Was für eine politische Einstellung habe ich eigentlich?

13 Antworten

so, wie du deine Sachen schilderst, hast du eine ganz rationale Sichtweise. Die ist weder grundsätzlich links oder rechts geprägt.

Deine politische Einstellung ist vor allem eine differenzierte, damit eine demokratische und das ist meines Erachtens sehr gut. Dass Du Dir so viele Gedanken machst und dennoch nicht immer eine klare und "einfache Antwort" findest, zeigt doch, dass Du den Meinungspluralismus einer Demokratie stark verinnerlicht hast.

Man ist nicht zwangsläufig ein Rassist, nur weil man anerkennt, dass Menschen unterschiedlich aussehen oder dass es unterschiedliche Kulturen gibt. Rassismus wird es erst, wenn man die optische Unterschiede generell kulturellen und vor allem individuellen Eigenschaften zuordnet. Genau das machst Du aber nicht und daher erkenne ich darin keinen Rassismus.

Sich zu wünschen, nicht für die Verbrechen seiner Vorfahren schuldig gesprochen zu werden, ist meines Erachtens völlig normal. Dass man dieses Bedürfnis auch mit Rechtsextremen treilt, dafür kann man ja nichts. Zum Glück gibt es aber auch immer weniger Menschen, die uns Deutsche mit diesen Verbrechen in Verbindung bringen. Ich denke aber, dass alle Menschen (nicht nur wir Deutsche) die historische Verantwortung haben, Fehler nicht zu wiederholen. Das gilt für den Holocaust ebenso wie für Hexenverbrennungen und andere Gräuel.

Was den "Werte- und Kulturverfall" angeht, so verstehe ich die Sorge. Historisch betrachtet gibt es aber immer beides: einerseits eine Bewahrung von Tradition und Kultur, andererseits aber auch eine Vermischung von Kulturen, die wiederum etwas ganz Neues hervorbringt. Da wäre ich selbst nicht so pessimistisch. Wir heutigen sind doch auch das Produkt aus Bewahrung und Vermischung. Das letztlich macht die Vielfalt der Menschheit aus.

Was das Vertrauen in die Demokratie angeht, hilft mir immer die Trennung zwischen dem politischen System und der Tagespolitik. Was das politische System (Grundgesetz, Gewaltenteilung etc.) angeht, hat die Bundesrepublik eine ganz tolle und vorbildlich funktionierende Demokratie! Was die Tagespolitik angeht, spielen leider - da teile ich Deinen Pessimismus - andere Systeme wie Banken, Wirtschaft und Medien rein. Da bin ich aber optimistisch, dass wir da eine demokratischere Lösung finden.

Deine verfassungsrechtlichen Bedenken bezüglich der NPD und der Linken teile ich. Aber warum sollten ausgerechnet die Grünen nicht demokratisch sein? Ein Großteil Deiner Ansichten wäre durchaus mit dem Parteiprogramm der Grünen vereinbar und mir fällt nichts ein, wo die Grünen mal nicht freiheitlich-demokratisch gewesen wären.

Zum Schluss, um Deine Frage zu beantworten:

Meiner Einschätzung nach bist Du in Deiner Wirtschaftspolitik leicht links von der Mitte (Grün bis Linke), in Deinem Kulturpessimismus konservativ (CDU/CSU), in Deinem Menschenbild einfach demokratisch, in Deiner Außenpolitik sozialliberal (SPD, FDP) und in Sachen Umwelt und Entwicklungshilfe grün. Also: ein konservativer Kulturpessimist mit demokratischer Gesinnung, mit grünen Streifen, sozialliberaler Weltoffenheit und einem progressiv-linken Wirtschaftskonzept. Willkommen in der Postmoderne! :)

Ne, im Ernst: Ich halte es für vernünftig, nicht dogmatisch einer Ideologie hinterherzulaufen, sondern Situationen und Herausforderungen sowie Themen und Menschen individuell und differenziert zu betrachten - auch wenn nicht immer eine klare Meinung am Ende steht. Das ist im Grunde doch das schöne an einer Demokratie.

Was die Wahlen betrifft: hier stehen ja immer ganz spezielle Themen zur Debatte. Dann muss man für sich Schwerpunkte setzen, was einem akut am Wichtigsten ist und die Partei finden, mit der man am meisten Positionen teilt. Mir gelingt das immer ganz gut. Ich wünsche Dir, dass Du auch Deinen Weg findest - und ich wünsche Dir auch etwas Vertrauen und Optimusmus für die Demokratie und für die Zukunft.

Ich heiße das Nazi-Regime für die heutige Gesellschaft für unbrauchbar

du bist ein opportunistischer Flachbild-Demokrat und wärst vor 70 Jahren wohl ein veritabler Mitläufer gewesen. Da war man ja dann wohl deiner Meinung, über die Brauchbarkeit des "Regimes" für die Gesellschaft :/

Ich glaube nicht, dass die Bundesrepublik eine richtige Demokratie ist ...

Du packst alles schön in Schubladen, immer ein bisschen hiervon, ein bisschen davon, nur nirgends anecken und jedem seine Plattitüden und Vorurteile gönnen, und wenn du alles umrührst wird aus dem Schwarz/Weiß-Denken doch bloß ... na son Khaki, bestenfalls

Also, im Großen, im Ganzen bist du für jede Partei geeignet, du kannst dich bestimmt gut "einfügen".

Dieses Mal halt nicht gegen Rassen die anscheinend minderwertig sind, sondern gegen wirtschaftlich schwache und nicht so Leistungsfähigen. (Die nächsten Opfer von Massenvernichtungen?) Hoffentlich nicht!

Ich bin eher für die traditionelle Frauenrolle. Habe nicht gegen Homosexuelle aber man sollte die Öffentlichkeit nicht ständig damit belästigen und schon mittags um 14:00 Männer in Frauenklamotten zeigen.

Leseempfehlung: http://tinyurl.com/biedermann-brandstifter

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Gruß

Andy

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