Was für eine Stellung würden Sie für die folgende Aussage nehmen?

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3 Antworten

Hi, Menschenrechte sind eine Leitidee und als solche das Ergebnis logischen Denkens. Sie sind deshalb nicht relativistisch und aus demselben Grund allen anderen "verkrampften" Versuchen, eine Überlegenheittheorie zur Überlegenheit von Kulturen, Staaten, Gesellschaften, Gruppen und Individuen gegenüber anderen zu konstruieren überlegen. Sie sind eben universell. Dabei beinhalten sie keine Aussage darüber in welcher kulturellen Weise und mit welchem politischen System dies realisiert werden kann oder soll und schon gar nicht formulieren sie ihre gewaltsame Durchsetzung. Allerdings sind wir wohl alle noch nicht da angekommen wo die Formulierung der Menschenrechte hinzeigt - aber vielleicht unterschiedlich nahe dran.

Allerdings sind sie auch nicht geschützt gegen den Mißbrauch durch
politische Propaganda. Mein Gott: welche Systeme haben sich nicht schon
alle "Republick" oder "Demokratie" genannt. Und Machtpolitik macht sich eben besser mit dem Etikett eines guten Zwecks. Das ist ein alter Hut.

Selbst unsere "aufgeklärte Gesellschaft ist eine "Bindestrich-Demokratie" mit heftigen Unterschieden zwischen Idee und Alltag.

Und das auf dieser Welt die Aufklärung nun mal in unserer Region stattgefunden hat und eben hier in die Welt kam kann man nicht als "Erfindung" eines bestimmten politischen (westlichen) Interessenssystems im Sinne eines politischen Kalküls bezeichnen. - Erkenntnisunterschiede gibt es eben auf der Welt zwischen Gesellschaften wie auch zwischen Individuen. Vielleicht gleichen sich die ja auch mit fortschreitender Zeit weiter an.

Daraus einen Überlegenheitsanspruch oder sogar den Anspruch der gewaltsamen Durchsetzung eigener Interessen abzuleiten wäre einfach nur machiavellistische Machtpolitik. Allerdings geben sie auch eine Orientierung um zu verhindern, das sich Unrechtssysteme als rechtsstaatlich "verkleiden" können. Woran machen wir denn in unserem eigenen Alltag fest wenn wir uns ungerecht behandelt sehen?! Wir nutzen die Logik der Menschenrechte längst selbst, ohne in unserem Alltag da noch großartig drüber nachzudeneken.-

Aber wie gesagt, jede Idee kann auch mißbraucht werden und Etikettenschwindel ist ja in der Politik oft eher ein Anlaß, die "Designfrage" zu stellen als Anlaß zu sein, wieder selbstkritisch und grundlegend über sich selbst und die eigene Legitimation nachzudenken..

Gruß

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Naja, Zwickmühle. Natürlich finde Ich es gut, wenn's sowas wie Menschenrechte gibt. Ebensogut finde Ich, dass Länder ein Recht auf Selbstbestimmung haben. Aber danach beginnt die Zwickmühle schon.

Allerding's find Ich's jetzt schlecht, wenn ein Staat oder eine Kultur keinen Respekt vor den eigenen Leuten hätte. Aber es ist mehr oder weniger gerecht, denn man hat eigene Werte die gut sind, aber zwingt diese nicht dem andern auf.

LG Dhalwim

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Es ist eine sehr bemerkenswerte und zumindest teilrichtige Aussage.

Solche erfrischend alternativen Gedankengänge kommen leider in unseren gleichgeschalteten Massenmedien nicht vor.

Es ist schon so, daß das was der hochkultivierte Westen mit seinen Menschenrechten veranstaltet, an Manie herankommt und auch großen Schaden anrichtet. Musterbeispiel ist Libyen, wo menschenrechtsbewegt ein Land ins Chaos gebombt wurde und nun kommen Flüchtlingsströme.

Hochzivilisierte Länder wie Deutschland oder Niederlande können sicher mit allen Menschenrechtskonventionen regiert werden.

Bei Ländern, wo alles bei Null beginnt wie Mali, ist das anders. Damit eine funktionierende Grundordnung zustandekommt kann nicht auf jede Befindlichkeit Rücksicht genommen werden.

Trotzdem könnte natürlich der so sehr menschenrechtsbewegte Westen bei Fällen, wo es paßt, mit Klugheit und Sensibilität (was beides kaum vorhanden ist), Einfluß nehmen bei der Einführung von mehr Menschenrecht in "Entwicklungsländern". Aber "Menschenrecht durch Bombenkrieg" - das ist nun schon mehrmals (Irak...) schiefgegangen.

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