Was denkt ihr, hat man eine Pflicht zu leben und ein Recht zu sterben?

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7 Antworten

Meine Meinung zum Suizid:

Grundsätzlich trägt jeder Mensch die volle Verantwortung für seine Handlungen. Er hat damit auch das Recht, sein Leben zu beenden.

Allerdings sind Selbsttötungen meist egoistisch motiviert und stellen ein Vermeidungsverhalten dar - man flieht vor Emotionen und Verantwortung.

Außerdem nimmt man keinerlei Rücksicht auf Angehörige, Freunde, die auffindende Person, oder Ersthelfer, die mit der Selbsttötung konfrontiert werden. Deshalb sehe ich Suizide eher kritisch

Es mag auch Selbsttötungen geben, die scheinbar aus sozialen Gründen geschehen - "ich will niemandem zur Last fallen" - allerdings geht es auch da eher um das eigene "gute Gewissen" und nicht um reale Notwendigkeit.

Suizidale Personen

Menschen mit akuten Suizidabsichten befinden sich häufig in einer emotionalen Krise, sie erleben eine Art psychischen Ausnahmezustand. 

Solch eine Person kann meiner Meinung nach keine rationale Entscheidung treffen, denn ihr Urteilsvermögen ist durch Emotionen, Traumata und ggf. ein falsches Selbstbild getrübt.

Wenn also jemand mit einer psychischen Erkrankung, oder aus einer Extremsituation heraus diese Entscheidung trifft, dann ist sie für mich nicht voll zurechnungsfähig und sollte gerettet werden.

Verständnis

Nicht immer ist nachvollziehbar, weshalb sich ein Mensch das Leben genommen hat und die Hinterbliebenen bleiben eher ratlos zurück.

Es scheint auch absurd, dass sich ein Teenager umbringt, weil irgendeine Boygroup sich auflöst, die in zwei Monaten ohnehin niemand mehr kennt.

In anderen Fällen fragt man sich womöglich, weshalb die Person nicht einfach Möglichkeit X genutzt hat, um seine Probleme zu lösen.

Man sollte aber den Menschen deswegen nicht verurteilen.

Für diese Personen war der Leidensdruck stark genug, um sie zur Selbsttötung zu treiben - das war für sie ihre Realität, aus der sie flohen.

Man mag die Motive für die Tat lächerlich, absurd oder unnötig finden - für den Verstorbenen waren sie anscheinend von großer Bedeutung.

Dieses Leiden sollte man meiner Meinung nach respektieren.

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Kommentar von SlowPhil
19.11.2016, 19:31

Ich sehe eher die »ich will keinem zur Last fallen« - Selbsttötung kritisch, weil es zweifeln lässt, ob die Entscheidung aus dem Betroffenen selbst heraus kommt. Auf »Egoismus« hat jeder ein Recht, sonst wäre Altruismus keine Tugend.

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Jeder, der einem Anderen das Recht verneint, sein Leben zu beenden, übernimmt damit die Pflicht, dem Anderen ein menschenwürdiges Leben zu gewährleisten. Weil das unmöglich ist, darf niemand einem Anderen das Recht auf Sterben verwehren.

Das Leben ist kein Geschenk sondern eine Bürde.

Ich respektiere jede religiöse Überzeugung, welche diese Aussage widerspricht unter Voraussetzung,  dass niemand diese eigene  Überzeugung an Anderen aufzwängt.

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Man hat weder eine Pflicht zu leben noch ein "Recht" zu sterben. Also in Bezug auf das was in irgendwelchen Gesetzesbüchern steht.

Wenn jemand sein Leben beenden möchte, dann tut er das einfach.
Wer soll ihn denn hinterher verklagen? ;o)

Bevor man sich das Leben nimmt, sollte man nur sicher sein, dass man sich mit anderen Menschen vorher über sinnvolle Alternativen unterhalten hat und sich Rat holt. Meistens gibt es immer irgendwelche Lösungen, z.B. Therapien gegen Depressionen, die ein Auslöser für Suizidgedanken sein können. Das Leben ist es immer Wert sich zumindest vorher nach Alternativen umzusehen und mit Glück begegnet man in dieser Phase auch den richtigen Menschen, die einem helfen können.

Wenn man sich aber dafür entscheidet, sich das Leben zu nehmen, dann kann einen letztendlich auch keiner davor bewahren. Das ist eine Entscheidung die jeder selber treffen muss. Ein irdisches "Recht" spielt in dem Fall absolut keine Rolle.

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Ich denke, jeder Mensch hat das Recht zu leben und das Recht zu sterben.

Kein Mensch hat die Pflicht zu leben oder die Pflicht zu sterben.

"glaubt ihr, eine suizidalen Person kann noch klar Entscheidungen treffen und die Situationen sinnvoll abwägen?"

Zumindest soll man es nicht grundsätzlich ausschließen. Aber es gibt sicherlich vielfache Gründe, dass ein Mensch wg. Umständen sich das Leben nehmen will, die so verändert werden können, dass der Wunsch unnötig wird. Ich würde also den Lebensmüden erst mal versuchen zu hindern und nachfragen....

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Mir fällt dazu folgendes Zitat ein:

"Es könnte viel bedeuten: wir vergehen  wir kommen ungefragt und müssen weichen

Doch daß wir sprechen und uns nicht verstehen 
und keinen Augenblick des anderen Hand erreichen,

 
zerschlägt so viel: wir werden nicht bestehen. Schon den Versuch
bedrohen fremde Zeichen, und das

Verlangen, tief uns anzusehen,  durchtrennt ein Kreuz, uns einsam
auszustreichen."

(Ingeborg Bachmann)

Dieses "sprechen" konnotiert auf das Miteinander, genauso wie das Zu-mir selbst - wenn das Alles "gebrochen" und "zerschnitten" ist, verliert das Leben das wichtigste was wir darin haben: Sinn, Wert, Bedeutung, Ziele und Zugehörigkeit.

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Jeder Mensch hat das natürliche Recht zu Leben und zu Sterben.

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Jeder hat das Recht zu leben, aber keiner, es selber zu beenden!

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Kommentar von warmerstein
19.11.2016, 13:39

Ist das nicht etwas paradox? Dann liegt die Entscheidung ja prinzipiell beim Individuum selbst, wenn man ein Recht auf etwas hat.

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Kommentar von Wippich
19.11.2016, 13:40

Ich habe jedes Recht über mein Leben,kein anderer.

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Kommentar von SedOwl
19.11.2016, 14:24

Hi, Wonnepoppen, welchen nachvollziehbaren Hintergrund hat deine Theorie?  LG

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