Was gab es für Sitten im Nationalsozialismus?

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4 Antworten

Speziell zum "Hitlergruß" kann ich sagen, dass mein Vater als Sechsjähriger damals in der Schule einmal einen Schlag mit dem Stock auf die Hand bekam, weil er diese beim Gruß nicht hoch genug gehoben hatte. 

Sitte war es auf jeden Fall, immer nur vom „Führer“ zu sprechen (und nicht – sagen wir – vom Reichskanzler Hitler). Dann war es Sitte, die Weisheit des „Führers“ hervorzuheben (wie heute die Weisheit des „Großen Vorsitzenden“ in Nordkorea), sei es auch nach verheerenden Niederlagen wie die von Stalingrad („Der Führer hat in seiner grenzenlosen Weisheit und souveränen Voraussicht die 6. Armee geopfert, damit sie die russischen Kräfte bindet und die Kaukasus - Armee, die sowieso kampfstärker und besser war, aus der Tiefe des Raumes ungestört hervorbrechen und den Russen den entscheidenden Schlag versetzen kann!“). Kritik am "großen Führer" kostete den Kopf (s. „Weiße Rose“, Sophie und Hans Scholl).

Der Hitler-Gruß? Das kam ja ganz drauf an, wem man gegenüberstand. Innerhalb der Familie gab es nur bei ganz Verbohrten den Hitler-Gruß, aber in der Öffentlichkeit war das schon angebracht.

thx! was wäre denn passiert wenn man das nicht getan hätte. hätte man dann Konsequenzen bekommen?

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@Ocarina299

Wenn SA-Leute in der Nähe gewesen wäre, hätte man mit Prügel rechnen müssen. Auch sonst war es sicher ratsam, "Heil Hitler" statt "Guten Tag" zu sagen. In Deutschland wimmelte es damals von Spitzeln und Denunzianten. Auch Nazi-Fanatiker waren überall unterwegs, die sich garantiert an dem schlichten "Guten Tag" gestört hätten.

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Es war garnicht mal so selten, dass SA-Leute einem Hitlergruß-Verweigerer eine Backpfeife verpaßten.

Die sonstigen Sitten? mal rabiat spießig, mal sentimental, mal ruppig-herrisch, größenwahnsinnig, patriarchalisch, rassistisch, dann auch wieder sehr banal. Auch der geschmückte Tannenbaum, wie hier schon erwähnt, war Teil der damaligen Sitten.

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