Was für Folgen hat der Brexit für Deutschland?

... komplette Frage anzeigen

16 Antworten


In der EU müssen die Politiker natürlich davon ausgehen, dass Großbritannien aus der EU austritt. Wann und ob das der Fall sein wird, ist noch nicht ausgemacht. Zwingen kann man die Briten zu nichts! Gewiss, die EU drängt die Briten, setzt sie unter Druck, und man kann nun trefflich darüber spekulieren, ob dies geschieht, weil man den Briten ihre Entscheidung übel nimmt, oder ob man einen gehörigen Druck auf die politischen Entscheider Großbritanniens ausüben will, doch noch vor diesem Schritt zurückzuschrecken.

Welche Folgen der sog. Brexit für Deutschland hätte? Keine allzu gravierenden! Der Handel zwischen Deutschland und Großbritannien wird nicht eingestellt, es dürften nur die Waren in beiden Ländern etwas teurer werden. Wenn Großbritannien durch seinen Austritt als einer der Nettozahler der EU ausfällt, muss entweder der EU-Haushalt verringert werden oder die verbliebenen Nettozahler müssen den fehlenden Geldbetrag unter sich aufteilen. Das bedeutet, dass Deutschland etwas mehr Geld an die EU überweisen würde, was aber angesichts der guten Haushaltslage problemlos möglich wäre.

Kurz: der sog. Brexit hat Auswirkungen allenfalls geringerer Art auf Deutschland und Europa, wobei diese Auswirkungen vornehmlich auf wirtschaftlich-finanzielle Aspekte beschränkt sein werden. Allerdings kommt es noch darauf an, wie die Austrittsverträge im Einzelnen ausgehandelt werden.


Auswirkungen größerer Art aber wird Großbritannien selbst erleiden:

-  Sozial ist das Land gespalten zwischen EU-Gegnern und EU-Befürwortern, ohne dass bisher die Folgen abgeschätzt werden können; die Briten werden ihre bisherige unbeschränkte Reise- und Arbeitsfreiheit in Europa und viele soziale Rechte in den EU-Ländern verlieren.
-  Politisch droht Großbritannien als Staatswesen auseinanderzubrechen, wenn sich die Nordiren der Republik Irland anschließen und Schottland ein unabhängiger Staat wird. Eine bedeutende politische Macht wird das kleine Restbritannien, England und Wales, in der Welt und auch in Europa nicht mehr sein.
-  Das kleine Restbritannien wird mit erheblichen wirtschaftlichen und steuerlichen Einbußen rechnen müssen, und der durchschnittliche Engländer wird wohl erheblich an Einkommen und an sozialen Wohltaten seines Staaten verlieren.

MfG    


Arnold      

   


   









Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Es steht ja nun fest, das der Brexit kommen wird

"Sicher" ist es erst, wenn der Antrag bei der EU-Kommission eingereicht wird. Bis dahin ist es eine "Scherzveranstaltung".

auch wenn das jetzt alles noch so ca. 2 Jahre dauern wird

Die 2-Jahres-Frist ist die MAXIMALE Frist, wenn niemand Einspruch dagegen erhebt. Technisch gesehen kann es aber schon morgen, na gut, realistischer: in 6 Monaten, soweit sein.

Ich frage mich, welche Folgen das konkret für Deutschland haben wird

Das hängt maßgeblich von den (noch zu verhandelnden) Verträgen mit Großbritannien ab. Aber auch die Beziehungen zu Russland zu diesem Zeitpunkt werden eine große Rolle spielen, denn Russland bietet sich als "Alternativ-Partner" an.

Dabei geht es insbesondere um den Maschinen- & Fahrzeugbau, der den Schwerpunkt der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland Großbritannien bildet.

------------------

Die Folgen für Deutschland werden also im schlechtesten Fall "überschaubar negativ"; und im besten Fall "sehr positiv" sein.

Denn etliche Konzerne, die bisher Standorte in Großbritannien haben, werden prüfen (bzw. prüfen bereits), ob sie ihre Standorte in die EU verlegen. Und hier bietet Deutschland - gerade im Maschinen- & Fahrzeugbau - eine hervorragende Infrastruktur. 

Mit anderen Worten: Entweder wird der Handel mit Maschinen & Fahrzeugen nicht verschlechtert, oder es ziehen viele Arbeitsplätze nach Deutschland um.

Entsprechendes gilt für den zweiten großen Schwerpunkt, den Großbritannien besitzt: Den Finanzplatz London.

Das war bisher der größte in der gesamten EU. Und er war es die längste Zeit, denn auch Banken überlegen nun, ihre Standorte in London zu verkleinern und an die Finanzplätze in die EU - also vor allem nach Paris oder Frankfurt/Main - zu verlegen. 

---------------------

Und da Schottland bereits angekündigt hat, selbst ein neues "Unabhängigkeits-Referendum" durchführen zu wollen; und da dieses Referendum sehr wahrscheinlich auf eine Abspaltung Schottlands von Großbritannien hinauslaufen wird, ist der Handel mit Schottland voraussichtlich völlig unberührt.

Gleiches gilt für Nordirland; wo allerdings noch keine konkreten Vorstellungen vorliegen.

----------------------

und werden jetzt immer mehr EU Staaten austreten? Es sind ja Vielen unzufrieden und überlegen auszutreten.

Sehr, sehr unwahrscheinlich. Aber Unbelehrbare und Dumme findest du an jeder Straßenecke, insofern ist es nicht unmöglich.

Die meisten Rechtspopulisten, die ein bisschen Ahnung von Politik und Wirtschaft haben, starren gerade sprachlos mit gerunzelter Stirn und gesträubtem Haar auf Großbritannien: 

  • Steuern erhöhen, 
  • Staats-Rating abwerten, 
  • Zerfall des Landes, 
  • fast schon Protest-Aufstände im eigenen Land  

... all das sind Dinge, die schon in der ersten Woche nach dem Referendum passieren bzw. angekündigt werden. Und nichts davon nutzt den Rechtspopulisten der UKIP (sowas wie die AfD hier) und der Konservativen Partei (sowas wie CDU/CSU hier).

Und wäre die Labour-Partei in Großbritannien nicht heillos zerstritten und so erzkonservativ, dass sie - wie die SPD in Deutschland - die Konservativen schon rechts überholen können, wären die Konservative Partei und die UKIP in Großbritannien wohl auf lange Zeit Geschichte.

Insofern wird es weder etwas mit "glorreichen Zeiten nach dem Austritt", noch mit den "Machtgelüsten der Rechten nach dem Austritt" ... also in Großbritannien. 

Und wenn wahr wird, was Merkel & Co. gerade behaupten, nämlich dass Großbritannien nicht auf einen "Sonderstatus" zu hoffen braucht, weil man KEINE SONDERPRIVILEGIEN verhandeln wird, dann ist es auch aus mit der typischen Tagtraum-Lüge der Rechtspopulisten: "Austritt aus der EU; aber Sonderrechte behalten."

--------------------------

Mit anderen Worten: Ein paar Unbelehrbare werden weiterhin den Austritt fordern. Doch die breite Masse der "Austrittswilligen" wird erst mal abwarten, wie Großbritannien diesen Schritt verkraftet. Und in dieser Zeit werden sie deutlich ruhiger auftreten... 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

1. Es steht noch gar nichts fest. Das Referendum war nicht bindend und so langsam dämmert es immer mehr Briten, daß es eine Sch**ss-Idee war, "Leave" anzukreuzen.

2. Auswirkungen lassen sich erst vorhersehen, wenn a) UK tatsächlich Art. 50 aufruft und b) sobald absehbar ist, wie die weitere Zusammenarbeit zwischen UK und EU aussehen wird.

3. Sobald die Auswirkungen sichtbar werden, werden sich die ganzen Spalter, Nationalisten und Austrittler mMn sehr bald wieder verkriechen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Für DE hat das nur die Auswirkung, dass man wieder einen Reisepass braucht wenn man in England einreisen will. Ansonsten keine Auswirkungen

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Von daher ist es um so wichtiger jetzt hart mit GB zu verhandeln und den Briten keine Extrawürste mehr zu gönnen... die sollen von mir aus alle "Vorteile" aus dem Brexit für sich mitnehmen, aber auch die Nachteile!

Es gibt dann keinen freien Warenverkehr nach GB mehr. Es müssen Zölle für Einfuhr und Ausfuhr vereinbart werden und es gibt dann wieder Grenzkontrollen bei der Einreise. Außerdem dürfen EU-Bürger nicht mehr in GB wohnen oder arbeiten, sondern brauchen dafür eine Aufenthalts- bzw. Arbeitsgenehmigung.

Die Engländer haben nur für den "Brexit" gestimmt, weil sie sich das Commonweatlh zurückwünschen... die haben kein Problem mit einer Gemeinschaft oder Union, die wollen einfach nur an der Spitze stehen. Das ist komplettes hinterwäldler Denken aus der Steinzeit...

Interessanter ist die Frage, welche Folgen wird der Brexit für GB haben? Ich hoffe das Schottland das UK verlässt und Nothern Ireland sich mit Irland wieder zusammentut und ebenfalls in die EU kommt. London soll ein unabhängiger Stadtstaat werden, die wollten dort auch mehrheitlich in der EU bleiben. Der ganze Rest um England und Wales kann dann übrigbleiben...

Mal sehen was die Queen dann noch regiert...

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von OlliBjoern
29.06.2016, 18:29

Ich kann mir schon vorstellen, dass Schottland unabhängig sein möchte (die letzte Abstimmung ist ja noch gar nicht so lange her).
Bei Northern Ireland bin ich skeptischer, diese sind traditionell sehr stark britisch orientiert (ich glaube, dass in einer früheren Umfrage (also nicht jetzt aktuell Brexit-bezogen) über 95% für den Verbleib im UK gestimmt hatten).

0

Dadurch, das der Wechselkurs des Pfunds um nahezu 20 % gefallen ist, werden die deutschen Golfer, die nach England reisen froh sein, weil das Green Fee billiger wird (nur noch 500,- statt 600,- Euro für eine Wochenkarte in St. Andrews).

Eventuell verkaufen wir einige Autos weniger in GB, aber einschneidend wird es nicht werden.

Die Folgen für die Briten sind weitaus größer.

Weitere Austritte sind wohl kaum zu erwarten. Wer sollte das tun?

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

ich denke nicht das es jetzt sofort zu einem massenaustritt kommt.

zuersteinmal gibt es nicht überlall die vorraussetzung für einen volksentscheid.

zudem werden die staaten jetzt erstmal beobachten wie es mit GB weitergeht.

Sollte es da ab jetzt nur bergabgehen, dann werden die anderen staat dem ja wohl nicht nachstreben.Schaft GB es jedoch sich zu erholen und sie gehen aus der geschichte gestärkt vor, dann könnte es tatsächlich sein, das viele staaten nacheifern.

zumindest sehe ich das so

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

GB ist eine der größten Handelspartner für die Bundesrepublik. Wenn der Wirtschaftsaustausch mit GB sinkt, kann das auch hier z.B. den Arbeitsmarkt belasten. Wirtschaftliche Entwicklung ist aber komplex, dynamisch und von zahlreichen Faktoren bestimmt. Daher lassen sich auch kaum treffsicher monokausale Erklärungsketten sinnvoll bilden.

Deutschland wird auch in mancher Hinsicht von einem Brexit profitieren. Schon jetzt  zeichnet sich eine Aufwertung Frankfurts als noch stärker werdendes Finanzzentrum ab...

Negative Auswirkugen wird das für uns wohl nur sehr moderate haben - in GB sieht das allerdings schon weit verheerender aus.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von clemensw
29.06.2016, 15:37

7% des deutschen Exports gehen nach UK

50% des britischen Exports gehen in die EU.

Da läßt sich ziemlich sicher sagen, daß die Briten den Kürzeren ziehen.

1

Deutschland wird dadurch meines Wissens nach kaum Folgen ziehen (bis auf halt die Zölle die dadurch teurer werden wenn du in ein Land willst, was nicht der EU angehört). Das liegt einfach daran das Deutschland ein wirtschaftlich starkes und ausgeklügeltes Land ist. Kann man im Moment aber glaube ich nicht direkt bekanntgeben.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Es wird teuerer, in GB einzukaufen und in GB selber werden vermutlich irgendwelche Steuern erhöht werden.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von clemensw
29.06.2016, 15:16

Das ist bereits jetzt der Fall - und UK hat noch nicht mal den Austritt nach Artikel 50 erklärt.

0
Kommentar von wfwbinder
29.06.2016, 17:11

  Es wird teuerer, in GB einzukaufen 

Falsch, es wird billiger. vor einer Woche bekam ich für 1 Euro 75 Pennies, nun bekommen ich 83 Pennies, also gut 10 % mehr.

0

Rein GAR keine Folgen. In den Medien reden sie immer so groß von einer Katastrophe, das ist so verdammt lächerlich.
Es wird sich nichts ändern. Das Regime von unserem netten Europa wird schon dafür sorgen, dass keine wirtschaftlichen Folgen auftreten. Es werden einfach Sonderverträge gemach und nichts wird sich ändern.
Zumindest nichts, was so gravierende Folgen hat, wie es immer dramatisiert wird.
Haha.

Gruß

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von OlliBjoern
29.06.2016, 18:24

Ich bezweifle sehr stark, dass "Sonderverträge" gemacht werden, aus welchem Grunde sollte die EU sich darauf einlassen?

0

Die Wirtschaftsleistung wird wohl einbrechen, der Brexit wird Deutschland ca. 0,5% Wirtschaftswachstum kosten, mit entsprechenden Folgen für den Arbeitsmarkt.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Das kann man noch nicht absehen also warten. Für uns wird sich nicht viel ändern

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Welche Folgen? Neidgefühle natürlich^^

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Den Frankfurter Finanzlern wird es noch besser gehen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Es ist bei weitem noch nicht klar, ob der Brexit wirklich kommt. Noch muss das Parlament zustimmen; und das kann sich auch gegen den Volkswillen entscheiden.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Avoid888
29.06.2016, 15:34

Wäre aber wirklich mal wieder ein Beweis, dass es eine verdammte Diktatur ist und rein gar nichts mit Demokratie zu tun hat.

0

Was möchtest Du wissen?