Was erwartet man sich bei einer Drogenberatung/Therapie und kann man da auch hin wenn man noch konsumiert...?

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7 Antworten

Zur Drogenberatung kannst du natürlich, wenn du noch konsumierst. Diese dient ja dem Weg aus der Sucht. Dort wird man dir Wege aufzeigen, wie du mit deinem Leben weiter verfahren kannst und aus der Sucht aussteigen kannst, wenn du das denn willst. Es gibt ambulante und stationäre Angebote in der Drogenhilfe. Ambulant, von Räumen zum geschützten Konsum und Beratung über Therapie, Selbsthilfegruppen bis hin zur stationären Aufnahme und Therapie sowie danach eine weitere, ambulante Begleitung und gegebenenfalls Substitution mit "legalen" Ersatzstoffen bei schwerwiegender und langer Abhängigkeit, z.B. bei Heroinabhängigkeit, um z.B. einen Ausstieg aus der Beschaffungskriminalität zu ermöglichen. 

Bei stationären Drogentherapien (die Aufnahme in eine Einrichtung) kenne ich das so, dass man zuerst, je nach Substanz die man konsumiert, also bei einer körperlichen Abhängigkeit, zunächst in eine stationäre Entgiftung geht, um zu entziehen (ins Krankenhaus z.B.). Danach gibt es diverse Übergangseinrichtungen, die den Klienten in der Zeit danach stabilisieren sollen und vorallem Struktur und Alltagsgestaltung bieten und von dort aus sucht man dann nach einer passenden Therapieeinrichtung. Die Wartezeiten können lang sein und so auch der Aufenthalt in einer Übergangs- und Therapieeinrichtung. Meines Wissens nach ist "drogenfrei" für eine stationäre Drogentherapie unerlässlich, auch wenn manche Einrichtungen mit Rückfällen in der Einrichtung arbeiten. (Wenn ein Klient beispielsweise bei einem Ausgang konsumiert, wird dieser nicht gleich rausgeworfen, sondern mit dem Rückfall gearbeitet. Aber das ist ganz unterschiedlich).  

Bei der Drogenberatung bekommst du das, was ich dir oben ansatzweise aufgeschrieben habe, genau erklärt. Deine individuelle Therapie hängt von den Voraussetzungen ab, die du mitbringst. Angefangen von deiner Lebenssituation, was für Drogen du nimmst, ob du physisch oder/und psychisch abhängig bist bis hin zu deinen Zukunftsplänen. Drogenberatungen sind meist kostenfrei, unterliegen der Schweigepflicht und sind eventuell sogar anonym, wenn du das wünschst.  

Je nach dem, in welcher Stadt man lebt, kann man sich über das Internet über ortsnahe Angebote informieren. Die genauen Umstande der Beratung kannst du dann auch entnehme (Stichwort Anonymität, Kosten etc.) Viele sorgen sich gerade um diese Details und scheuen deswegen, den Erstkontakt herzustellen, aber diese Beratungsstellen wollen dir helfen und haben weder das Ziel, dich auszuliefern, noch irgendetwas gegen deinen Willen zu veranlassen.   

Ich hoffe, ich konnte dir weiterhelfen :) 

Ich stimme Maja0403 vorbehaltlos zu - dort findest Du kompetente Ansprechpartner mit Erfahrung, die Dich über die Mögl. aufzuhören beraten, Infos zu Therapien/Einrichtungen/Selbsthilfegruppen etc geben und Dich bei den nächsten Schritten unterstützen.

Auch wenn Du nicht oft konsumierst, jedoch nicht aufhören kannst obwohl Du es möchtest - geh hin!

Aaaalso:
Ich bin Suchttherapeut und studiere aktuell wieder im psychologischen Bereich. Ich gebe dir dazu ein paar Infos, was die normale Abfolge wäre:

Drogen- / Suchtberatung
Hier arbeiten zumeist Sozialarbeiter die sich auf Drogensucht spezialisiert
haben, Psychologen oder Personen mit einem ähnlichen Abschluss. Dort bekommt man in der Regel in kürzester Zeit einen Termin und diese Leute sind genau für solche Leute, die noch etwas planlos sind. Die meisten Klienten in der Suchtberatung, sind abhängig und konsumieren. Die Suchtberater besprechen mit dir den aktuellen Konsum (was / wie viel) und machen sich ein grobes Bild deiner Psyche (labil, depressiv, psychotisch etc.) um dich anschließend aufzuklären was für dich der Beste erste Schritt wäre.

Entgiftung
Starke Abhängigkeit bzw. Sucht: erster Schritt wäre meistens die Entgiftung. Diese findet stationär statt und beginnt logischerweise noch während der Konsument den Stoff konsumiert. Einige Kliniken fordern allerdings, am Tag der Einweisung bzw. Therapiebeginn nüchtern zu sein. Die Entgiftung dauert in der Regel 6 Wochen und es wird nicht all zu viel Therapie gemacht. Es geht hauptsächlich darum deinen Konsum zu unterbrechen und deinen Entzug ärztlich zu betreuen (Psychisch sowie Physisch). Nach 6 Wochen bist du dann "clean" sofern alles gut gelaufen ist, aber natürlich in 90% der Fällen noch abhängig. Kommt sehr häufig vor, dass die Leute aus der Klinik direkt zum Dealer marschieren.

Therapie
Damit dies nicht passiert, erfolgt in der Regel im direkten Anschluss an die Entgiftung, eine Therapie. Es gibt auch hier (für stark Abhängige oder Risikopatienten) die Möglichkeit stationär zu bleiben in Form einer Langzeittherapie (9-12 Monate im Schnitt). Diese Therapien sind voll mit Aktivitäten, Gruppengesprächen, Einzeltherapiestunden usw usw. Markenzeichen der meisten stationären Therapien ist es eben, dass du fast den ganzen Tag Aktivitäten (Sport, künstlerische Hobbys usw) hast, die dich vom Suchtdruck ablenken. Diese Therapie musst du Clean antreten. 

Einzeltherapie
Psychotherapeuten und Suchttherapeuten bieten auch eine ambulante Form der Suchttherapie (bestenfalls begleitet mit Selbsthilfegruppen oder dergleichen), bei der du 1-2 x pro Woche zu einem Therapeuten gehst. Diese betreuen dich natürlich auch wenn du noch Drogen nimmst, oder rückfällig wirst. Wenn die Person noch nicht all zu stark und lange abhängig ist, ist der Schritt in eine 9 Monatige + stationäre Therapie nicht zwingend notwendig, häufig kann hier auch ambulant geholfen werden. Falls dies nicht der Fall ist, wird der Therapeut dich darauf hinweisen.

Falls du speziellere Fragen hast schreibe mir per PM

Das hängt von der Therapie Form ab

Entweder auf freiwilliger Basis
Da fliegst du meistens raus wenn du weder konsumierst
Oder in geschlossener
Aber da kommst du nicht so leicht wo dran

Das hängt teils auch davon ab, ob man freiwillig dorthin geht oder gezwungen ist eine Therapie zu machen.

Was du dir erwartest musst du doch selbst wissen.

Und klar geht man hin, wenn man noch konsumiert. Dafür ist es doch gedacht.

Genau für solche Leute ist das doch gedacht.

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