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Also "soziale Marktwirtschaft" impliziert schon Einmischung durch den Staat. In einer sog. "freien Marktwirtschaft" mischt sich der Staat nicht ein, sondern stellt nur die rechtlichen Rahmenbedingungen zur Verfügung (Privatrecht, keine Regulierung); in einer "sozialen Marktwirtschaft" tut er das dann schon, um Marktversagen zu beheben und die Menschen freier zu machen, und in einem "Sozialismus" mischt er sich dann so sehr ein, dass es überhaupt keinen Markt mehr gibt, jedenfalls nicht zur Bereitstellung von Gütern, einen politischen Markt gibt es wohl noch.

Beispiele sind die gesetzliche Krankenversicherung, der Mindestlohn, Arbeitslosengeld, Streikrecht, Kündigungsschutz, kostenlose Schulbildung,...

dankeschön. ich habe das Beispiel des Ressourcen Schutzes gewählt. kann mir jemand erklären in wie fern der Staat in den Ressourcenschutz der sozialen Marktwirtschaft eingreift? :-)

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@Kralexandian

Ökonomische Erklärung (Art des Marktversagens): Negative externe Effekte

Politische/Rechtliche Lösungen: CO2-Zertifikate, Kraftstoffsteuern, Ausweisung von Naturschutzgebieten, Umweltplaketten,...

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@schneeblumeA

Aber nochmal: Der Staat greift damit in die "freie" Marktwirtschaft ein und macht sie zu einer "sozialen". Zu sagen, er greife in die soziale Marktwirtschaft ein, ist begrifflich einfach falsch.

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@schneeblumeA

Ist letztlich einfach eine Frage der Definition. Erhard selbst hat klar geäußert, dass eine soz MW nur dann sozial sein kann, wenn sie frei ist. Insofern ist der Begriff im Sinne seines großen Vaters eher irreleitend und wurde wohl (auch) aus populistischen Gründen eingeführt.

Jedoch gibt es unterschiedliche Konzepte der soz MW. Erhard, der ziemlich liberal war, unterschied sich stark vom Interventionisten Müller-Armarck. Und Erhard wiederum war nicht ganz so liberal wie Hayek, der aber immer noch mehr Staat (sprich Mindestsicherung) als Mises forderte. 

Heute ist SMW in D. mE nur noch ein leeres Wort, das jeglichem Sinn entbehrt. Weder folgt man den Ideen Erhards noch denen Müller-Armarcks. In D gibt es einfach eine zu starke Tendenz zur Planwirtschaft und exzessiven Staatseingriffen, das die Verwendung des Begriffes SWM irgendwie sinnführend wäre.

Versteht man SMW im Sinne Erhards, oder gar im Sinne Hayeks und Mises', dann ist es mE schon korrekt von Staatseingriffen zu sprechen - kein inhärenter Widerspruch :)

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Die soziale Marktwirtschaft ist eine Folge der staatlichen Einmischung. Ohne den Zwang zu einer Sozialversicherung für Arbeitnehmer wäre an der Marktwirtschaft vermutlich überhaupt nichts sozial.

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