Was für ein Erwachsener wird aus einem Kind mit Trennungsängsten?

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11 Antworten

Hallo,

die von Dir und anderen genannte 'Psychose' entsteht eigentlich gar nicht aus 'Trennungsängsten' sondern entsteht viel eher, wenn ein Kind nicht nur Angst davor hat, sondern tatsächlich sehr sehr oft, und zwar in der frühesten Kindheit, als Säugling (von 0 - 18 Monate) allein gelassen wurde. So ein Kind entwickelt eine verstärkte Synapsenbildung im Gehirn, da es zu wenig soziale Anregungen von Außen erfährt. Diese verstärkte Synapsenbildung kann später dann zu schizoidem Verhalten (was im Rahmen des normalen liegt) führen, birgt aber auch die Gefahr einer späteren Psychose.

Das, was Du aber beschreibst: die Angst vor Trennung ist ein dem rein depressiven Spektrum zuordbares Phänomen. Depressiv und Schizoid (also psychotisch) sind zwei völlig unterschiedliche Dinge. Die Wahrscheinlichkeit einer späteren Depression ist hier groß, wenn die Trennungsangst sehr ausgeprägt ist, und darauf sollte geachtet werden! Jemand, der Angst vor Trennungen hat, hat immer depressive Anteile. Je mehr Angst, desto mehr depressive Anteile. Ein ausgeglichenes, selbstbewußtes Kind wird im Alter von ab ca. 3-4 Jahren weder besondere Angst vor der zeitweiligen (z.B. Kindergarten) Abwesenheit der Mama haben, noch sich völlig gleichgültig von der Mama abwenden und diese ignorieren. Eine Depression gehört nicht zu den Psychosen sondern zu den Neurosen. Es gibt Tests und Fragebögen, womit man Depressionen, die auch oft schon bei Kindern vorkommen, erkennen kann.

Ich würde sagen, "vorprogrammiert", also zwangsläufig, ist gar nichts. Von daher kann man nicht generell sagen, welchen Einfluß Trennungsängste auf die Entwicklung eines Menschen haben.

Psychosen entstehen auch nie aus "einer" Ursache, es ist immer eine Entwicklung mit vielen Rahmenbedingungen und Einflüssen.

Was man tun kann? Das hängt von der Fragestellung ab. Geht es darum, in welcher Situation Du jetzt bist ("und jetzt hab ich ständig angst das mein Freund mich verlässt")? Oder machst Du Dir eher Gedanken darum, wie Du mal als Mutter handeln wirst/willst ("Und wenn ich mal Kinder hab hab ich auch angst das ich sie so arg bemuttere wie meine Mutter mich!")?

Auf jeden Fall hast Du alle Möglichkeiten in Dir, nichts ist unveränderbar vorprogrammiert. Dass Du Dir Gedanken darüber machst, zeigt ja schon, daß Du auf einem guten Weg bist!

Das kommt drauf an, wie schlimm die Ängste sind. Geh auf jeden Fall zum Kinderpsychologen! Die können das einschätzen und bei Bedarf auch therapieren. Je früher gehandelt/gegen gesteuert wird, desto besser fürs Kind! Im Zweifelsfall sind die Chancen hoch, dass aus ihm sonst ein neurotischer, traumatisierter Erwachsener wird.... Und das willst du sicher nicht!

Ich hatte furchtbare Angst, wenn meine Eltern ohne mich fortgingen. Immer hatte ich Panik, dass denen was passiert (ich hatte also keine Angst selbst alleine zu sein bzw. dass mir was passiert). Wobei man noch sagen muß, dass ich selbst überbehütet (Einzelkind) aufgewachsen bin. Die Konsequenz: ich habe mir selbst nichts zugetraut und war immer eher Einzelgänger. Mittlerweile bin ich 40. Ein Trauma oder eine Psychose habe ich nicht entwickelt, obwohl ich sicherlich immer noch ein engeres Verhältnis zu meinen Eltern habe, als die meisten. Ich führe allerdings im Ggs. dazu ein normales Leben mit eigener Familie - Mann und Kind. Der einzige "Nachteil": meine Kleine wird auch von mir begluckt. Das sie erst knapp 10 Monate alt ist, ist das noch o.k., aber ich könnte mir vorstellen, dass ich sie ähnlich behandele, wie meine Eltern mich - ich versuche, mich da zu kontrollieren, aber das wird wohl nicht einfach....

Ja genauso ging es mir auch als Kind und jetz hab ich ständig angst das mein Freund mich verlässt obwohl er mir ständig sagt das er mich liebt das is zum verrückt werden! Und wenn ich mal Kinder hab hab ich auch angst das ich sie so arg bemuttere wie meine Mutter mich!

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Psychosen können müssen aber nicht entstehen. Die meisten Kinder sind auf jeden Fall vorbelastet und rein statistisch gesehen, später auch selten in der Lage glückliche Beziehungen zu führen.

Wenn die Trennungsangst rational begründet ist - Scheidung, Todesfall, etc. - kann sie verarbeitet werden. Erscheint sie grundlos, sehe ich eine pathologische Komponente.

entschuldige aber was heißt das?

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Es kann, aber muss nicht sein. Es ist eine grosse verantwortungsvolle Aufgabe, dem entgegenzukommen. Alleine ist das jedoch nicht machbar. Ziehe Auskuenfte auch ueber einen Fachmann ein.

Unter Trennungsängsten verstehe ich, Trennungskinder und Kinder die von ihren Eltern getrennt wurden. Zum Beispiel als Kleinkind einen Verlust erlitten haben. Es kann ein Erwachsener mit Bindungsproblemen daraus werden. Zum Beispiel jemand, der sehr klammert, sehr eifersüchtig ist und ständig unter Verlustangst leidet unter der Angst leidet, seinen Partner zu verlieren. Oftmals halten solche Erwachsenen dann an Partnerschaften immernoch fest, selbst wenn die Partnerschaft eigentlich nichts positives mehr bringt.

Oder sie lassen keine Nähe zu, lassen sich auf niemanden länger ein, ebenfalls als Selbstschutz , verletzt zu werden.

ja ich kenne ein Adoptivkind, das unheimliche Bindungsprobleme hat.

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@peunty

Ja , solche frühen Verluste können sehr stark dazu beitragen, besonder auch, da die ersten 3 Jahre sehr prägend sind, bezüglich auf das Gefühl: Verlassen werden.

Auch Babys die als Kind nächtelang durchschreien mußten, weil die Eltern das für die bessere Erziehungsmethode hielten, haben Verlassenwerden erfahren und dieses Gefühl prägt so tief , daß man als Erwachsener "belastet" sein kann.

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@moon73

Das denk ich auch wenn ich aber anderen davon erzähle halten die mich für doof weil die sagen dann "das man Kinder auch mal schreien lassen muß" ich finde das furchtbar und könnte es auch glaub ich gar nicht!

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@Runnaway

Babys soll man nie stundenlang schreien lassen, deine Haltung ist richtig und du bist rein gar nicht doof. Die anderen,das sind die dummen, die glauben, dem Baby macht das nichts.

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wenn er keine therapieren macht und versucht seine Ängste zu bekämpfen wird aus ihm ein Erwachsener mit Trennungsängsten-

Was für den Partner sehr schlimm werden kann, da er dann klammert...

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Unsinn! Wenn das Kind jetzt solche Ängste hat, muss man mal nachfragen, woher das kommen kann. Traumatata und Psychosen haben sehr prägende Auslöser (wenn sie denn in der Kindheit stattfinden)

lies mal hier http://www.ifs.at/263.html

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