetzen, Beine hoch, ein Gutenachtlied, den vergangenen Tag Revue passieren lassen wie ein Unbeteiligter, Kissen aufschütteln, Kerze aus, hinlegen, an all deine Lieben denken... Der Körper gewöhnt sich daran und stellt sich anhand der immer wiederkehrenden Rituale und Eindrücke darauf ein, dass jetzt die Ruhezeit kommt). Wichtig ist natürlich auch, dass du am Tag genug Bewegung hattest. Und ganz wichtig zum Einschlafen sind warme Füße.

Du kannst, wenn du so daliegst, auch bewusst deinen Körper spüren, wie er auf der Matratze aufliegt, die Füße, die Beine, der Rücken, die Hände, die Arme, der Kopf... deine eigene Atmung wahrnehmen, deinen Herzschlag... und deine Gedanken weiten: Erst dein Körper. Dann das Bett. Verweile einen Moment. Das Zimmer. Verweilen. Die Wohnung. Verweilen. Das Haus. Die Straße. Das Viertel. Die Stadt. das Land. Die Erde. Das Sternenzelt...

Ob du es mit diesen Tipps wirklich schaffst, besser einzuschlafen, kann dir nur der Selbstversuch beantworten. (Aber bitte gib den einzelnen Vorschlägen Zeit und verwirf sie nicht gleich, wenn es nach drei Tagen noch immer nicht klappt. Ein bisschen Geduld und Beharrlichkeit brauchst du schon!) Aber wenn alles nichts bringt und auch der Arzt keinen Rat weiß (denn manchmal gibt es auch medizinische Indikationen!), dann versuch dich von dem Druck zu befreien, unbedingt schlafen zu müssen. Das hilft nämlich auch nicht. Vertrau deinem Körper. Er holt sich die Ruhe schon, die er braucht. Deine Aufgabe ist es, ihm dazu einen Rhythmus anzubieten: Jetzt ist Tag, Zeit zum Tun. Jetzt ist Abend, Zeit zum Ruhn.

"Es war, als hätt der Himmel / Die Erde still geküsst, / Dass sie im Blütenschimmer / Von ihm nur träumen müsst. // Die Luft ging durch die Felder, / Die Ähren wogten sacht, / Es rauschten leis' die Wälder, / So sternklar war die Nacht. // Und meine Seele spannte / Weit ihre Flügel aus, / Flog durch die stillen Lande, / Als flöge sie nach Haus." ("Mondnacht", Joseph von Eichendorff)

Gute Nacht!

vielen Dank für deine ganze Arbeit. Ich werde es versuchen. Danke :)

1

Was möchtest Du wissen?