Was Für eine Spezialität gibt es in Polen, ins besondere in Warschau?

4 Antworten

Pierogi und Bigos sind typische Spezialitaeten und überall in Polen erhältlich. Jemand berichtet hier auch vom Alkohol und zwar Chopin - Jahr 2010 ist Chopin-Jahr würde ich verkosten ausserdem stammt er aus der Warschauer Gegend

Bigos, der polnische Krauttopf, durchaus ein nationalgericht in Polen.

Bigos besteht in seinen Grundzügen aus Sauerkraut, Weißkohl, Trockenpilze und Trockenpflaumen sowie – in unterschiedlichen Mengen – Schweinefleisch, Schinken, Knoblauchwurst und gelegentlich auch Kartoffeln.

Je nach Vorhandensein der Grundbestandteile und vor allem dem Anlass wird Bigos variiert, normalerweise wird Schweinefleisch verwendet, es ist aber auch Rind oder gar auch Wild oder eine Mischung dieser Fleischsorten nicht unüblich, geräucherte Wurst oder andere Wurstsorten oder geräucherter Bauch, Kasslerbraten bis hin zum Haxen.

Wenn man sich einmal darauf einlässt, lässt es einen nicht mehr los. Dazu ein Bierchen und ein stück herrliches frisches Brot oder Kartoffeln und man hört nicht eher auf, als dass nichts mehr reinpasst, und selbst dann fällt das Aufhören schwer.

Die Zubereitung ist noch echte Handarbeit, Fertigprodukte kommen mit Ausnahme von Tomatenmark oder Sauerkraut nicht zum Einsatz.

Der Kohl, Zwiebeln, Karotten, müssen fein geschnitten werden, Wurst und Fleisch ebenso, das stundenlange Garen unter stetigem Rühren erfordert Zeit und Mühe, der Einsatz ist jedoch mehr als lohnend, das Endergebnis ist einfach grandios.

Raus kommt ein wildes Samelsurium von Geschmäckern in einem einzelnen Gericht. Je nach Laune der Köchin mal naturbelassener im Geschmack, mal deftig und scharf gewürzt, mal figurbewusst und Fettarm, mal als prall geladene Kalorienbombe, jede Art der Zubereitung ist möglich.

Pierogi gibts da auch noch, gekochte und/oder in Butter angebratene Teigtaschen mit verschiedenen Füllungen wie z.B. Sauerkraut, Weißkäse, Quark, Pilzen, Fleisch, Obst und Früchten.

Pierogi sind im Grundprinzip durchaus vergleichbar mit den deutschen Maultaschen, jedoch gibt es weitaus mehr Variationen der Füllung. Als Vorspeise, als Hauptgericht oder, mit Beeren gefüllt und mit Sahne übergossen als Nachtisch, einfach phantastisch.

Zur, eine säuerliche Getreidesuppe mit unterschiedlichen Zutaten, beispielsweise gekochten Eiern, Kartoffeln oder Wurst ist ebenfalls sehr sehr lecker.

Trinken in Polen, es wird sehr viel Tee und Kaffee konsumiert. Tee wird den ganzen Tag über getrunken, zumeist mit Zitrone und Zucker. Der Kaffee ist in seiner Grundzubereitung in Polen ganz einfach, gemahlener Kaffee wird in einer Glastasse mit kochendem Wasser aufgegossen und hernach unter Rühren mit Zucker versetzt, Milch oder Sahne dazu. Wenn der Satz sich gesetzt hat, trinkt man einen herrlichen Kaffee, an den selbst die beste Maschine geschmacklich nicht heranreicht.

Polen gilt als Land der Biere. Getrunken werden vor allem Biere der weniger herben Art, vergleichbar mit dem deutschen Exportbier. Die meistverkauften Marken lauten wohl Zywiec, Okocim, Piast, Warka, Lech oder Tyskie. Großer Beliebtheit erfreut sich zudem das Mischen mit einem Fruchtsirup, Himbeer oder Erdbeer. Bier mit Cola gemischt oder als Radler ist hingegen eher unbekannt.

Es gibt auch Starkbier mit 10 bis 12 % vol. Alkoholgehalt, teilweise weist gerade der Name auch darauf hin.

Polnisches Bier wird zumeist pasteurisiert. Dadurch erreicht man eine erhebliche Steigerung der Haltbarkeit, auch in Polen schätzt man zusätzliche Beigaben aus dem Chemiebereich im Bier überhaupt nicht, diese kommen demnach nicht vor, keiner würde das kaufen wollen. Weizenbier oder naturtübes Bier ist nicht zu finden und wenn doch, wurde es importiert und kostet einen entsprechenden Preis.

Was man hierbei in Polen ungewohnt häufig findet sind Bierdosen. In Polen besteht kein Pfand auf Dosen.

Härtere Getränke sind vor allem der Wodka, hierbei sind beliebte Marken Chopin, Sobieski, Wyborowa, Zubrowka. Aber auch ausländische Marken wie der Finnische Absolut oder Smirnov erfreuen sich reger Beliebtheit. Deutsche Erzeugnisse sind hierbei eher selten bis gar nicht zu finden, man geht in Polen davon aus, das Wodka aus Gerste herzustellen ist. Deutscher Wodka wird zumeist aus Trauben oder Traubenresten destiliert, man möchte das nicht in Polen, wenn es auch als Seltentrinker schwerfällt, den Unterschied der einzelnen Sorten oder noch dazu zwischen dem Gerstenwodka oder dem Traubenwodka hierbei geschmacklich überhaupt zu erkennen, diese Auseinandersetzung ist wohl eher ideologischer als geschmacklicher Art, Wodka ist in seiner reinsten Form eigentlich ein Wasser - Alkoholgemisch ohne Fuselöle oder weitere Geschmacksstoffe.

Wenn man in Polen zusammensitzt und, was doch mal vorkommt, "einen trinkt", wird bewusster getrunken. Das bedeutet zunächst die Trennung von Bier und Spirituosen, beides zusammen kommt nicht vor. Spirituosen und Bier zusammen, wie hierzulande verbreitet, wird eigentlich vermieden, aus gutem Grund, denn es führt zu einem schnellen Ende der gemütlichen Runde. Bei Wodka wird dazu Tee, häufig Fruchtsaft oder Erfrischungsgetränke genossen, zudem wird hierbei deftig und vor allem stetig und immer wieder gegessen, das Bigos kann hierbei sehr gut zum Einsatz kommen, das auch kalt sehr gut schmeckt und mit seinem Fett eine immer wieder erneuerte Grundlage schafft, um die Wirkung des Alkohls erheblich herauszuzögern.

Es ist demnach ein Märchen, dass man sich in Polen in gemütlicher Runde sinnlos betrinkt oder die Polen viel mehr Alkohol vertragen.

Wenn man in Deutschland unter hiesigen Mischtrinkbedingungen einigermaßen trainiert ist, trinkt man in Polen unter dortigen Bedingungen einen Polen locker unter den Tisch. Führt man das Deutsche Trinkverfahren ein, Bier mit harten Sachen und ohne stetige Nahrungsaufnahme, ist ein Pole sehr sehr schnell sehr sehr betrunken.

Durch die andere Zusammenstellung, dem Trennen von Bier und harten Getränken und vor allem der hierbei stetigen Nahrungszuführung wird lediglich erreicht, dass die Wirkung hierbei lange Zeit in Grenzen gehalten wird und man dadurch erheblich größere Mengen, als in Deutschland unter hiesigen Trinkgewohnheiten vorstellbar, konsumieren kann.Viele Polen schaffen es zudem nicht, ein hartes Getränk überhaupt zu genießen.

Beim Trinken machen sie ein Gesicht, als hätten sie Lebertran eingeworfen und müssen sofort danach das scheußliche Zeug mit einem neutralen Getränk nachspülen. Einen guten Tropfen im Mund zu behalten, diesen genüsslich zu schmecken, das Brennen zu genießen, das ist meist nicht drin.

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