was für pferde anschaffen?

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4 Antworten

Zu den Themen Stall, Kosten, Verantwortung usw. wurden ja schon gute Denkanstöße geliefert. Auch wenn du schon lange reitest, generell bitte ganz genau überlegen was es heißt Pferde selbst zu halten und dass man dafür auch einige persönliche Einschränkungen in Kauf nehmen muss. Mal eben einen Urlaub einschieben ist dann nämlich nicht drin, wenn man niemanden hat, der sich in der Zwischenzeit verlässlich um die Tiere kümmert. Außerdem sind 1000qm für zwei Pferde schon recht wenig, es gibt diese Faustregel von 1ha pro Großpferd bei Robusthaltung. Außerdem sollte man die Möglichkeit haben, die Weide abzuteilen, damit ein Teil sich immer erholen und nachwachsen kann. Ich halte z.B. vier Pferde (drei große und ein Pony) ganzjährig auf ca. 3ha, habe aber noch zusätzlich Land für die Heuernte, damit ich übers Jahr komme ohne zuzukaufen. Es kommt natürlich auch immer darauf an, wie gut Boden und Gras sind und wie gut die Weide gepflegt wird (abäppeln, nachmähen usw.). Auch ist zu bedenken, dass bei zwei Pferden auch einiges wieder hinten rauskommt. Ihr müsst also einen befestigten Misthaufen anlegen (Nachbarn berücksichtigen) und den Mist dann auch irgendwie wieder losbringen, wenn ihr kaum Land zu düngen habt, müsst ihr schauen, dass ihn euch ein Bauer abnimmt. Außerdem muss nicht nur Platz für die Pferde da sein, sondern auch Futter und Einstreu müssen so gelagert werden, dass da nichts feucht werden und verschimmeln kann.

Zum Thema welches Pferd geeignet wäre, nun ich würde mal von der Gnadenhof-Idee abraten. Pferde kommen nicht umsonst auf einen Gnadenhof, das sind meist Tiere, die dem Schlachter gerade noch mal von der Klinge gesprungen sind, zum Teil schreckliches erlebt haben, alte Tiere, Pferde die nicht mehr reitbar sind, weil sie vielleicht chronisch krank sind, oder sich irgendwann einmal verletzt haben. Ein gesundes Pferd, das man reiten kann und das keine schweren Verhaltensauffälligkeiten hat, kommt eigentlich nicht auf einen Gnadenhof. Höchstens ein Beistellpferd würde ich eventuell vom Gnadenhof holen. Andererseits gibt es genug Menschen, die ihre Pferde explizit (aus welchem Grund auch immer) als Beistellpferde abgeben. Wenn es aber dem Kind als Reitpony dienen soll, sollte man sehr darauf achten, dass es dafür gesund genug ist. Ein Anfängerpferd das auch für deinen Mann geeignet ist, müsste dann natürlich etwas größer ausfallen. Generell kann man es aber nicht an der Rasse oder am Geschlecht festmachen, ob ein Pferd für Anfänger geeignet ist. Ich würde mich nach einem ausreichend großen, vielleicht etwas älteren Pferd umschauen, also ein Lehrpferd. Ein zu junges Pferd muss selbst noch viel lernen und ein Anfänger kann dem nicht gerecht werden. Es muss eine solide Ausbildung und einen gutartigen Charakter haben damit es dem Anfänger die (naturgemäßen) Reitfehler verzeiht und er sich auch sicher fühlen kann. Rassemäßig kommt da dann eben die ganze Warmblut-Bandbreite in Frage, vielleicht auch ein Kaltblut-Mix oder, wenn dein Mann jetzt nicht gerade ein Riese ist, vielleicht auch ein Haflinger. Abraten würde ich von Rassen, die exterieurbedingt für Anfänger eher schwierig zu reiten sind wie z.B. Friesen.

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Also als erstes mal musst du dir wirklich genau überlegen ob du diese Verantwortung auf dich nehmen willst. Ich meine, wenn du schon 10 Jahre reitest, weißt du ansich ja wie viel Zeit/Aufwand/Geld man in ein Pferd investieren muss. Es brauch täglich frisches Heu, Wasser... Aber das weißt du ja sicherlich ;)

Also ich würde mir ein Pferd kaufen, welches einen ruhigen und ausgeglichenen Charackter hat, gerade wenn jemand drauf reitet der keine Erfahrung hat. Ob vom Gnadenhof oder Tierschutz kann ich nicht sagen, aber ich persönlich denke, dass auf einem Gnadenhof Tiere leben, die ihre letzten Lebenstage in Ruhe verbringen wollen/sollen. Also sind das auch keine Reitpferde mehr. (kann auch sein das ich mich irre). Wegen der Erlebnissen der Pferde musst du sie dir angucken! Manche Pferde wurden einfach nur schlecht gehalten (was heißt einfach nur :/) und manche wurden halt regelrecht verprügelt... schau sie dir an und putze sie mal... reite sie mal, alles mögliche. wenn es ein wenig ängstlich ist denke ich ist das nicht schlimm, es muss sein vertrauen ja auch erst aufbauen :) Von der Rasse her hab ich nicht so viel Ahnung, kommt meiner Meinung nach wirklich auf den Charaker an ;) Aber zu groß sollte es denke ich nicht sein ;)

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Da muss man aber noch ein paar mehr Kriterien bedenken. Der Stall muss einer Tierschutznorm entsprechen , NAchbarn?, Winter, Sommer-> Futter, Lagerplatz für Stroh, 1000qm sind von 2 Pferden gleich abgefressen, Nachschub Futter, Land? Traktor, Einkauf, Kraftfutter................. Heu, Streu etc, Kosten können explodieren, .....Würde, wenn evtl 2 Haflinger holen

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1000 qm? Da kann man keine Pferde halten - pro Pferd und Jahr braucht man 1,5 ha bei ganzjährigem Weidegang inkl. Heugewinnung.

Auch für einen Pferdestall brauchst Du eine Baugenehmigung und ob Du die bekommst ist zweifelhaft, wenn es sich um ein Wohngebiet handelt. Also vorher besser fragen bei der Gemeinde.

Gnadenbrotpferde werden NICHT mehr geritten, sonst ist das ja kein Gnadenbrot.

Es gibt keine Anfängerpferde - jedes Pferd braucht einen kompetenten Reiter und 3jährige Kinder sollen wegen der Hüfte noch gar nicht reiten, besser wartet man bis sie 4 Jahre alt sind (machen die meisten Reitschulen deshalb so).

Auch wenn Du reiten kannst... musst Du Dich haltungstechnisch mehr informieren, bevor Du Dir Pferde ans Haus holst. Es ist nämlich nicht wirklich artgerecht ein Großpferd und ein kleines Pony zusammenzustellen... das ist eine reine Notgemeinschaft.

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Kommentar von Lossarnach
14.10.2011, 14:44

Naja, das Pferd soll ja wohl in erster Linie für sie sein, aber ruhig genug, damit auch ihr Mann darauf reiten lernen kann. Ich denke so war das gemeint. Außerdem muss jeder mal anfangen, keiner ist als Bereiter vom Himmel gefallen, du musstest es doch auch irgendwann einmal lernen! Und es gibt nun mal Pferde die dafür besser geeignet sind als andere. Zu uns kommt z.B. seit einiger Zeit eine 6jährige aus der Nachbarschaft. Da sie leicht genug ist und es nur einmal in der Woche ist, lasse ich sie auf meinem alten Wallach reiten. Ich bin jedesmal ganz gerührt wenn ich sehe wie lieb und vorsichtig er mit der Kleinen umgeht. Beim Putzen hält er ihr den Kopf und die Hufe praktisch von selbst hin (könnte da glatt eifersüchtig werden ;) und wenn sie dann draufsitzt marschiert er stolz wie Oskar mit ihr über den Platz. Erst hatte ich Bedenken weil er ja aufgrund einer Verletzung von mir jahrelang schon nicht mehr geritten werden konnte. Ich glaube aber er hat da noch eine späte Berufung gefunden und wenn das kein Anfängerpferd oder Lehrpferd ist, dann weiß ich auch nicht.

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