Was denkt und wie kommt er damit klar, wenn ein Anwalt einen schuldigen Mandanten vertritt?

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4 Antworten

Wir haben eine Verfassung, das allen Beteiligten einen Rechtschutz garantiert. Dieses System ist wurde von sehr klugen Leuten ersonnen, die auf diese Weise unsere Demokratie und die Grundrechte der Bürger zu schützen suchen.

Dazu gehört auch, dass jeder Beschuldigte und sogar jeder Schuldige einen Anwalt haben darf, der dessen Sache vertritt.

Diese Anwälte sind somit ein Teil dieser Garantie, die jeden von uns schützt und ich sehe nicht, warum ein Anwalt sich schämen müsste, auf diese Weise unserer Verfassung zu dienen.

MonsieurInconnu 03.07.2017, 01:02

Hab' ich ja auch nicht gesagt, dass die üblen Leute keinen Anwalt haben sollen... von mir aus (ist ja auch egal was ich sage) sollen die ruhig 10 Anwälte haben. Mir geht es einfach um die Psyche und die Gedanken, die diesen Anwälten dann durch den Kopf gehen... 

Auch ich, sollte ich mal schuldig bei irgendetwas sein, bin froh wenn mich da ein Anwalt so gut es geht raushaut.

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AnglerAut 03.07.2017, 01:04
@MonsieurInconnu

Ich meinte mit meiner Aussage, dass diese Leute wissen, dass sie im Dienste einer guten Sache stehen, auch wenn sie manchmal einen schlechten Menschen oder Verbrecher vertreten müssen. Mit dieser Erkenntnis sehe ich keine Belastung für Psyche oder Gewissen.

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MonsieurInconnu 03.07.2017, 01:10
@AnglerAut

Hmm... also diese Anwälte von üblen oder schuldigen Mandanten nehmen sich also sozusagen als gedankliche Rechtfertigung eben dieses Verfassungsrecht auf einen Anwalt um die unethischen oder gar auch ungesetzliche Aspekte beim Mandat zu überspielen?

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AnglerAut 03.07.2017, 08:19
@MonsieurInconnu

Das würde ich so behaupten. Damit, dass sie diese Menschen unterstützen, fördern sie unsere Verfassung. Diese Rechtfertigung kann hier einem anständigen Menschen helfen.

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  1. Die Schuld wird vor Gericht bewiesen und nur vom Gericht festgestellt. Ein Angeklagter kann auch, ohne dass er es weiß, unschuldig sein. Wenn er dem Anwalt sagt, er habe bspw. einen Mord begangen, bedeutet dies noch lange nicht, dass dem so war.
  2. Ein Anwalt setzt die Rechte ein, die seinem Mandaten zur Verfügung stehen und berät ihn. So sorgt er für ein faires Gleichgewicht gegenüber Richter und Gegenseite. Mehr nicht.
  3. Einen moralischen Konflikt wird es schon geben. Es ist wohl eine Hürde, wie sie in vielen sozialen Berufen anfangs auftreten wird. Eine Psychologin z.B. muss lernen, emotionalen Abstand zu ihren Patienten zu wahren oder ein Polizist wird auf Fälle stoßen, wo er Gewalt anwenden muss, auch wenn dies nur aus dem Zweck der Verteidigung heraus geschieht. Letzten Endes ist der Beruf des Anwalts eine formale Ausführung - ein Handwerk, wie es auch in anderen Berufen anzutreffen ist.
  4. Ein Anwalt kann ein Mandat auch ablehnen. Ein Pflichtverteidiger müsste dafür aber gewichtige Gründe vorlegen, Gewissenskonflikte gehören eher nicht dazu.

Falls dich das Thema noch weiter interessiert, so kann ich dir den Film Zwielicht ans Herz legen, der sich genau mit diesem Thema sehr gut auseinandersetzt.

http://www.imdb.com/title/tt0117381/

MonsieurInconnu 03.07.2017, 01:54

Den Film kenne ich und der Edward Norton ist dann so irgendwie "borderline" also irgendwie mit zwei verschiedenen Persönlichkeiten.

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regex9 03.07.2017, 02:45
@MonsieurInconnu

Ja, er zeigt 2 Persönlichkeiten, als Borderline wird so etwas aber nicht bezeichnet.

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Zunächst kann ein Anwalt im Zivilrecht das Mandat ohne Begründung ablehnen. Tut er das in den von Dir genannten Fällen nicht, wird er auch keine Probleme damit haben.

Im Strafrecht ist das etwas anders. Hier kann ein Anwalt das Mandat zunächst auch ablehnen. Liegt aber der Fall einer notwendigen Verteidigung (§ 140 StPO) vor und er wird vom Gericht als Pflichtverteidiger bestellt, kann er nicht mehr so einfach ablehnen.

Die anwaltliche Vertretung vor Gericht ist eine wichtiger Grundpfeiler unseres Rechtssystems, worüber sich jeder der diesen Berufsweg einschlägt im Klaren sein sollte.

Haha Du hast da amerikanische Spielfilme geguckt und glaubst so sind Anwälte. Selbstverständlich noch nie einen aus der Nähe gesehen. Ja gut so dachte ich auch mal wenn es dich tröstet.

Deine Frage: So was gibt es nicht wie Du es schilderst. Wenn Du einem Anwalt einen Mord gestehst. Dann wird er es auch so vertreten. Da ist nichts mit "komm lass uns beide den Richter anlügen" "Die haben eh keine Beweise." Du hast sozusagen vor deinem Anwalt ein Geständnis abgelegt. Was er machen kann ist schweigen. Dann sitzt Du schweigend mit deinem Anwalt vor dem Richter und der denkt sich auch "Unschuldige schweigen nicht"

Anwälte sind Schweine. Glaubst Du die juckt das ob Du bis ans Lebensende im Knast sitzt oder nicht. Das ist wie wenn der Metzger Vegetarier wäre. Geld ist die einzige Sprache die die sprechen.

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