Was für ein Wirtschaftskonzept hatten die Nationalsozialisten?!

4 Antworten

Ich bin mir nicht sicher, aber soweit ich weiß, war das Wirtschaftssystem wirklich Planwirtschaftlich, genau wie in allen Diktaturen. Woher das Sozialistisch kommt, weiß ich auch nicht, vllt um besser vom Volk angenommen zu werden?

Die Frage ist nun wirklich alles andere als dämlich. Zumal sich eine Menge Historiker mit der Wirtschaftspolitik des NS befasst haben.

Du hängst aber zu sehr an einem Namen und verwechselst ihn mit der realen Politik. Die Christlich-Demokratische Union macht auch keine christliche Politik, nur weil sie so hiesse (ihr Antikommunismus verglichen mit der Gütergemeinschaft und Besitzlosigkeit der Urchristen ist schon ein krasser Gegensatz).

Die NSDAP hat sich ihren Namen schon 1919 gegeben, da war ein Adolf HitIer noch gar nicht dabei gewesen. Da war die Mehrheitsströmung in diesem Splittergrüppchen von der Grösse eines Ortsvereins noch ganz anders als bei der Machtübernahme 1933.

Am Anfang gab es einen Flügel, der sich selbst sehr wohl als sozialistisch empfand. Der wollte tatsächlich eine Umverteilung von den Reichen zu den Armen. Wenn sie auch nicht dieselben Vokabeln wie die Kommunisten verwendeten. Von denen hatten sie sich aber distanziert, weil ihnen an der kommunistischen Bewegung der Internationalismus missfiel. Im sozialischen Internationalismus ist nämlich kein Platz für Hassgefühle gegen andere Völker. Ebensowenig gegen z.B. Franzosen ("Erbfeind"), Polen oder Juden.

Diese rassistischen und nationalistischen Arbeiter, die die NSDAP gründeten, wollten die Ursache der Probleme eben nicht in erster Linie bei einer weltweit gleichen Problematik der Ausbeutung von Armen durch Reiche suchen, sondern in einer gedachten Ausbeutung armer Deutscher durch reiche Kräfte, hinter denen immer irgendwelche ethnisch-nationale Gruppen steckten. Also vereinfachend gesagt: jüdische Kapitalisten, Franzosen, Engländer usw. beuten deutsche Arbeiter aus.

Weil sich die kommunistisch-sozialistische Bewegung auf das Schärfste von diesem nationalistisch-rassistischen Einschlag distanzierte, gründeten sie eine eigene Bewegung.

Später formierte sich diese Strömung innerhalb der Partei vor allem in der SA. Während HitIer sich immer mehr zu den grosskapitalistischen Kreisen bewegte, auf deren Empfängen Hände schüttelt und Spenden einsammelte.

Er selbst sah in der SA ein Putschrisiko aufgrund von deren Unzufriedenheit mit seinem Kurs und beseitigte daher überraschend 1935 deren Führer, einschliesslich Röhm und Strasser.

Die darauf folgende Wirtschaftspolitik war klar kapitalistisch. War aber ein kapitalistisches System, in der der Staat unmissverständlich bestimmte, wer wo wieviel Profit machen durfte. Immer orientiert auf die Erhöhrung der Kriegesbereitschaft, die als Ziel unstrittig war. Eine freie Marktwirtschaft im heutigen Sinne, in der die Konzerne die Politik als Marionetten führen, war das nicht.

Deine Darstellung ist sehr ausführlich, jedoch möchte ich eine Aussage richtig stellen: Zwar wurde diese Partei nicht von Hitler gegründet, aber zum Gründungszeitpunkt trug sich auch nur den Namen "DAP". Das NS wurde erst von Hitler hinzugefügt.

Im Übrigen noch eine kleine Anmerkung: Die Nazis übernahmen bewusst Dinge aus der sozialistischen Bewegung, um die kommunistischen Arbeiter für sich zu gewinnen. Daher wählten sie auch eine rote Fahne als ihre Flagge.

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@Trevrizent

Ja, das ist richtig. Den genauen Namen der Gruppe hatte ich gerade nicht griffbereit und war auch zu faul, ihn nachzuschlagen. DAP heisst Deutsche Arbeiterpartei (für den Fragesteller).

Die Fahne hatte dabei den Vorteil, einerseits mit einer Menge Rot an die der sozialistischen Arbeiterbewegung zu erinnern, andererseits mit den drei Farben rot, weiss und schwarz auch der Reichsfarbe des Kaiserreichs zu entsprechen, womit man beim konservativen Bürgertum ankam.

Damit waren zwei Fliegen mit einer Klatsche erwischt.

Der Arbeiterbewegung geklaut war auch die "Hymne der Bewegung", das Horst-Wessel-Lied. Die Melodie soll ein damals relativ bekanntes Arbeiterlied aus Berlin-Wedding gewesen sein, der Text nimmt recht starke Anklänge an die Internationale, vor allem mit dem Schluss.

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Oft wurde vom Staatsmonopolistischen Kapitalismus gesprochen. Soll sogar 5 Jahresplan gegeben haben.

"Soll gegegeben haben"? Wenn es in Göring einen amtlichen Beauftragten für diesen Plan gab?

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Fünf-Jahrespläne gab' s in der DDR. Vier -Jahrespläne waren es bei den Braunen.

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