Was für Strafen gebe es für den Unten erklärten fall und wie könnte ich als Rechtsanwalt meinen Mandanten schützen vor einer zu langen strafe?

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4 Antworten

was für eine Strafe würde er jetzt bekommen

Gegen welches Gesetz soll er denn verstoßen haben? Nur dafür, daß Andere was denken, kann man eigentlich nicht bestraft werden. Wenn man allerdings dafür sorgt, daß Andere was falsches denken - und diese Anderen dadurch auch noch einen Schaden erleiden - dann wäre das mitunter strafbar. Googel dazu einmal nach § 263 StGB.

Aber in der Geschichte scheint niemandem ein Schaden entstanden zu sein. Also sollte der Strafverteidiger dafür plädieren, daß sein Mandant freigesprochen wird, weil er unschuldig ist. Wenn überhaupt in dieser Sache jemanden irgend eine Schuld an irgend etwas trifft, dann sind es diejenigen, die Kleidung für wichtiger erachten als die Person, die darin steckt.

Ich wünsche Dir und Deinem Mandanten eine aufregende Verhandlung, einen weisen Richter und einen "Freispruch erster Klasse" mit Anspruch auf eine Prinzessin und angemessenes Lehen ;) Der König wird sich zum Schluß schon damit abfinden können.

Also er hat sozusagen Umsonst essen bekommen und er wusste das er so betitelt wurde als Grafen hätte er dann nicht die wahrheit sagen müssen und Danke nochmal für die hilfreiche Antwort

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@Noahssi

Nun, wenn er kostenlose Mahlzeiten angeboten bekommt, dann darf er diese durchaus annehmen. Baue eine Deiner Verteidigungsstrategien dahingehend auf, daß Du die "edlen Spender" als Verursacher darstellst. Immerhin haben diese einer Person Vorteile verschafft, weil sie sich irgend etwas davon erhofft haben. Sie haben also quasi begonnen, jemanden zu bestechen. Wobei es eigentlich keine echte Bestechung war, denn die Person war ja kein Adeliger, sondern nur ein armer Handwerker - und hätte somit überhaupt keine Gegenleistung in Form von Verordnungen, Steuervorteilen oder was auch immer erbringen können.

Was die Titulierung betrifft: In einigen Ländern werden Leute gern mal mit "Titeln" angeredet, welche sie überhaupt nicht haben. Mein eigener Arbeitgeber begrüßt mich morgens hin und wieder mal mit den Worten "Morgen Chef". Auch in Österreich wird ein Handwerksgeselle schon mal mit "Meister" angesprochen, ein Meister mit eigener Firma auch mal mit "Herr Ingenieur" - ohne daß sie tatsächlich diese Abschlüsse vorweisen könnten. Betrachten wir es als Form einer uns ungewohnten Höflichkeit, gepaart mit einem gewissen Augenzwinkern.

Ist Dein Mandat jemals aufgefordert worden, seinen Status zu erklären? Oder hat er es vielleicht sogar freiwillig mal machen wollen, es hat aber niemand zugehört?

Es ist richtig: Bürger und Schloßbewohner sind einer Täuschung erlegen - aber eben einer Täuschung, welche sie selbst begangen haben. Wer der festen Überzeugung ist, er habe das (selbstverständlich unmögliche) absolut sichere Roulette-System erfunden, kann auch nicht das Casino oder ersatzweise die Wahrscheinlichkeitsrechnung auf Schadenersatz verklagen, wenn er plötzlich pleite ist.

Die Welt ist, wie sie ist und ein Schneider ist ein Schneider. Wenn jemand etwas anderes darin erkennen möchte, dann darf er das durchaus tun. Aber er kann die Welt nicht für seine eigenen Irrtümer verantwortlich machen. Bürger und Schloßbewohner, von Wirt bis zum König - alle zusammen haben eine Verschwörung gebildet und sind der Theorie nachgehangen, der Schneider wäre ein Adeliger. Es gibt doch so viele Verschwörungstheorien und sie alle haben mehr oder weniger Anhänger. Aber auch die Anzahl der Gläubigen hat keinen Einfluß auf die Realität, welche sich lediglich empirisch erfassen läßt, nicht aber durch (Aber-)Glaube.

Abschließend noch ein möglicher Rettungsring: Ein Schneider hat aufgrund niedriger Herkunft keine Ahnung, wodurch sich Adel begründet. Er kann also immer noch einlassen, daß er tatsächlich den Titel eines Grafen führen darf, wenn er vom König oder seinen Ministern mit "Graf" angesprochen wird. Dadurch sei er ja offiziell in den Adelsstand erhoben worden. Und in keinem königlichen Dekret wird verlangt, daß ein Graf Ländereien oder ein Schloß haben müsse.

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hat er sich selbst als "Graf" oder dergleichen ausgegeben? NEIN

Was sollte dann passieren, das ist halt die Dummheit der Leute. 

Ihm er wird freigesprochen, weil man sich vorher über seine Herkunft informieren hätte müssen.

Spielt es sich in Deutschland ab? Wenn ja, dann wäre es nur strafbar nach §132a StGB Mißbrauch von Titeln, Berufsbezeichnungen und Abzeichen. Ich gehe davon aus, dass die Staatsanwaltschaft das Verfahren einstellen würde.

Er hat sich ja nicht als grad ausgegeben, bloß haben die Leute das angenommen..

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