Was für Konsequenzen hat eine Vertragskündigung für den Versicherungsmakler?

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6 Antworten

Du musst da ein paar Dinge unterscheiden:

Der Maklervertrag besteht zwischen dir und dem Versicherungsmakler. Hierfür zahlst du üblicherweise kein Geld denn dieser Vertrag regelt lediglich die von dir an den Makler erteilten Vollmachten. Seine Provision/Courtage erhält ein Makler für die vermittelten und betreuten Verträge. Allerdings gibt es bei den Verträgen dann entsprechende Unterschiede in der Courtage.

Bei provisionsintensiven Verträgen wie zum Beispiel: Lebensversicherung, Rentenversicherung, Krankenversicherung erhält der Makler (wie auch normalerweise Versicherungsagenten/Versicherungsvertreter) eine sogenannte Abschlussprovision die durchaus einen größeren Betrag ausmacht und dann in der Folge für jedes weitere Jahr in Höhe eines festen, allerdings geringen Prozentsatzes eine Bestandsprovision. Kündigst du nun diesen Vertrag dann muss er als Vermittler innerhalb einer zwischen ihm und dem Versicherungsunternehmen festgelegten Zeit die erhaltene Abschlussprovision entweder ganz oder zumindest teilweise zurückerstatten. Dies geschieht in aller Regel innerhalb der ersten fünf Jahre ab Bestehen des Vertrages (Versicherungsvertrages!).
Bei Sachversicherungen wie zum Beispiel einer Hausratversicherung oder einer Haftpflichtversicherung vermitteln Versicherungsmakler normalerweise immer nur Verträge mit einjähriger Dauer. Von dem von dir gezahlten Beitrag erhält der Makler seine Courtage (zwischen fünf und 25 % je nach Vertrag, Gesellschaft und Vertragsart). Kündigst du nun den Vertrag muss er davon nichts zurückzahlen denn mit der Vertragsdauer ist der Anspruch der Courtage erfüllt. Er würde dann nur im folgenden Jahr kein Geld mehr aus diesem Vertrag bekommen da der Vertrag ja nicht mehr existiert. Bei Versicherungsvertretern/Versicherungsagenturen funktioniert das bei mehrjährigen Verträgen (zum Beispiel drei Jahre Laufzeit) so wie oben beschrieben bei Krankenversicherungen und Lebensversicherungen allerdings mit der verkürzten Laufzeit denn auch hier wird eine höhere Abschlussprovision gezahlt und dann eine geringere Bestandspflegeprovision. Allerdings und ausdrücklich noch einmal: dies ist bei einem Versicherungsmakler üblicherweise nicht so da dieser dir normalerweise keine mehrjährigen Verträge vermitteln würde. Ich hoffe ich konnte dir erschöpfend Auskunft geben.

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Von Maklern vermittelte Versicherungsverträge haben meistens eine Laufzeit von einem Jahr. Der Kunde kann nicht vorzeitig kündigen. Die Provision ist also verdient.

Bei Lebens- und Rentenversicherungen ist auch ein Makler in der Stornohaftung. Das ist schon deshalb wichtig, damit er auch auf die Qualität des vermittelten Geschäfts achten muss.

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Kommentar von LuckyLuke90
03.06.2016, 00:12

Besten Dank! Können Sie mir etwas zur Höhe der Stornohaftung sagen? Ist eine pauschale Aussage möglich? Orientiert diese sich an einer bestimmten Größe/Summe?

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Je nachdem wie es um die Stornohaftungszeit bestellt ist, muss die Abschlusscourtage, so denn eine geflossen ist, anteilig zurückbezahlt werden.

Den Vertrag gibt es dann nicht mehr, also fällt auch die Bestandspflege weg.

Ob hier ein Verstoß gegen den Maklervertrag selbst vorliegt, kommt auf dessen Umfang an.

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Hallo Leute, ich habe mal eine Frage zur Versicherungsthematik und dem
Maklerwesen. Diese verdienen ja, vereinfacht dargestellt, ihr Geld
damit, dass sie Verträge abschließen und diese dann fortbestehen.

In der Regel werden Sachversich.verträge mit 1 Jahr Vertragsdauer abgeschlossen beim Versich.makler; d.h. für ihn, dass die Courtage (so nennt sich die Vertragsvergütung für ihn) nach Ablauf der 1-jährigen Vertragsdauer verdient ist!

Was geschieht nun zum Nachteil des Maklers, wenn der Versicherungsnehmer  sich entscheidet eine Versicherung (Nicht den Maklervertrag an sich) zu  kündigen?

Anders bei Lebens-, Renten- u. sämtlichen Risikoversicherungen: hier existiert wie bei anderen Vermittlern auch die Stornohaftungszeit in der Regel mit 5 Jahren. Bei vorzeitiger Kündigung muß anteilig die Courtage für diese Vertragsvergütung rückerstattet werden an den Versicherer.

Gruß einer ehem. Versich.maklerin

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Kommentar von siola55
03.06.2016, 00:33

Stornohaftung beim Versicherungs-Vermittler

Für  die Vermittlung einer Versicherung erhält der Vermittler in der Regel eine Abschlussprovision. Kündigt der Versicherungsnehmer frühzeitig den Versicherungsvertrag wieder, wird die Provision des Vermittlers innerhalb der so genannten Stornohaftungszeit anteilig bis vollständig gekürzt.Je kürzer der Stornozeitraum, desto besser für den Vermittler.

Besonders lang ist der Stornozeitraum für Versicherungen, bei denen der Versicherer bei Kündigung des Versicherungsvertrages einen
Rückkkaufswert zu zahlen hat (vgl. § 169 VVG).
Nach Absatz 3 dieser Vorschrift sind für die Ermittlung des
Rückkaufswerts bei vorzeitiger Vertragsbeendigung die Abschlusskosten und Vertriebskosten auf die ersten fünf Vertragsjahre zu verteilen.
Viele Versicherer haben daher auch den Zeitraum für die Stornohaftung für Provisionen bzw. Courtagen für derartige Versicherungsverträge (z.B. Kapitallebensversicherung) auf bis zu 5 Jahren verlängert. Vorzeitig an den Vermittler gezahlte Abschlussprovisionen stellen insoweit Darlehen
der Versicherungsgesellschaft an den Vermittler dar.

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Wenn Sie Maklerauftrag erteilt haben, dann haben Sie sich an diesen Vertrag zu halten.

Kündigen Sie einen vom Makler für Sie abgeschlossenen Versicherungsvertrag ohne ihn zu unterrichten, verstoßen Sie gegen den Maklervertrag und dieser kann Schadenersatz gegen Sie geltend machen.

Bei Verträgen zu biometrischen Risiken  gilt für fast alle Makler eine 60 monatige Stornohaftung., wenn er eine Abschlusscourtage vom Versicherer erhalten hat. Wird ein solcher Vertrag gekündigt, dann hat er diese anteilig zurückzuzahlen.

Wenn ein Makler seine Courtage vom Kunden bekommt, bleibt der Anspruch auf Courtage in dem von Ihnen geschilderten Fall gegen den Kunden bestehen.


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Kommentar von Buerger41
03.06.2016, 03:32

Ich halte die Abschlusscourtage, die der VersMakler aufgrund einer Maklervereinbarung vom Versicherer erhält, für rechtlich bedenklich.

Eine Courtagevereinbarung mit dem Versicherer berührt meines Erachtens den Maklerstatus und macht den Makler zum Mehrfachagenten.

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Kommentar von SaVer79
03.06.2016, 06:14

Ich empfehle man die jeweilige Definition von Makler bzw Mehrfachagent zu googeln! Außerdem bekommt jeder Makler seine Courtage von dem jeweiligen Versicherungsunternehmen es sei denn, er hat eine Honorarvereinbarung mit dem Kunden abgeschlossen, was sich aber in Deutschland aktuell nur im größeren Geschäft einigermaßen durchgesetzt hat  

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Meine mum war mal versicherungsvergreterin und wenn ein vertrag gekündigt wurde, hat sie ein anteil ihrer provision eingebüßt. Da sojemand jedoch tausende verträge abschließt, machen sie eben so eine art versicherung, bei der dann von allen procisionen ein sehr kleiner teil direkt bei vertragsabschluss eingezahlt wird. Dadurch wird der verlust des vertreters minimiert und verteilt sich auf alle vertragsabschlüsse. Wenn ein vertrag ei  bestimmtes alter überschreitet (oft 1 oder 2 jahre) hat der abschliessende vertreter damit nichts mehr zu tun und kann den vertragsabschlussversicherungsanteil auch noch einstreichen. 4 jahre nach der kündigung hat meine mum glaub ich 400€ von der versicherungsgesellschaft ergalten, weil ihre verträge so lange gehalten haben. Aber seit dem hat sie eben nichts mehr damit zu tun. Hoffe ich konnte helfen

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Kommentar von Zeitreisender96
03.06.2016, 00:37

Andere antworten haben genauere informationen, ich hab das nur nebenbei mitbekommen... Gefährliches halbwissen... 

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Kommentar von siola55
03.06.2016, 00:39

Hi Zeitreisender96,

du meinst hier wohl ein Stornoreservekonto !?! Da wird z.B. ein bestimmter Prozentsatz der Provision (z.B. 8% bis 10% der jeweiligen Abschlußprovision) auf einem separaten Konto angesammelt für diese Fälle von vorzeitiger Vertragskündigung!

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