Was darf in eine Abfindungsverhandlung mit dem (ex)Arbeitgeber mit einfliessen?

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3 Antworten

Deine Vorstellungen, wie sich die Abfindung zusammensetzen könnte, halte ich für reines Wunschdenken.

Der Gewerkschaftler hat Dich dahingehend richtig beraten dass Du keine Sperre des ALG bekommst, wenn nachgewiesen werden kann, dass Du Deinen Job auch ohne Aufhebungsvertrag verlierst.

Was die Höhe der Abfindung betrifft gibt es keine offizielle "gesetzliche" mindestübliche Summe. Richtig ist, dass Arbeitsrichter oft einen halben Bruttomonatslohn pro Beschäftigungsjahr vorschlagen.

Du wirst bestimmt nicht sämtliche Kosten einer Fortbildung sowie Deine anderen "Verluste" bei dieser Abfindung bekommen, zumal Du ja noch nicht sehr lange im Betrieb bist.

Ich halte eine Verdoppelung auf einen Bruttomonatslohn/Beschäftigungsjahr eher für realistisch, wobei es auch hier noch Abschläge geben kann. Das liegt an den Verhandlungspartnern oder, falls es keine Einigung gibt, am Vorschlag des Arbeitsgerichts.

Eine genauere Auskunft kann Dir Dein Anwalt geben. Der hat erheblich mehr Erfahrung als ich in diesen Dingen. Ich schreibe nur meine persönliche Meinung.

Ich glaube, in Deiner Frage stecken zwei verschiedene Aspekte, die man nicht vermischen darf:

1. Du gelangst mit dem Arbeitgeber zu einem außergerichtlichen oder gerichtlichen (freiwilligen) Vergleich über die Rechtswirksamkeit der Kündigung - dann dürften auf  der einen Seite Deine Wünsche zur Abfindung stehen und auf der anderen Seite die finanzielle Leistungsfähigkeit Deines Arbeitgebers einschließlich seiner Risikoabschätzung. Wenn er nicht soviel Geld hat, wie Du willst, oder glaubt, mit einer gerichtlichen Entscheidung - die läuft meist auf die "Regelabfindung" gem. KSchG hinaus -  kommt er billiger, bleiben Deine Wünsche wohl Träume.

2. Das Gericht stellt mit Urteil fest, die Kündigung ist unwirksam. Dann kann danach das Gericht auf Antrag jeder Partei ein weiteres Auflösungsurteil wegen Unzumutbarkeit der Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses fällen und eine Abfindung festsetzen.

Je nachdem, wie verhandlungsstark Arbeitgeber und Arbeitnehmer sind, wird die eine oder die andere Lösung für den Arbeitnehmer günstiger sein - siehe auch http://www.abfindunginfo.de/abfindung-bei-kuendigung.html

Du warst doch schon beim Profi, der Dir etsprechend zur Seite stand. Statt hier auf brauchbare Hinweise zu hoffen, die auch flasche Angaben enthalten könnten, solltest Du den Rechtsvertreter erneut hierfür konsultieren.

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