Was für Erfahrungen habt ihr mit der Wirkung von Antidepressiva bei Jugendlichen?

6 Antworten

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Ich persönlich nahm mit 16 das erste Mal Antidepressiva. Grundsätzlich werden als "Erstmedikation" vorwiegend Medikamente der SSRI/SSNRI-Klasse eingesetzt (z.B. Paroxetin, Sertralin, Venlafaxin, Fluoxetin, Citalopram, Duloxetin usw.). SSRI und SSNRI unterscheiden sich dadurch, dass die SSNRI zu der sergogenen- auch eine noradregene Komponente haben. Diese soll zusätzlich antriebssteigernd wirken. Ich persönlich probierte Fluoxetin, Sertralin, Escitalopram, Velafaxin. Ich sprach auf keines dieser Medikamente an (ausgenommen Angststörung). Das unerträgliche ist, das man jedes Mal mind. 4 Wochen (eher länger) warten muss, bis man weis, ob das Medikament anschlägt. In diesen 4-8 Wochen ging ich jeweils die Wände hoch und überlebte das Ganze nur, da ich ab und zu Lorazepam einnahm. Später probierte ich diverse ältere (tri- bzw. terazyklische Antidepressiva), auch ohne Erfolg. Hinzu kamen diverse atypische Antidepressiva, Lithium, Ritalin, Neuroleptika usw. usf. Es gibt leider Personen, welche auf diese Medikamente nicht reagieren bzw. nur starke Nebenwirkungen verspühren. Mittlerweile waren schon 3 Jahre vergangen und ich hatte zwei Klinikaufenthalte hinter mir. DIe absolute Hölle. Was mir schlussendlich ansatzweise half war eine Kombination aus den Medikamenten Duloxetin, Lamotrigin und Wellbutrin. Doch dies war nicht das entscheidende. Viel half mir Sport. Ausdauersport (z.B. Jogging), täglich 20min, ist gemäss diversen grösseren Studien bei vielen Personen den Medikamenten überlegen. Es ist natürlich schwierig, in einer Depression sich zum Sport zu überwinden, doch es hat einiges gebracht. Da ich mittlerweile Volljährig war, kam eine EKT (Elektro-Krampf-Therapie) hinzu. Dies brachte auch einiges. Was mir schlussendlich zum durchbruch verhalf war eine Behandlung mit Botox, in Rahmen einer Studie. Nach 4 Jahren höllischer Qualen war ich das erste Mal wieder symptomfrei. Ich hatte wirklich nicht damit gerechnet, dass es einmal vorbei sein würde.

Da Hoffnungslosigkeit kein klassischen Symptom einer Depression ist, ist es wichtig der betroffenen Person immer wieder mut zu machen... "auch wenn dus momentan verständlicherweise nicht glaubst, irgendwann geht es vorbei" usw.

Ich bin kein Arzt, dies sind nur meine persönlichen Erfahrungen. Hoffe konnte bisschen weiterhelfen. Aber wie du weist, jeder Mensch reagiert auf jedes Medikament individuell. Was auf mich zutrifft muss auf keinen Fall auf deine Tochter zutreffen...

Ich danke dir sehr.Muss echt die Hölle sein,die du durchlitten hast....:( Freue mich aber,dass dir letztendlich doch geholfen werden konnte.Und Respekt fürs lange Durchhalten.Weiterhin alles Gute.

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Ach ja und du hast mir sehr geholfen.

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@nillly

bitte bitte ;-) noch als zusatz. die nebenwirkungen waren bei mir nach so ca. 8 wochen vorbei. eine bekannte nebenwirkung blieb jedoch: reduktion der libido...

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Die Nebenwirkungen sind in der Regel nach 2 bis 3 Wochen vorbei. Danach dann auch volle Wirkung. Vorausgesetzt, die Ursache der Depressionen liegt in einem Mangel von Hirnbotenstoffen, z.B. Serotonin. 

Für weitere Fragen F-Anfrage stellen. 

Dankeschön :) Im Moment hab ich noch keine weitereen Fragen dazu....höchstens ne andere...vielleicht dumme;)Wie mach ich hier ne FA?

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