Was denkt ihr über Atheismus und Atheisten?

19 Antworten

Atheismus im Wortsinn bedeutet ja lediglich die Ablehnung/Verneinung eines oder mehrerer Götter. Es ist also keine Weltanschauung oder -erklärung. Als kleines Gedankenexperiment kann man sich ja mal überlegen wieviele Religionen es auf diesem Planeten wohl geben mag. Schätzungen gehen von einigen Hundert bis zu mehreren Tausend mit sog. Sekten und unterschiedlichen Strömungen innerhalb einer Religion aus. Ist jeder mal ehrlich zu sich selbst, so sind wir dementsprechend alle zu mindestens zu 99,99% Atheisten, denn wir glauben ja i.d.R. an unseren Gott/Götter und an alle anderen nicht. Ergo glaubt der Atheist lediglich an einen Gott weniger. Das sollte zu denken geben. Wenn man sich dann mal mit den Inhalten der heiligen Schriften auseinandersetzt und diese mit heutigen wissenschaftlichen Erkenntnissen abgleicht, bleibt von traditionellen Glaubensinhalten wohl kaum noch mehr als folkloristisches Hintergrundrauschen übrig. Als Beispiel kann hier die Schöpfungsgeschichte prima für herhalten. Ein Gott erschafft zwei Menschen und bestraft sie und ihre Nachkommen über zig Generationen für einen kleinen Regelverstoß (Erbsünde ). Jahrtausende später zeugt dieser Gott mit einer irdischen (Jung-)Frau einen Sohn und lässt diesen im Erwachsenenalter für besagte Erbsünde der Menscheit mit dem Tod büßen. Als Krönung darf der Sohnemann aber ein paar Tage später wieder zum Leben erwachen und zu seinem mordlüsternen Vater in den Himmel auffahren. Mit den Erkenntnissen der modernen Wissenschaft, vor allem der Evolutionslehre, kann diese hanebüchende Geschichte nur noch als absoluter Humbug bezeichnet werden und eine der Kernbotschaften dieser Religion löst sich in Wohlgefallen auf und es bleibt die Erkenntnis, dass es für alle Beteiligten mit Sicherheit gesünder ist, sich auf Beweise und reale Erfahrungen (Evidenz und Empirie) zu verlassen, als vermeintlichen absoluten Wahrheiten, wie sie in Religionen verkündet werden, den Vorrang zu lassen. Die Wissenschaft lässt sich hier eine sehr elegante Hintertür offen: Eine Erkenntnis /Wahrheit gilt solange als richtig und wahr bis sie durch eine bessere ersetzt wird. D.h. es gibt inzwischen wesentlich bessere Erklärungen als sie von irgendeiner Religion angeboten werden. Agnostizismus als auch sein konsequenterer Bruder den Atheismus kann man also getrost als logische Weiterentwicklung des menschlichen Strebens nach Erkenntnis sehen. Und es war ja auch der Baum der Erkenntnis von dem Adam und Eva nicht naschen durften, d.h. wäre es nach der Schöpfungsgeschichte gegangen, wären wir wohl alle besser blöd geblieben. Nee danke!

Ich denke, dass jeder selber prüfen muss, was er glaubt.

Schon klar - Atheisten werden jetzt gleich auf das Wörtchen "glaubt" losgehen ;-) ich hab es aber durchaus ganz bewusst da hingeschrieben. Denn auch Atheisten glauben mehr als sie wissen.

Ich hab persönlich überhaupt kein Problem damit, wenn jemand nicht an Gott glaubt. Selber bin ich Christ. Beide Seiten werden überzeugt sein davon, dass ihre Sicht der Dinge richtig ist.

Leider sehen Atheisten einen Christen oft falsch, bzw. schätzen ihn falsch ein. Wissenschaft und Glauben schließen sich nämlich überhaupt nicht aus. Das haben sehr bekannte Wissenschaftler immer wieder gezeigt :-)

Es sind zwei verschiedene Kategorien. Und man sollte wirklich endlich mal drauf achten, die nicht zu vermischen. Deshalb sind so Fragen wie: "Bitte gib mir Beweise für Gott!" Quatsch. Beweise kommen aus der Naturwissenschaft. Gott kann aber naturwissenschaftlich nicht erklärt werden. Genauso großer Quatsch wäre es, wenn ich frage: "Welche persönlichen Erfahrungen hast du mit dem Urknall gemacht?"

Wenn sich die beiden Bereiche beißen würden gäbe es keine Wissenschaftler, die gleichzeitig Christen sind. Die gibt es aber. Und jede Menge Christen, die sehr an Wissenschaft interessiert sind.

Leider gibt es halt sehr viele Menschen, die das einfach nicht auseinanderhalten können. Meiner Erfahrung nach zu 90% auf Seiten der Atheisten. Das find ich schade - weil ich nämlich wirklich mal sehr gern mit einem Atheisten über seine Überzeugungen reden würde. Aber eben fein nach Kategorien getrennt :-)

Auch über meinen Glauben spreche ich gern mit jedem - wenn nicht immer gleich wieder die Wissenschaft da mit reingeworfen wird.

Fazit:

Ich finde es schade, aber ok, wenn jemand nix von Jesus wissen möchte. Er sollte sich dann nur nicht anmaßen, etwas über meinen Glauben zu wissen.

Wenn sich die beiden Bereiche beißen würden gäbe es keine Wissenschaftler, die gleichzeitig Christen sind.

Es gibt Wissenschaftler, die unwissenschaftliches glauben.

Leider sehen Atheisten einen Christen oft falsch, bzw. schätzen ihn falsch ein. Wissenschaft und Glauben schließen sich nämlich überhaupt nicht aus. Das haben sehr bekannte Wissenschaftler immer wieder gezeigt

Jain. Es gibt keinen notwendigen Konflikt. Aber Wissenschaft und Religionen machen oft Aussagen über dieselben Themen und diese Aussagen widersprechen sich immer wieder. Ich finde ein Vergleich zwischen die Ansichten zweier Leute ist ein guter: Es gibt keinen notwendigen Konflikt dazwischen, was ich glaube und was du glaubst. Aber es gibt auch keine notwendige Übereinstimmung und mit der Zeit wird es immer wahrscheinlicher, dass wir uns hier und da widersprechen.

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@DarkSepia

Aber Wissenschaft und Religionen machen oft Aussagen über dieselben Themen und diese Aussagen widersprechen sich immer wieder.

Ja, das kann ich so unterschreiben. Deshalb spreche ich auch bewusst nie von Religion, sondern immer von Glauben. Auch das ist ein sehr großer Unterschied, der leider oft nicht gemacht wird.
Natürlich gibt es Widersprüche zwischen Wissenschaft und religiösen Aussagen. Weil die Bibel eben kein Wissenschaftsbuch ist und auch nicht so gelesen werden sollte. Sie ist ein Liebesbrief. Und wenn ich in einem rein weltlichen Liebesbrief schreiben würde: "Ich hab Schmetterlinge im Bauch", dann dürfte man das auch nicht wissenschaftlich verstehen. Schade, dass das auf der weltlichen Schiene sofort verstanden wird, aber von vielen Leuten offensichtlich vergessen wird, sobald es um die Bibel geht.

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Atheismus ist genauso unlogisch wie die Bibel oder Koran, die Tora usw...

Die logische Schlussfolgerung der Frage nach dem logischen Beweis der Nicht-Existenz eines Gottes lautet: Man kann es nicht wissen. 

Oft kommt dann das atheistische Argument: Das kann man auch für "fliegende, pinke Einhörner" anwenden. Genau, auch deren Nicht-Existenz kann man nicht aussschliessen!

Die Bausteine des Lebens sind im Ganzen Unviersum verteilt: Kohlenstoff, Methan, Wasser, Amoniak.....

Man kann also nicht ausschliessen dass es irgendwo einen Planeten gibt wo sich mittels Evolution x-beliebige Lebensformen entwickelten. Da könnte auch ein pinkes, fliegendes Einhorn darunter sein, auch wenn die Wahrscheinlichkeit dazu sehr gering ist.

Also ich finde Agnostiker sind weitaus logischer wie Atheisten :-)

Wer eine Behauptung aufstellt ist in der Beweispflicht! Gott ist eine Behauptung. Seine Verneinung (Atheismus) eine sachliche und folgerichtige Reaktion solange kein Beweis erbracht ist. Sorry, so funktioniert Wissenschaft.

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Dieser These widersprach ich, denn es gehört zum Atheismus doch viel mehr, als nur die Existenz eines Gottes abzulehnen. Jeder Atheist lehnt doch auch alles andere Übernatürliche wie Magie, Geisterglauben, Zukunftsvorhersagen etc. ab. Außerdem empfiindet er Kulthandlungen und Gebete als unnütz, ja manche werden sogar ganz dastisch und bezeichnen sie als reine Zeitverschwendung. Und er ist überzeugt davon, dass alles wissenschaftlich erklärbar ist - auch wenn wir es nicht erklären können, bedeutet das nicht, dass es nicht irgendwann erklärbar sein wird. Das Fundament ihres Überzeugseins ist also die Wissenschaft. Diese Überzeugungen vertritt jeder Atheist, es ist also nicht zu leugnen, dass diese Überzeugungen einen verbindenden Charakter haben. Atheismus ist damit nichts Individuelles mehr.

Außerdem lässt sich Atheismus in meinen Augen sogar übersteigern und kann auch extremistische Züge annehmen: es gibt Atheisten, die alles Religiöse regelrecht hassen, Gläubige als Spinner und ihre heiligen Schriften provokant als Märchenbücher bezeichnen. Sie sind überzeugt, dass die Welt ohne irgendwelche Religionen besser dran wäre und man Religionen am besten alle sofort verbieten sollte.

Meine Frage richtet sich in erster Linie an Atheisten. Bevor ihr antwortet, ruft euch bitte noch einmal ins Gedächtnis, dass ich nicht behaupte, dass Atheismus eine Religion sei. Aber warum seid ihr davon überzeugt, dass Atheismus auch keine Weltanschauung oder keine Philosophie ist? Was sind denn in euren Augen die entscheidenden Unterschiede?

Noch etwas: Bei der Diskussion würde ich mich sehr freuen, wenn die Netiquette beachtet wird. Unsachliche und gar beleidigende Kommentare und Antworten werden gemeldet, und zwar egal, aus welcher Richtung sie kommen.

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