was für ein gefühl haben schiedsrichter wenn sie eine rote karte geben?

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6 Antworten

In dem Job als Schiedsrichter sollte man nach Möglichkeit keine Gefühle empfinden, vor allem aber nicht bei Spiel- und persönlichen Strafen. Gehandelt wird lediglich nach Regelwerk und mit Fingerspitzengefühl. Dies gilt selbstverständlich auch für den Feldverweis.

Ehrlich gesagt:

Meist gar keines. Zumindest während des Spiels und unmittelbar nicht.

Wenn überhaupt kann man nur von einem "Gefühl" im Moment des Entscheidung sprechen.

Das schwankt dann von "soetwas von unnötig" bis hin zu  lange Verdient. Seltener ist es Mitleid. 

Einen Feldverweis auf Dauer (das ist übrigens die korrekte Bezeichnung, Kurzform FaD) überlegt sich jeder SR genau, denn der FaD gehört zu den sogenannten "Spielentscheidenden Strafen".

Während des Spiels denkt man nach dem FaD nicht lange d´rüber nach, erst nach dem Spiel rückt wieder die Erkenntniss ins bewusstsein, das der FaD jetzt erst richtig Arbeit bedeutet.

Für jeden Feldverwesi muss (mindestens) ein Sonderbericht geschrieben werden, der beim Fussball Verband einzureichen ist. In vielen Fällen kommt es dann zu einer Sportgerichtsverhandlung, bei der der SR ebenfalls in vielen Fällen Anwesend sein muss.

Alles im Allen bedeutet ein FaD zusätzlich noch einmal fast einen halben Tag Aufwand nach beendigung des Spiels. Glaub mir, das macht keiner Gerne.

Ich glaube, die bekommen dabei eine Erektion.

Mignon5 22.01.2017, 08:21

Danke für den morgendlichen Lacher! :-)

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GoodFella2306 22.01.2017, 08:22

immer gerne! Ich wünsche dir einen angenehmen Sonntag!

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Ich aus meiner Sicht kann es dir so sagen:

Erst mal kommt, wenn die Szene entsteht bzw. geschehen ist, mir so ein komisches Gefühl hoch: "oh Gott, das ist klar rot."
Dann geht man hin und beruhigt die Situation. Und dann eben die Karte zeigen. Und ab diesem Moment bin ich meistens (so selten wie es vorkommt, so genau erinnert man sich dran) für einen Moment gelähmt und schreibe erst mal, nachdem ich Reaktion abgewartet habe. Und je nach dem, was dann kommt, geht es weiter. Verlässt der Spieler schnell das Feld? Geht er in die Kabine? Kommen Proteste von der Bank, von Mitspielern, evtl sogar von den Zuschauern? Das alles weiß man nicht. Natürlich fühle ich mich im ersten Moment schlecht, ihn des Feldes zu verweisen, aber so sind die Regeln.
Und dann wird einfach normal weitergespielt. Das einzige, was dann noch bevorsteht, ist, wenn beide dann in die Schiedsrichter Kabine kommen und sich wieder vertragen haben und um Reue bitten. Aber da ist es zu spät. Man kann es zwar in den Bericht schreiben, aber es ändert an der Karte nichts. Und dann kommt wieder das Gefühl: "hast du alles richtig gemacht? Warst du zu hart? Wie hätte man es anders machen können?"
Aber dann sage ich mir immer: "alles gut, so wie es war." Solange man nachher noch sachlich ist und der Schiedsrichter dennoch von allen wahrgenommen wird und "Danke, schönes Wochenende / schönen Samstag / Sonntag noch" gewünscht wird, kann es ja nicht so schlimm gewesen sein... :)

Meine Wahrnehmungen und Erfahrungen...

Sie tun es wohl nicht gern, aber wer sich daneben benimmt, fliegt raus.

Frag sie mal. Die Gefühle werden unterschiedlich sein.

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