Was darf ich den erkrankten Kollegen zu seinem Zustand fragen?

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6 Antworten

Was darf ich zu so einem Kollegen sagen und was nicht?

Fragen kann man alles, nur antworten muss der Kollege nicht bezüglich Diagnose.

Was heißt seit mehreren Wochen, seit wann genau?

Darüber habe ich mich schon informiert. Diesem muss der Kollege nicht zustimmen. Es wäre aber natürlich die selbe Botschaft ohne es ausdrücklich sagen zu müssen. :-) 

Das ist so nicht richtig, man kann sich an die Krankenkasse wenden und die kann ihn dann zum MDK vorladen, gerade bei mehreren Diagnosen in Folge.

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johnnymcmuff 08.10.2017, 21:57

Ich selber hatte einen "Arbeitsunfall" nachträglich nicht anerkannt, war in 7 Monaten bei mehreren Hausärzten , Orthopäden usw. weil die mich nach geraumer Zeit nicht mehr krank geschrieben haben, weil sie meinten ich würde simulieren.

Nach 9 Monaten hatte dann die Krankenkasse (der MDK) gesagt, gehen sie arbeiten, die Krankenkasse zahlt nicht mehr.

3 Wochen gearbeitet, dann Weihnachtsurlaub und nach drei tagen von der Leiter gefallen wegen Kraftlosigkeit im Arm.

Ein fähiger Arzt veranlasste ein MRT wo dann ein durchgehender Bruch einer Bandscheibe im Halswirbel festgestellt wurde; so viel dazu dass ich ein simulant sei.

Du solltest Dich zu keinerlei Äußerungen hinreißen lassen denn Du bist kein Arzt.

Hinweis:

Ist der Arbeitnehmer durchgehend mit unterschiedlichen Diagnosen krank geschrieben, so tritt dennoch nach 6 Wochen der Bezug von Krankengeld ein, weil hinzutretende Krankheiten keinen erneuten Anspruch auf 6 Wochen Lohnfortzahlung bewirken!

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CamelWolf 09.10.2017, 14:03
@johnnymcmuff

Das ist mir neu. Ich kenne das nur so, dass mit jeder Neudiagnose die Lohnfortzahlung von Neuem beginnt. So haben sich bei mir im Betrieb in der Vergangenheit Mitarbeiter monatelang schadlos gehalten.

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Zusätzlich zu den schon gegebenen Antworten: wenn es schon mehr als 6 Wochen Erkrankung in den letzten 12 Monaten waren, beschäftige dich mal mit dem SGB IX §84 Absatz 2. Demnach bist du als Arbeitgeber sogar aufgefordert, dem Betroffenen ein Gespräch anzubieten (!).  Wenn ein Betriebsrat vorhanden ist, ist der einzubinden.

Sinn des Gesprächs ist es, zu klären, ob die Erkankung eventuell mit irgendwelchen Arbeitsbedigungen zu tun hat und der Betrieb Abhilfe schaffen kann, um für eine Besserung zu sorgen.

Der Beschäftigte ist nicht gezwungen, das Gespräch wahrzunehmen oder dir Auskunft zu geben. Allerdings wäre seine Mitwirkung auch für ihn vorteilhaft, wenn er dir damit nachweisen könnte, dass seine Arbeitsunfähigkeit nicht ewig andauern wird. Sollte sich der Eindruck erhärten, dass nicht mit einer Besserung des Zustands zu rechnen ist, könnte man nach Ausschöpfen der sonstigen Möglichkeiten ja an eine krankheitsbedingete Kündigung denken.

Das Ganze wäre aber keine Sache von dir als Teamleiter, sondern da sollte schon der Arbeitgeber/Geschäftsleitung o.ä. eingebunden sein. Mit Verdächtigungen bist du der Sache nicht dienlich und von Vorwürfen ist noch niemand gesund geworden. Du unterstellst ja im Übrigen auch dem Arzt, dass er schummelt.

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Solche Aussagen können schnell zu Mobbingvorwürfen führen!

Er wird ja eine AU Bescheinigung haben, daher bist du nicht berechtigt, ihn als Simulant zu bezeichnen!

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Das darfst Du definitiv nicht sagen, weil Du ihm damit unterstellst zu simulieren - was Du nicht beweisen kannst. 

Mal davon abgesehen ist es, sollte er wirklich krank sein, nicht besonders hilfreich, vom Chef entsprechend Druck gemacht zu bekommen! Ich hab das selbst hinter mir und ich hab so gelitten.Meine Chefin hat mir sogar hinterher telefoniert und mich ebenfalls als Drückebergerin und disziplinlose Simulantin hingestellt  Ergebnis war, dass ich mich krank zur Arbeit geschleppt habe, über einen längeren Zeitraum nicht mehr auskurieren konnte und schließlich mit Herzbeschwerden zusammengeklappt bin.

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Das dich das nervt kann ich gut verstehen, nur du darfst ihn nichts zu seiner Krankheit sagen. Er braucht auch nicht zu erklären, was er hat. 

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Gibts nicht die Möglichkeit ihn zum Vertrauensarzt zu schicken?

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bannet1988 08.10.2017, 21:16

Darüber habe ich mich schon informiert. Diesem muss der Kollege nicht zustimmen. Es wäre aber natürlich die selbe Botschaft ohne es ausdrücklich sagen zu müssen. :-) 

Also zumindest jeder halbwegs intelligente Menschen würde diese Botschaft verstehen. 

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Familiengerd 08.10.2017, 21:39
@bannet1988

Wenn der Arbeitgeber Zweifel an den Erkrankungen darlegen kann, dann kann er über die Krankenkasse beantragen, dass der betreffende Arbeitnehmer zum Medizinischen Dienst der Krankenversicherung MdK geladen wird.

Dafür ist nicht die Zustimmung des Arbeitnehmers erforderlich.

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johnnymcmuff 08.10.2017, 22:05
@Rosswurscht

Der Versicherte wird meist aufgefordert, sich vom MDK untersuchen zu lassen. Tut er dies nicht oder lehnt er eine Behandlung ab, von der die Krankenkasse eine Besserung seines Gesundheitszustandes erwartet, verletzt er seine "Mitwirkungspflichten". In diesem Fall kann ihm das Krankengeld ebenfalls entzogen werden.

http://www.zeit.de/jobletter/html_jl_39_01

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CamelWolf 09.10.2017, 14:06
@Familiengerd

@Familiengerd

Das Problem ist nur, dass auch der MdK Schweigepflicht hat und die Krankenkassen nur zu gerne zu Lasten des AG entscheiden. So gesehen bringt die ganze Prozedur i.d.R. gar nichts.

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