Was führt zur Skepsis von Sophisten?

2 Antworten

Sophisten sind griechische Philosophen zur Zeit des Sokrates. Sokrates ist sozusagen der Bekannteste von ihnen. Protagoras, ein anderer bekannter Sophist hat den Leitspruch dieser Philosophengruppe geprägt: Der Mensch ist das Maß der Dinge. Dass Protagoras z.B. bei Wikipedia unter Vorsokratiker geführt wird, zeigt, welcher Käse da geschrieben wird. Er war etwas älter als Sokrates, sodass man Sokrates evtl. als Nachfolger betrachten kann. Doch wie Sokrates haben alle Sophisten die erstarrten Wertgefüge der griechischen Stadtstaaten, vor allem Athens hinterfragt. Das war von alten religiösen Überlieferungen geprägt. Weil auch Sokrates - ganz in Sophistenmanier - von seinem Dämon als Maßstab für seine Werte sprach, sprich sein Gewissen, wurde er als Lästerer der alten religiösen Ordnung angeklägt. Die Sophisten haben wie Sokrates noch nichts Schriftliches hinterlassen sondern ausschließlich mündlich gelehrt, diskutiert und waren insoweit gelehrte Unterhalter. Denn damals gab es ja weder Radio noch Fernsehen. Sie wurden zu Gastmählern eingeladen, um mit ihren kritischen Fragen auch zu unterhalten. Davon lebten sie.

Sie wurden zu Gastmählern eingeladen, um mit ihren kritischen Fragen auch zu unterhalten. Davon lebten sie.

Das stimmt nicht ganz. Die Sophisten waren doch berühmt dafür, für (teilweise sehr viel) Geld Unterricht zu geben und als eine Art Anwalt zu arbeiten. Dafür haben Platon und co. sie gehasst.

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@TeeEi

Sie haben, und darin war auch Sokrates großer Meister, Rhetorik gelehrt. Das Studium der Rhetorik war damals Grundlage, um erfolgreicher Anwalt oder Politiker zu werden. Einige waren auch Arzt (Eudoxos) oder als Techniker, Dichter und Geschichtenerzähler, Vorträger der alten Verse bewandert. Man muss sich vorstellen, dass es damals keine uns heute bekannt Unterhaltung durch irgendwelche Medien gab. Das Streitgespräch war auch eine Form der Unterhaltung.

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@berkersheim

Ja damals wurden viele Leute als Sophisten bezeichnet, ich würde den Sprachgebrauch spontan als "Experte" übersetzen. Aber in denke, in dem Kontext hier können wir die Sophisten auf die Philosophen bzw. Rhetoriker beschränken.

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Ach ja, von Gorgias sind Fragmente erhalten. Protagoras soll auch einiges geschrieben haben, nur sind heute davon nichts im Original erhalten, sondern als Zitaten in Werken von anderen Philosophen.

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DANKE !

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Infolge des sozialen Abstiegs des alten Adels und der Durchsetzung der Herrschaft des Demos in Athen trat eine intellektuelle Revolution in Erscheinung, die als Ausdruck einer Traditionskrise zu einem Angriff auf die religiöse Überlieferung führte und durch eine Gruppe von Wanderlehrern repräsentiert wurde, die man Sophisten (Gebildete/Wissenskundige) nannte. Das griechische Wort sophos bedeutet ursprünglich sachkundig und verweist auf einen praktischen Gebrauch des Wissens. Als führende Repräsentanten einer Bildungsbewegung verstanden diese Intellektuellen sich selbst als Erzieher und vermittelten als professionelle Lehrer (gegen hohe Bezahlung) ihrer Klientel, der Jugend der oberen Stände, im Zeitalter aufstrebender Demokratie in erster Linie politische Bildung durch zwei Methoden: Die Disputierkunst und die Kunst der Rede.

Was führt zur Skepsis von Sophisten?

In der Darstellung "Die Vorsokratiker" hat W. Pleger den Unterschied zwischen der gorgianischen Rhetorik und dem sokratischem Logos ganz gut erabeitet.

Er schreibt:: Die Überzeugung, die Wahrheit nicht schon zu besitzen, ist die sokratische Form der Skepsis. Aber diese Skepsis gerinnt nicht zu einer dogmatischen These über die Unerkennbarkeit des Seienden, sondern wird zu einem methodisch fruchtbar gemachten Motiv der gemeinsamen Wahrheitssuche. Die im Gespräch gesuchte Wahr- heit bildet das Merkmal der Unterscheidung von Philosophie und Rhetorik

Quelle- W. H. Pleger, Die Vorsokratiker, Stuttgart 1991, S.167.

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