Was für Argumente sprechen gegen die vollständige vegane Ernährung?

17 Antworten

Was für Argumente sprechen gegen die vollständige vegane Ernährung?

Im wesentlichen, dass sie sehr schwer so zu gestalten ist, dass sie ausreichend mit allen Nährstoffen versorgt. Denn bei Veganern ist häufiger als beim Durchschnitt der Bevölkerung ein Mangel an Calcium, Eisen, Omega 3 Fettsäure EPA, Omega 3 Fettsäure DHA, Proteinen, Vitamin D, Zink, Jod, Kreatin und Vitamin B12 festzustellen: https://de.wikipedia.org/wiki/Veganismus#Gesundheitliche_Aspekte

Mittlerweile wissen wir, dass diejenigen Menschen, die einer pesco-vegetarischen Ernährung den Vorzug geben in der Summe gesünder sind als diejenigen Menschen, die sich rein vegetarisch ernähren. Und diese Vegetarier sind in der Summe gesünder als die Menschen, die sich vegan ernähren. Und die Veganer sind in der Summe gesünder als die Menschen, die viel rotes und verarbeitetes Fleisch essen.

Sortieren wir also aufsteigend die Ernährungsformen von weniger gesund zu gesünder kommen wir zu der Reihenfolge

  1. fleischlastige Ernährung
  2. vegane Ernährung
  3. vegetarische Ernährung
  4. pescetarische Ernährung

Quelle: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25751512

Vegan oder ominvor für die Umwelt?

Auch das hängt davon ab, wie Du eine vegane (oder jede andere) Ernährung gestaltest. Wenn Du anstelle eines tierischen Produktes vom benachbarten demeter Hof Avocado, Mandeln, Quinoa oder Bananen aus Übersee importierst, hast Du auch für die Umwelt mehr Schaden angerichtet als der Omnivorek, der sich regional ernährt.

Alex

Uns fallen keine Argumente ein, die gegen eine vegane Ernährung sprechen. Ganz im Gegenteil, vieles spricht dafür. Eine vegane Ernährung rettet vielen Tieren das Leben und kein Lebewesen muss für ein kurzes Geschmackserlebnis grausam getötet werden. Für die Umwelt bedeutet die vegane Ernährung zum Beispiel, dass deutlich weniger Ressourcen wie große Landflächen oder Wasser verbraucht werden. Auch könnte man alle Menschen dieser Welt ernähren und niemand müsste mehr Hunger leiden, würden sich alle Menschen für eine vegane Lebensweise entscheiden. Das kann man ganz einfach dadurch erreichen, indem man pflanzliche Lebensmittel direkt konsumiert statt über den Umweg des Tiermagens. Auch ist eine ausgewogene vegane Ernährung sehr gesund und senkt das Risiko, an Krankheiten wie Herzinfarkt zu erkranken. Es gibt also viele Gründe, die für eine vegane Ernährung sprechen. 🙂🌱

👉 https://www.peta.de/veganleben/warumvegan/

Woher ich das weiß:Beruf – Wir setzen uns seit 27 Jahren gegen Tierausbeutung ein
Auch könnte man alle Menschen dieser Welt ernähren und niemand müsste mehr Hunger leiden, würden sich alle Menschen für eine vegane Lebensweise entscheiden.

Das stimmt einfach nicht, weil es einen zu großen logistischen Aufwand erfordern würde, der wiederum zu Ausbeutung der ärmeren Bevölkerung führen würde. Aber was kümmert's mich in meinem Elfenbeinturm?

Die Eat-Lancet-Kommis­sion, der Experten der gemeinnützigen Stiftung Eat und des Medizin-Fach­blatts The Lancet angehören, haben eine Ziel­vorgabe für eine gesunde Ernährung und nach­haltige Lebens­mittel­produktion erarbeitet.

Damit ist es möglich, 10 Milliarden Menschen bis zum Jahr 2050 gesund zu ernähren, ohne dass die Erde dadurch Schaden nimmt. Diese Zielvorgaben haben sie zusammengefasst als "Planetary Health Diet". Und diese "Planetary Health Diet" schlägt vor, dass sich der Verzehr von Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten und Nüssen verdoppeln muss und der Konsum von rotem Fleisch und Zucker muss sich dagegen mehr als halbieren.

Ein Empfehlung für eine rein vegane Ernährung wird aber nicht ausgesprochen. Hier eine Aufstellung der empfohlenen Ernährung (Mengenangaben gelten pro Tag, Werte in Klammern geben die Bandbreite an)

Grundlage

  • Vollkorngetreide: 232 g
  • Knollen und stärkehaltiges Gemüse: 50 g (0 - 100)
  • anderes Gemüse: 300 g (200 - 600)
  • Obst: 200 g (100 - 300)
  • Milch­produkte: 250 g (0 – 500)

Eiweiß

  • Rind, Lamm, Schwein: 14 g (0 - 28)
  • Huhn/Geflügel: 29 g (0 - 58)
  • Eier: 13 g (0 - 25)
  • Fisch: 28 g (0 - 100)
  • Hülsenfrüchte: 75 g (0 - 100)
  • Nüsse: 50 g (0 - 75)

zugesetzte Fette

  • ungesättigte Fette: 40 g (20 - 80)
  • gesättigte Fette: 11,8 g (0 – 11,8)

zugesetzte Zucker

  • Zucker: 31 (0 - 31)
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Wenn man sich vegan ernährt, dann sollte man sich sehr genau über diese Ernährungsweise informieren und wissen, wo man die benötigten Nährstoffe herbekommt. Auch sollte man seine Mahlzeiten bedarfsgerecht planen. Da kann man auch einiges falsch machen.

Dann wären noch Unverträglichkeiten, Allergien und Abneigung gegen bestimmte Nahrungsmittel zu nennen. Aus eigener Erfahrung (habe das mal 5 Jahre lang ausprobiert) : Wenn man auf Nüsse allergisch ist und Sojaprodukte, Chiasamen u. Ä. nicht mag, dann wird die Versorgung mit bestimmten Nährstoffen etwas schwierig.

Geschmackliche Vorlieben wäre noch ein Punkt, der dagegen spricht. Es kann nicht jeder aus Idealismus verzichten und Ersatzprodukte kommen meist nicht an das Original heran.

Eine vegane Ernährung mit Fertig- und Ersatzprodukten wäre für mich zum Beispiel unvorstellbar. Das bedeutet, der Zeitaufwand in der Küche ist höher, wenn man alles selber kocht und zubereitet. Diese Zeit hat nicht jeder.

Ausserhalb des eigenen Zuhause ist es mitunter schwierig, ein veganes Essen zu bekommen. Das Angebot hat sich schon gebessert, aber es ist immer noch begrenzt. Auch im sozialen Miteinander kann das zu Problemen führen- als Stichpunkte würde ich Firmenfeiern, Essenseinladungen und Ähnliches anführen.

Ich bin der Meinung, dass sich schon jeder bewusst mit seiner Ernährung ind der Herkunft seiner Lebensmittel auseinandersetzen sollte. Das muss aber nicht zwangsläufig zu einer ausschliesslich veganen Ernährung führen. Es gibt da noch mehr Möglichkeiten. Man kann seinen Fleischkonsum reduzieren, kann sich vegetarisch oder vegan ernähren- wichtig ist, dass man auf die Herkunft seiner Lebensmittel achtet.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Seit 15 Jahren Vegetarier.

Oh, da gibt es so einige "Pseudo"-Argumente:

  • Ignoranz,
  • Gewohnheit,
  • Indoktrinierung,
  • Manipulation von kleinauf,
  • "Tradition",
  • Gedankenlosigkeit,
  • Bequemlichkeit,
  • Lobbyismus derer, die vom Leid anderer leben bzw. profi"tieren" - usw...

Zum Schluss ein Zitat von Andreas Grabolle am Ende seines Buches "Kein Fleisch macht glücklich":

  • Wenn du es willst, findest du einen Weg - wenn nicht, eine Entschuldigung!"

Entscheide du für dich alleine, - ohne Scheuklappen - welchen Weg du gehen möchtest...;)

Zu teuer, schmeckt möglicherweise nicht, Einschränkungen in der Ernährung

"Schmeckt möglicherweise nicht" kann aber auch nur ein Argument sein, wenn man nicht kochen kann/will oder einfach komplett kreativitätsbefreit ist. Aber selbst dann kann man ja noch im Internet nach Inspiration suchen.

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