Was denken Moslems (vor allem Ägypter) über Bauchtanz/Bauchtänzerinnen

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7 Antworten

Der öffentliche Bauchtanz z.B. vor Touristen wird von strengen Muslimen als mehr als unsittlich angesehen. Die Tänzerinnen werden gesellschaftlich geächtet. Aber da diese Damen Touris anlocken und den Umsatz des Landes erhöhen werden sie geduldet. Den eigenen Frauen und Töchtern wird dieses zur Schau tragen der körperlichen Reize strengstens untersagt!

"strenge" Muslime (du meinst wohl Fanatiker damit) verachten sogar Musik...und somit natürlich auch den Tanz. Aber ansonsten werden wir Tänzerinnen geachtet und verehrt...zumindest von der gebildeten Klasse der ägyptischen Muslime ect. nicht nur der ägyptischen Muslime.

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Diese Frage soll wohl ein wenig provozieren;-), aber ich verstehe das die Tatsache das der eventl. älteste Tanz der Welt (nämlich ein Tanz der durch wiegende Hüften und erdige Bewegungen geradezu die Weiblichkeit nach aussen trägt;-) ausgerechnet aus in einer Gegend der Erde am populärsten geworden ist in der HEUTZUTAGE den Frauen die größten Tabu´s auferlegt werden was "Körperlichkeit" angeht.

Aber dieser Tanz ist alt, uralt ums genau zu nennen. Ich denke (und nicht nur ich sondern auch Experten was Altertum angeht) das die ersten Tänze der Menschen durch den Rhythmus der ersten Instrumente geprägt wurden und das waren wohl die Trommeln die sich am Herzschlag des Menschen orientierten. Das erste was ein Mensch als "Musik" wahrnimmt ist wohl der Herzschlag der eignen Mutter die ein Embryo im Mutterleib spürt;-)

Und da der Mittelpunkt des weiblichen Körpers definitiv in dem Bereich "Bäuchle" liegt (vereinfacht ausgedrückt) wird dieser dabei zum ultimativen Mittelpunkt des Tanzes. Wobei beim heutigen Raqs Sharqi wohl der ganze Body intregriert wird wie im Video unten zu sehen ;-)bei dem ich allerdings eine moderne Fantasyform den Säbeltanz performe (der allerdings die binnenkörperlichen Bewegungen sehr eingehend und vor allem gut zu erkennen zeigt).

Generell hat sich die heutige Form des Orientalischen Tanzes der Raqs Sharqi also Tanz des Ostens heisst wenn du es korrekt ausdrücken möchtest aus den Tänzen der Indischen Gypsie entstanden ist. Diese wanderten über die Seidenstrasse und nahmen viele Elememte auf bzw. gaben sie weiter.

So kam der Tanz immer einer ständigen Entwicklung unterzogen über den Afrikanischen Kontinent (wo er was bei Afrikanischem Tanz leicht zu ersehen) auch Elememte aufnahm usw. bis nach Spanien (Flamenco ect. ansehen) und entwickelte sich weiter.

Beginne mal bei den Gypsies in Rajastan (wo Alles begann) und dann gehe weiter ...

Alles wissen wir nicht weil es nicht konkret überliefert wurde.

Auf die Neuzeit bezogen schaut es so aus wie einige Experten der Scene hier netterweise (jooo wir haben gearbeitet dran) zusammengetragen haben:

Obwohl Bauchtanz gerne belächelt und nicht als echte Tanzkunst angesehen wird, gibt es sehr viele Künstler, Tänzer, Musiker und Sänger, die mit orientalischer Musik und den orientalischen Tanzbewegungen arbeiten. Vor allen auf Musik und Film hat der Bauchtanz seinen größten Einfluss.

Die Entwicklung des Kairoer Stils Der arabische Raqs Sharqi wurde in der Cabaret-Szene von Kairo in seiner Grundform und Ausprägung entwickelt und aufgeführt. Verbreitet wurde dieser Cabaret-Stil hauptsächlich durch die ägyptische Filmindustrie. Ägypten hat bis heute eine starke Filmindustrie, und zwischen 1920 und 1950 boomten Filmproduktionen und Aufführungen. Da der Eintritt für einen Film wenig kostete und vom tristen Alltagsleben (wie überall auf der Welt) ablenkte, konnten sich die in den Filmen gezeigten Tanzstile schnell etablieren und wurden in den Cabarets und Nachtclubs weiterentwickelt. Auch das Fernsehen, in dem bis heute auch gerne alte Filme gezeigt werden, und welches in Ägypten rund um die Uhr angeschaltet ist, hat seit seiner Etablierung dazu beigetragen, die großen Tänzerinnen des frühen ägyptischen Kinos weiterhin im Gedächtnis zu behalten.

Bekannte und berühmte Tänzerinnen des Kairoer Stils, auch außerhalb Ägyptens, sind u. a. Samia Gamal, Tahia Carioca, Naima Akef und später Nagua Fouad. Suher Zaki oder Fifi Abdo, setzten im orientalischen Tanz ebenfalls hohe Maßstäbe, die nicht nur in der arabischen Welt Anwendung und Nachahmung finden.

In Ägypten und der arabischen Welt, speziell ab ca. 1980 bis heute, hat der Tanz den Status einer gehobenen Unterhaltungskunst. Während die europäische Kabarett- und Varieté-Unterhaltung seine beste Zeit schon 1925 hinter sich hatte und mit eher anrüchigen Darstellungen Publikum anlockt, stellt die Nachtclubszene Ägyptens noch immer Unterhaltung auf gehobenem ästhetischen Niveau dar.

Der Bauchtanz, wie er heute in der westlichen Welt bekannt ist, stellt eine Sonderform des orientalischen Tanzes dar. Bauchtanz ist auch in der Türkei, in Griechenland und generell im Balkanraum verbreitet. In Griechenland und auf dem Balkan wird er in erster Linie als Gesellschaftstanz getanzt und eher selten vorgeführt.

Der türkische Bauchtanz heißt Göbek Dansı (Göbek; türk. Bauch) oder Oryantal Dans, der griechische Tsifteteli. Diese beiden Formen kennen weniger Bewegungen als der arabische Bauchtanz, und auch die Musik dazu ist rhythmisch meistens gleichförmig, im Gegensatz zur arabischen Bauchtanzmusik, die in einem einzigen Stück eine große Vielfalt von Rhythmen aufweist.

Mit dem ersten Auftauchen des orientalischen Tanzes in den USA vor über vierzig Jahren wurde aus dem exotischen Tanz eine Mainstreambewegung. Mit der Hippie-Ära, der Entdeckung fernöstlicher Philosophien und alternativer Lebensmodelle wurde auch der orientalische Tanz in den USA neu entdeckt. Hier gelang im Laufe der Zeit die Entwicklung eines eigenständigen Stils des American Carabet Bellydance (auch AmCab genannt) oder "American Bellydance", der sich vom klassisch orientalischen Tanz unterscheidet. Diese Entwicklung eines eigenständigen Stiles förderte die Kreativität und das Selbstbewusstsein amerikanischer Tänzerinnen, eigene Fusionen und Bewegungen einzubringen, ohne sich mit Authentizitätsproblemen auseinandersetzten zu müssen.

Bekannte zeitgenössische amerikanische Tänzerinnen (diese Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit)) sind: Suhaila Salimpour, Ansuya, Delilah, Cassandra, Dalia Carella, Suzanna Del Vecchio, Morocco, Latifa und Helena Vlahos (die schon in den 1970er Jahren im amerikanischen Fernsehen rollende Münzen auf ihrem Bauch tanzen ließ).

Unter der Bezeichnung moderner ägyptischer Tanz versteht man die Weiterentwicklung der traditionellen ägyptischen Tanzbewegungen. Im Sinne von Weiterentwicklung des traditionellen ägyptischen Tanzes, wurden seit einigen Jahren neue Elemente (Bewegungen und Kombinationen) durch ägyptische Tänzerinnen in den Bauchtanz eingebracht. Diese neueren Bewegungselemente werden zur besseren Unterscheidung und Benennung oft nach den einzelnen Tänzerinnen benannt die diese Bewegungen zeigten und verbreiteten.

Eine andere Entwicklung in Form von sogenannter „westlicher Verfremdung“ des ägyptischen Tanzes findet, laut konservativen Verfechtern des reinen ägyptischen Stiles, in Europa und USA täglich statt. Diese neuen Elemente, Bewegungen und Abläufe werden meist nicht nach deren Schöpfern benannt, oder nur im Rahmen regionaler Aktivitäten der Tänzerinnen selbst verbreitet. Oft wird auch die Bezeichnung moderner ägyptischer Tanz als Kennzeichnung für einen vereinfachten Raqs Sharqi zu moderner Popmusik werwendet. Vor allem in Ägypten werden solche Entwicklungen als Verfremdung empfunden und kaum oder eher amüsiert zur Kenntnis genommen.

Bis heute haben sich zahlreiche sehr gute und bekannte Tänzerinnen und Tänzer aus dem konservativen Schatten des puren ägyptischen Stils herausentwickeln können. Durch ihre Arbeit mit Bauchtanz haben sich inzwischen viele Tänzerinnen und Tänzer einen respektablen Ruf in Deutschland, Europa und auf internationaler Ebene erarbeiten können. Als Austauschsplatform und Forum um Kontakte zu knüpfen für einen internationalen Tanz- und Erfahrungsaustausch, gelten bis heute die internationalen Tanzfestivals in Ägypten, USA und Europa.

Und es ist kein Ende ...er entwickelt sich Göttin sei Dank immer weiter auch heute noch;-)

Hoffe bissele Licht ins Dunkel der Vorurteile und Unwahrheiten die über den meinen Erachtens nach schönsten und vor allem auch weiblichsten Aller Tänze gebracht zu haben ;-)und ICH kenne etliche Muslime die UNS Tänzerinnen achten und teilweise sogar verehren.

Saahira

naja wenn der richig traditionele Bauchtanz (also nicht dieses durch amerika veränderte Zeug) getanzt wird dann können die richtig ausrasten. dieser tanz kommt halt von dort und hat ursprünglich nichts mit glitzerkleidchen zu tun. :) es kommt also drauf an wie und zu welcher musik man tanzt :)

Das ist eine schwierige Frage, denn man kann nicht in die Köpfe und die Herzen der Menschen hineinsehen. Man kann lediglich am Verhalten und den Bedingungen erkennen, welche Einstellung sie haben.

Der Bauchtanz hat vorislamische Ursprünge. Aber die Tradition der Verschleierung und "Behütung" der Frau (die im patriarchalen System obligatorisch ist), ob nun islamisch oder nicht will ich hier nicht diskutieren, verbietet das zur Schau stellen des weiblichen Körpers. Tanz und Musik waren übrigens auch im Naziregime verboten. Offenbar gibt es in solchen (auch patriarchalen) Machtstrukturen immer wieder den Drang, die heilende und stabilisierende Kraft der darstellenden Künste einzudämmen oder zu unterbinden.

Da es verschiedene islamische Strömungen gibt, wie Sufis, Wahabiten, Sunniten etc... fallen auch die Ansichten zu Tanz und Musik entsprechend verschieden aus. Wahabiten lehnen Musik und Körperbewegungen (z.B. der Sufis) strikt ab.

Mein ägyptischer Freund hat seit seiner Kindheit von einer Frau geträumt, die Tänzerin ist. Er ist sunnitischer Moslem und nimmt seine Religion schon ernst. Allerdings ist er ein freiheitsliebender Mensch, er liebt Tanz und Musik, und für ihn wäre ein solches Verbot nicht einzusehen. Es ist leider nicht möglich, eine Antwort zu geben, die auf alle zutrifft. Die Mehrheit der Wahabiten und Sunniten werden sicherlich eher ablehnend dem Tanz gegenüber stehen.

Denen gefällt das. Kommt ja schließlich aus der Gegend!

Lach, solange es nicht die eigene Frau oder Schwester ist, finden sie es wohl ok g

Eher, solange sie es nur für ihre Männer tun, ganz privat, im stillen Kämmerlein, ist es in Ordnung bzw. wird das gewünscht und erwartet. Unter Umständen können Männer sehr enttäuscht sein, wenn ihre Frau nicht für sie tanzt.

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wenn sie tolerant sind: andere kultur, andere sitten

wenn sie intolerant sind: unsittlich, ekelhaft, etc

Aber es tanzen auch Ägypterinnen und Muslima bauchtanz, oder?????

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@phunkie

Hä? Willst du damit sagen, dass Ägypterinnen normalerweise keine Muslime sind, phunkie?

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@phunkie

In Ägypten ist es offiziell VERBOTEN ohne Bauchnetz zu tanzen. Nur die Supestars wie Dina z.B. erlauben sich dies ohne dafür enorme Probleme mit den Behörden zu bekommen.

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@annismiley

Ja, natürlich. Vor allem aber zuhause für ihre Männer, ganz privat.

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