Was darf ein Berufsbetreuer u. was nicht?

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1 Antwort

Moin!

Grundsätzlich ist der Betreuer dazu nur befugt, wenn das Amtsgericht ihn für diesen Bereich auch bestellt hat (Vgl. § 1896 Abs. 4 BGB). Sofern dies der Fall ist, durfte er das Päckchen auch entgegennehmen und theoretisch auch anhalten, also zunächst einbehalten.

Nach Deiner Schilderung des Sachverhalts wirkt es so, als sei die Kommunikation mit dem Betreuer nicht sehr intensiv. Vielleicht wäre ein klärendes Gespräch mit dem Betreuer zielführend. Sollte dies fruchtlos verlaufen, könntest Du Dich auch bei dem Gericht, welches die Betreuung angeordnet hat, beschweren.

Gerade Berufsbetreuer übernehmen sich oft hinsichtlich der Zahl der Betreuten, worunter diese letztendlich leiden.

Zivilrechtlich betrachtet war Dein Verhalten hinsichtlich des Päckchens jedoch auch nicht lupenrein.

Nach Abschluss eines Kaufvertrags bist Du als Käufer grundsätzlich verpflichtet, die Ware wie vertraglich vereinbart anzunehmen. Nach einer Gesetzesänderung Mitte 2014 ist eine Annahmeverweigerung kein konkludent erklärter Widerruf mehr. Bei Annahmeverweigerung wärst Du lediglich in Annahmeverzug geraten. Du hättest also binnen 14 Tagen, nachdem Du oder ein von Dir bestimmter Dritter, welcher nicht Beförderer ist, die Waren in Besitz genommen hat, den Kaufvertrag widerrufen müssen.

Sofern der Betreuer auch hinsichtlich Deines Fernmeldeverkehrs bestellt ist, ist die Widerrufsfrist verstrichen. Sollte dies nicht der Fall sein, hat die Frist erst zu laufen begonnen, als Du das Päckchen erhalten hast. Zudem hätte der Betreuer in diesem Fall das Päckchen auch nicht entgegennehmen dürfen.

Für eine weiterführende Beurteilung gibt mir Deine Sachverhaltsschilderung zu wenig Informationen her.

Solltest Du noch Fragen haben, kannst Du mich gerne - auch per PN - kontaktieren!

Gruß

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