Was für Vorraussetzungen für eigenes Therapiepferd?

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Halli hallo :)

An dem Hof an dem ich reite, wir mit allen Pferden diese Art der Therapie angeboten und da wir vor kurzem ein neues Pferd suchten kenne ich mich nun wohl recht gut mit den Vorraussetzungen aus also: An erster Stelle steht natürlich, dass dem Pferd die Arbeit mit dem Menschen Spaß macht, denn nur dann ist das Pferd in der Lage, seine Arbeit gut zu machen! Ein Therapiepferd muss hingegen der Meinung vieler keine Charakterlose Schlaftablette sein, die Pferde bei uns lieben den gestreckten Gallop im Gelände und machen auch mal einen Bocksprung aber wenn es drauf ankommt wissen sie ganz genau wie sie sich zu Verhalten haben, auch wenn es mal vorkommen kann, dass das Pferd mitten in der Stunde stehen bleibt und auf die Belohnung wartet, da es meint es hätte nun erstmal genug getan ^^ Ein Pferd für die Therapie sollte intelligent/gelehrig sein und über ein freundliches Wesen verfügen. Menschenbezogenheit ist ebenfalls ein wichtiger Punkt bei der Auswahl eines geeigneten Pferdes. Es sollte zwar feinfühlig aber nicht zu sensibel sein und über ein ausreichendes Selbstbewusstein verfügen. Auch ungeduldige und nervöse Pferde sind für die Therapie absolut ungeeignet! Mal abgesehen vom Wesen sollte es sich sich in einem gleichmäßigem Takt und schwungvollen Bewegungsablauf vorwärts bewegen können. Es soll jedoch auch in der Lage sein, diese schwungvollen Bewegungen variiert einsetzen zu können. Da du nach der Rasse fragtest gehe ich auch darauf ein also abgesehen davon, dass meist Pefrde mit breiterem Rücken eingesetzt werden z.B. Fjordi, Haflinger, Criollo, PRE, Knappstrupper (schreibt man die so?!), Appaloosa, aber auch Kaltblutrassen sind fast alle Rassen geeignet nur bei Gangpferden (Isländer u.ä.) und Vollblütern kommt es stark auf das einzelne Pferd an, da in den meisten Fällen eher von diesen Pferden abzuraten ist. Insgesamt denke ich unterschiedliche Menschen, brauchen unterschiedliche Pferde z.b. kannst du kein 1,20m großes Kind auf ein Pferd mit 1,70 Stockmaß setzen wo es doch bei einem shetty deutlich besser aufgehoben wäre, andersrum willst du auch keine 110 kilo auf einem 1,20 Stockmaß Shetty sehen wenn du auch ein Kaltblut zur Wahl hast! Aber ich schweife ab zurück zu der Auswahl, dass Pferd darf wie erwähnt nicht zu schreckhaft sein, da es bei uns fast 1 mal im Monat vorkommt, dass jemand auf oder neben dem Pferd krampft o.ä. (wir haben natürlich auch 12 Pferde und entsprechend viele Therapiestunden) Des weiteren muss das Tier eine solide Grundausbildung haben undzwar unterm reiter, an Longe und Doppellonge! Und zu guter letzt ist eine artgerechte Haltung umedingt Notwendig unsere Pferde haben einen Bewegungsstall zur verfügung aber auch Weide- Offenstallhaltung sind absolut okay zumindest sollten sie Soziale Kontakte haben bevorzugt in einer Herde stehen und ausreichend Platz zum toben und laufen haben, denn wie schon gesagt auch diese Pferde mögen das Spiel mit anderen Pferden auf einem großen Gelände und da die Pferde bei der Therapie die eigentliche Arbeit leisten sollte man versuchen, dass sie neben dieser ein schönes Pferdeleben haben :) Achja und du sagtest, dass du das Pferd auch selber reiten möchtest das ist auch notwendig! Alle Pferde bei uns werden abgesehen von der Therapie auch noch anders ausgebildet einige sind sogar bis M in Dressur ausgebildet uns alle haben Tuniererfahrung. Diese Pferde möchten auch was anderes machen außer die Therapie, denn auch siegenießen wie ich aus neuster erkenntniss zu berichten weiß den Gallop auf dem Stoppelfeld :P Und da ich nun wirklich zum ende kommen will noch ein Tipp bevor du jemanden auf das Pferd setzt mit einer Sattelfesten Person ungewöhnliche situationen nachstellen: Fahnen, Bänder, Bälle, knisternde Folien und das zum absteigen notwendige bein auf dem Pferdehals sollte auf jeden fall geübt werden und bei manchen Pferden ist zum auf und absteigen eine Leiter nötig auch vor dieser sollte das Pferd also keine Angst haben ebenso wie vor wild fuchtelnden Leuten und 2 auf dem rücken sitzenden Personen (eine die zur Theraoie ist und eine die e.v. stützt, wenn dies von unten nicht im nötigen ausmaße möglich ist)

So und fertig ist die Romanantwort, tut mir leid, dass ich es nicht kürzer gefasst haben, aber dies ist ein Thema, was sehr komplez ist, da von der Wahl des Pferdes auch der Erfolg der Therapie abhängt! ich hoffe ich konnte dir helfen und entschuldige Rechtschreibfehler und so ich komme grade erst aus der schule und bin nichtmehr in der Lage konzentriert zu denken :P

L.g. Henny

Hey also erstmal vielen Dank für die ausführliche Antwort! Und man schreibt es so Knabstrupper ;-). Die "Rasse" ist auch mein favoriet... Wobei es ja nicht unbedigt auf die Rasse ankommt, sondern auf den Charakter des Pferdes..

Mich würde noch intressieren, wie habt ihr mit der Reittherapie begonnen? Mit einem oder zwei Pferden? Und hat sich das dann so entwickelt? In welcher Region von Deutschland bietet ihr das an?

Grüße

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@Bellax90x

Vielen Dank erst einmal für das Sternchen :) Bei uns hat es mit 2 Pferden angefangen mit einem Knabstupper-Mix-Pony mit einem Stockmaß von etwa 1,35m und einer Kaltblut stute (aber eher im Friesen-Typ) mit etwa einem Stockmaß von 1,60-1,65m die Organisation durch die das finanziert wird, hatte ein Großes Grundstück direkt am Wald also ziemlich abseits gekauft und nachdem die Wohnhäuser gebaut waren haben sie immer wieder gute Erfahrungen mit dem Erfolg dieser Art der Therapie gemacht woraufhin, sie anfingen einen Reitplatz, Weiden und einen Stall zu bauen. Nachdem sie feststellten wie viel Andrang das neue Angebot fand wurde es mit der Zeit einfach ausgeweitet so ist inzwischen, der Sohn der ersten Kaltblut stute bei uns unentberlich geworden. Vor einigen Jahren wurden zusätzlich zu den Pferden auch noch 2 Eselstuten gekauft wovon aber inzwischen eine durch einen jungen Hengst ersetzt werden musste. Auf dem Hof laufen jetzt also neben den Pferden und den 2 Eseln noch 4 Ziegen (eine ist aber sehr alt und krank), einige Kaninchen und meerlies sowie Katzen rum und vor 2 Jahren wurden noch 2 Shettys gekauft welche liebend gerne auch mal vor der Kutsche rennen. Eine Besonderheit ist bei uns mit sicherheit auch, dass sich die Behinderten Anwohner selber um die Tiere kümmern, sie sind für´s Füttern, misten u.s.w. mit zuständig was ihnen wahnsinnig spaß macht, weil sie Verantwortung übernehmen dürfen, welche ihnen ja sonst immer abgenommern wird. Unser Stall befindet sich in NRW oder genauer in Lippe ganz nah an der senne, wenn dir das nichts sagt: das ist ein Truppenübungsplatz vereint mit einem NAturschutz gebiet einfach göttlich zum Ausreiten :P

http://www.biologische-station-paderborner-land.de/websits/truebpl.htm

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Wichtig ist vorallem das Temperament, sprich ruhig und ausgeglichen. Jungpferde sind vielleicht nicht ganz so geeignet, weil sie oft schreckhafter und hippeliger sind. Die Höhe ist dabei von der Zielgruppe abhängig, Kinder bevorzugen Ponys, aber Erwachsene brauchen natürlich größere Pferde.

Spontan fällt mir ein, dass es sehr geduldig sein, eine gute Ausbildung haben, und sehr nvervenstark sein muss. Es darf sich weder von etwas Geschrei noch von unkoordinierten Bewegungen aus der Ruhe bringen lassen. Außerdem sollte es auch weiche Gänge haben, die gut zu sitzen sind. Ich habe hier noch einen interssanten Link gefunden:

http://www.reiten-kann-helfen.de/pferd-im-therapeutischen-reiten.html

Ein Therapiepferd sollte in allen Situationen ruhig und gelassen sein, sollte eine mittlere Größe haben da man den Patienten in der Regel halten können muß. Also Haflingergröße 1,48 stm. Ein Therapiepferde sollte Gewichtsträger sein, also im Quadrattyp stehen da viele Patienten keine Körperbeherrschung haben und wie ein Sack Mehl im Rücken hängen, Ein zB Araber wäre vermutlich damit überfordert.

Das Pferd sollte mind. 10 Jahre alt sein und seinen Job definitiv schon kennen.

ca . 1,48 groß

Rasse: Fjord Haflinger Mix Criollo Kaltblutmix, Tinker - aber die Eigenschaften ist

nicht rasseabhängig.

Deswegen immer lange selbst testen!

In unserem Verein haben wir zwei Haflinger als Therapiepferde, die eignen sich von der Größe her für Erwachsene und auch für Kinder. Einer ist eher schmal gebaut (z.B. für Spastiker, die manchmal "klemmen", auch das muss ein Pferd ertragen können), und einer ist eher ein kräftiger Gewichtsträger.

Wie die anderen schon gesagt haben, das Pferd muss nervenstark, unerschrocken und belastbar sein. Aber eins ist darüber hinaus noch wichtig: Dem Pferd darf es nichts ausmachen, viele verschiedene Leute auf sich reiten zu lassen. Denn viele Pferde sind lieb und brav, aber eher auf eine Person fixiert und mögen es nicht, unterschiedliche Leute zu tragen, die auch noch ungewöhnliche Bewegungen machen.

Außerdem muss das Pferd verschiedene Sachen lernen, die ein "normales" Pferd nicht kann, z.B. an eine Rampe herangeführt werden.

Schau doch mal hier, da findest du sicherlich auch noch etwas: http://www.dkthr.de/

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