Was findet Ihr an Fußball faszinierend?

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Die Frage gibt es hier öfter.

Bei mir sind es verschiedene Dinge. Es ist einfach ein unglaubliches Gefühl, mit so vielen Menschen gerade zusammen etwas bestimmtes zu wollen oder zu tun. Es ist einfach ein grandioses Gefühl, wenn man mit 20.000 anderen Menschen zusammen hüpft und singt, sich aufregt, stöhnt, jammer, sich freut, weitere 60.000 unmittelbar drum herum, und gleichzeitig noch etliche Tausende in Kneipen oder zu Hause, die alle das gleiche wollen. Das Gemeinschaftsgefühl ist einfach sehr toll. An einem Spieltag fühle ich mich quasi mit der ganzen Stadt verbunden. Wobei das auch eine Ausnahme ist, wenn hier ein Spieltag ist, ist das nicht wie in anderen Städten, wo man es nicht mal mitbekommt - du kannst es hier haben, dass du auf der Straße angeredet wirst und nach dem Spiel gefragt... Oder du fragst in einer Runde, und 10 Leute können dir sofort sagen, wer wie gespielt, wer Tore, wer Fouls ect begangen hat - die Stadt ist manchmal einfach total auf Fußball fixiert (gut die Ausnahmen fallen mir vermutlich nur nie auf ;-)).

Dazu kommt: Im Alltag, im Job, da muss man sich so oft zurückhalten, höflich sein, sich zivilisiert benehmen. Schreien zum Beispiel ist etwas sehr befreiendes. Aber selbst im Wald wirst du dafür schräg angesehen, in der Stadt sowieso und in der Wohnung kannst du das auch nicht machen. Du kannst beim Fußball, auf dem Fußballplatz endlich auch mal solche Gefühle rauslassen, du kannst dich einfach frei fühlen und das mitten in einer Menschenmenge. Dazu kommt, die meisten mögen ja nicht nur das zuschauen, sondern auch das spielen selber, so wenig Talent die meisten auch haben. Kicken macht auch einfach Spaß.

Was in meinem Fall noch dazu kommt: mein Bruder lebt 250 km weg, mein Vater knapp 700 und ich bin absolut kein Smalltalkmensch - sprich wir sehen uns nicht sehr oft und wir reden auch eher selten - aber wir haben früher bis mein Bruder ausgezogen ist, immer zu dritt Fußball gespielt - es hat immer Spaß gemacht - eine der wenigen Sachen, die wir überhaupt jemals gemeinsam gemacht haben. Als mein Bruder dann auszog, war ich jede Woche mit meinem Vater, der in der Altherrenmannschaft des Dorfes gespielt hat bei den Spielen. Es war immer großartig. Ich war immer die einzige die immer da war - meistens waren nicht mal 11 Spieler bei den Auswärtsspielen da - das eine mal hat die Mannschaft zu 7 gespielt - wir waren auch immer Tabellenletzter, was aber nicht schlimm war, man konnte nämlich nicht absteigen ;-). Ich weiß, dass die Mannschaft, bzw. mein Vater, der Torwart gewesen war, mal in der Zeitung erwähnt wurde, wegen dem zweiten Saisontor überhaupt von der Mannschaft - wohlgemerkt - Tor nicht Punkt - wir haben 9:1 verloren oder so, und es war kurz vor Ende der Saison - soviel Spaß hatte ich sonst nie.

Wenn ich heute also Fußball sehe, fühle ich mich auch immer meinem Vater und meinem Bruder sehr nahe, denn ich verbinde Fußball auch mit ihnen und damit mit Heimat (denn Heimat sind die Menschen, bei denen man sich zu Hause fühlt).

Das Spiel selber finde ich zwar auch immer wieder spannend, kann aber durchaus verstehen, warum es anderen absolut nicht so geht.

Nun ja, das ist es, was ich am Fußball so mag. Sicherlich hat es auch seine Schattenseiten... Dessen ist sich auch jeder bewusst, auch die Fans von Profivereinen.

Allerdings will ich mal allen Leuten was sagen, die denken, Fußball wäre nur was für dämliche (gewaltbereite) Proleten, denn diese Meinung liest man leider immer wieder mal mehr oder weniger unverhohlen: so Unklug wie ihr, sind die Fußballfans zum Großteil zum Glück nicht, denn ihr habt da ganz schön billige Vorurteile - die im Übrigen falsch sind, man findet bei uns Fußballfans jede Schicht, auch jede Bildungsschicht. Im Block um mich herum findet man Lehrer, findet man Akademiker, findet man Handwerker, findet man Arbeiter, findet man mittelständische Unternehmer, findet Studenten, Schüler. Aber wir sind nicht nur die Unterschicht. Und jeder der das wirklich denkt, tut mir ernsthaft leid, denn die sind leider ein bisschen dumm und ungebildet - schade...

Und zu dem gewaltbereit - jedes Heimspiel pilgern 80.000 Leute bei uns ins Stadion - ziemlich oft lese ich danach die Polizeipresseberichte - beim letzten Spiel zum Beispiel, Zitat:

Insgesamt wurden während der Spielbegegnung drei Strafanzeigen bzgl. Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz¹, Körperverletzung und Hausfriedensbruch gefertigt.
Quelle: https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/4971/4201734

Und das ist eher die Regel als die Ausnahme... Tja, wir sind ja offensichtlich alle so gewalttätig, wir Fußballfans...

¹Weil sich Sprengstoffgesetz so fies anhört - da geht es um Bengalos, die schlimm genug sind, aber keine Bomben ;-).

Nachtrag: Und ja, vielen von uns Fans fällt auch auf, wie oft sich politisch unpopuläre Entscheidungen mit großen Sportevents überschneiden.

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Könnte man nicht besser schreiben!

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Wie bei jedem anderen Sport einfach das mitfiebern aber auch besonders bei extrem guten Spielern (Messi etc.) beeindruckt mich auch einfach das können. Zusätzlich gibt es so viele schöne Geschichten im Fußball , z.B. gibt bei ( ich glaube HSV ) einen Spieler ,der vor ein paar Jahren als Flüchtling nach Deutschland gekommen ist, wodurch er natürlich eine Menge Geld verdient oder ursprüngliche Straftäter die durch den Fußball wieder zur Besinnung gekommen sind (ich glaube Troy Deeney ist so einer ) solche Dinge beeindrucken mich einfach.

Hab mich mal für Fussball interessiert, nicht mehr! Heutzitage ist Fussball so kommerziell geworden, es macht kein spass mehr. Es ist kein sport mehr! Es geht nurnoch um cash. Betandwin,tipico, fernsehrechte usw usf.. die ganzen wettanbieteru ihre quoten, wettmafia... als Beispiel;

Eine Topmannschaft liegt i d Tabelle auf m 1. Platz, gegner ist der vorletzte dee Tabelle; eig. sollte der Gewinner schon klar sein, ist aber nicht. Die verlieren weil viele auf ein sieg getippt haben. Das Verhältniss Sieg u pkt/ Geld stimmt nicht bzw die Entscheidung fällt auf Geld! Nein danke Dortmund!

Ich kann mich dafür auch nicht mehr interessieren.

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