Was denken Gläubige, woher das Böse kommt?

9 Antworten

Durch den Sündenfall im Garten Eden ist die Schöpfung abgefallen. So kamen Krankheiten, Leid, Tod und das ''Böse'' in die Welt. Der Teufel ist seitdem auf dieser Erde und versucht so viel Schaden wie möglich anzurichten.

Da auch der Mensch mit einer eigenen Verantwortung und einem freien Willen geschaffen wurde, hat der Teufel versucht, ihn zum Bösen zu verleiten, also Gott ungehorsam zu sein. Obwohl Gott den ersten Menschen, Adam, gewarnt hatte, gelang es dem Teufel, ihn in die Sünde zu ziehen. Das ''Böse'' kommt also aus dem freien Willen heraus, da sich Menschen entweder dafür oder dagegen entscheiden.

Gott hat das Gute und das Böse erschaffen. Er hat den Menschen bedingungslos einen freien Willen gegeben. Und da Menschen mit freiem Willen auch Böses tun wollen, nicht alle natürlich, hat Gott auch das Böse zulassen müssen. Er liebt aber das Übel nicht. Der Mensch an sich ist zum größten Teil friedlich geneigt, aber es gibt ja noch den Satan bzw. mehrere. Und dieser stiftet den Menschen immer wieder zu negativen Dingen an. Nur jeder reagiert nicht darauf.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Autodidakt Islam seit 2010 und Online-Studiengang Tauhid

Jeder Mensch trägt das Nötige dafür in sich, um böse und verwerfliche Taten zu begehen.

In der Mehrheit sorgen bei uns Empathie, mitunter auch moralische Überzeugungen und Prinzipien sowie erlernte gesellschaftliche Werte in unterschiedlichem Ausmaß dafür, dass wir das Böse in uns zu kontrollieren und zu unterdrücken verstehen.

Bei anderen wiederum sorgen vor allem die Angst vor Bestrafung oder die Angst vor gesellschaftlicher Ächtung und Verstoßung dafür, dass sie sich an die Regeln halten. Das allein ist zwar nicht die beste Motivationsgrundlage, aber sie erfüllt immerhin ihren Zweck.

Und dann gibt es die Wenigen, die dem inneren Trieb des Bösen nachgeben, sich vom Bösen fasziniert fühlen oder jene, die schlicht aufgrund von Fehlentwicklungen des Gehirns oder anderer Organe empathieunfähig und zu moralischen Entscheidungen nicht imstande sind und dadurch zu brutalen Vergewaltigern und Mördern heranwachsen.

Das Milgrim-Experiment hat allerdings gezeigt, dass selbst vollkommen normale Menschen dazu abgerichtet werden können, falsche und böse Handlungen zu begehen.

Dies geschieht, wenn Menschen sich dazu verleiten lassen, Tugenden wie Rechtschaffenheit, Gehorsam, Autoritätsgläubigkeit und Loyalität über das Gute zu stellen und denen unbewusst einen höheren Stellenwert einzuräumen als den grundeigenen moralischen Überzeugungen.

Hätte der Mauerschütze geschossen oder der Soldat der Luftwaffe die Bomben herabgeworfen, wenn er sich vorher einen Moment Bedenkzeit genommen hätte und sich gefragt hätte "Was tue ich überhaupt hier ?!" ???

Da der Mensch ein Herdentier ist, fühlt er sich in der Gruppe am sichersten. So ist es nicht verwunderlich, dass die Mehrheit, die Masse den großen Strömungen immer hinterhergelaufen ist und auch heute noch hinterherläuft.

Deshalb ist in der Geschichte so vielen kriminellen Regimen auch der Aufstieg zur Macht gelungen.

Und wenn wir schon von Gott reden...

Wenn Du den Gott der Bibel meinst, musst Du mal sehr aufmerksam das alte Testament lesen.

Gott hatte laut altem Testament Moses dazu angeleitet, Dörfer und Städte zu überfallen, deren Bewohner zu ermorden, die Frauen zu vergewaltigen und deren Habseligkeiten zu erbeuten.

Also ist folglich auch Gott böse.

Da bleibt die Frage: Wurde der Teufel nur dazu erfunden, um die Menschen über Gut und Böse zu täuschen?

Die Frage über gut und böse beschäftligen also längst nicht nur diejenigen, die zu Gott beten.

Das Böse kommt ausschließlich vom Menschen! Der Mensch hat immer die Wahl, ob er den Weg des Bösen/Unmoralischen/Verwerflichen oder des Guten/Moralischen/Anständigen gehen will!

(Aber der Mensch, dieses sog. „vernunftbegabte Wesen“, ist nicht mal in der Lage, sich an die Zehn Gebote zu halten! NUR zehn Gebote!)

„[D]as menschliche Leben ist einsam, armselig, ekelhaft, tierisch und kurz.“ (Hobbes, Leviathan)

Das Böse kann nicht von Gott kommen, weil Gott durch und durch gut ist:

“Schmeckt und seht, dass Jehova gut ist. Glücklich ist, wer Schutz bei ihm sucht.“ (Psalm 34:8)

Gott hat als Schöpfer den Maßstab für das Gute festgelegt. Und er hat davor gewarnt, diese gerechten Maßstäbe zu missachten. Er hat auch die Folgen für Ungehorsam genannt.

Das Böse existiert, weil die Menschen ihren freien Willen missbrauchten und Gottes gerechte Maßstäbe verliessen. Auslöser war ein gefallener Engel, der ebenfalls seinen freien Willen missbrauchte. Er machte sich so zum Widersacher Gottes — zum Satan. Er belog die ersten Menschen und brachte so das Böse in die Welt:

“Der Teufel ... fing als Mörder an und hielt nicht an der Wahrheit fest, weil er keine Wahrheit in sich hat. Wenn er lügt, dann ist das charakteristisch für ihn, denn er ist ein Lügner und der Vater der Lüge.“ (Joh. 8:44)

Seitdem wird Satan in der Bibel auch als Herrscher und Gott dieser Welt bezeichnet:

“unter den Ungläubigen, die der Gott dieses Weltsystems verblendet hat, damit das Licht der herrlichen guten Botschaft über den Christus, der das Bild Gottes ist, nicht hindurchstrahlt.“ (2. Kor. 4:4)

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