Was bringt/gibt Gläubigen der Glaube an Adam und Eva?

28 Antworten

Wow, ich bin beeindruckt, dass die Kommentare dieses Mal nicht mal so schlecht sind.

Ich denke auch, dass es in der Schöpfungsgeschichte nicht um die biochemische Entstehung der Welt geht. Das denke ich deshalb, weil wirklich sehr bedeutende Dinge fehlen, um es zu einem wissenschaftlichen Text zu erklären. Wir wissen weder wann genau, noch mit welchen Matrerialien, wie genau ist alles entstanden, es fehlen Gattenbezeichnungen etc. Die Bibel will ja aber auch überhaupt nicht wissenschaftlich erklären, wie die Welt entstanden ist, sondern sie will viel eher die Beziehung zwischen Menschen und zwischen Mensch und Gott erklären. Es geht dabei um grundlegende Erfahrungen, die der Mensch macht.

So ist der erste Satz oft schon fehlgedeutet. "Im Anfang" steht nämlich nicht für den zeitlichen Anfang (lat. in intio), sondern für das Grundlegende (in principio). Dies kannst du auch in der lateinischen Urbibel (Vulgata) nachlesen.

So sind die grundlegenden Erfahrungen des Menschen, die sich im Übrigen nicht ändern, dort festgehalten.

  1. Tag (Licht/Tag und Nacht): Es geht zunächst um die Entstehung der Zeit. Das ist wohl die Grundlage unserer Welt. Nur durch die Zeit wird Leben überhaupt möglich. Zudem wird dadurch ein Tag definiert, der die Grundlage für die weitere Erzählung liefert.
  2. Tag (Firmament): Nun kommt die erste Trennung des Raumes. Der Mensch lebt auf der Erde, während über ihm die Weite des Himmels kommt. Um die grundlegende Wahrnehmung des Menschen zu beschreiben, wird deshalb zunächst Boden und Himmel getrennt.
  3. Tag (Wasser und Landmassen/Pflanzenwelt): Die zweite räumliche Trennung ist die zwischen Land und Wasser, sowie die zwischen Pflanzenwelt und sonstigem Lebensraum.

Bis dahin sind es alle grundsätzlichen Wahrnehmungen des Menschen im Raum.

4.Tag (Gestirne): Hier sind wird jetzt wieder bei der Zeit. Durch Gestirne werden Jahre und andere Kalender möglich.
5. Tag (Wasser- und Luftlebewesen): Ab jetzt geht es um Lebewesen (Bemerkung: Pflanzen galten damals nicht als Lebewesen). Zunächst diejenigen, die distanzierter vom Mensch sind. Jedoch ist interessant, dass mit der Schaffung von Leben auch Gottes Segen erwähnt wird.
6. Tag (Landtiere und Menschen): Harter Rückschlag für den Menschen, aber wir haben keinen eigenen Tag bekommen.
7. Tag (Sabbat): Der Ruhetag. Damit ist die Woche komplett. Das heißt auch hier finden wir den Zeitgedanken wieder. Durch die Zahl 7 wird im übrigen auch die göttliche Perfektion angedeutet.

So haben wir die Struktur von
1. Zeit 2. Raum 3. Raum 4. Zeit 5. Lebewesen 6. Lebewesen 7. Zeit

Es ist faszinierend, wie die damalige Wahrnehmung sich kaum zu heute verändert hat. Gott ist der Schöpfer all dieser Dinge und diesen Dingen auch überlegen.

Der Mensch (hebräisch adama [siehe Adam]) war an einem perfekten Ort. Durch die Sünde, die Grundbestandteil des Menschen ist, wurden wir jedoch von diesem Ort und von Gott getrennt. Deshalb versucht der Mensch diese innere Leere und den Sinn in seinem Leben zu finden. Die Bibel besagt, dass diese Lücke nur durch Gott gefüllt werden kann.

Woher ich das weiß:Hobby – Ich liebe es mich mit strittige Themen zu beschäftigen

Das bezieht sich aber im Wesentlichen auf den priesterschriftlichen Schöpfungshymnus, die Paradiesgeschichte mit Adam und Eva erwähnst du nur am Rande.

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Einen Aspekt kann man noch erwähnen: Durch Adam und Eva bekommt der Beginn der Menschheit Namen und Gesicht. Das steht im Gegensatz etwa zu der griechischen Mythologie: Dort wurden die Menschen von Prometheus erschaffen und sind namenlose, eher unwichtige Gestalten im Intrigenspiel der Götter, also reine Objekte. Adam und Eva sind dagegen eigenständige Subjekte, die in ihrem Handeln sich sogar über die göttlichen Anweisungen hinweg setzen können.

Die Schöpfung ist das Gegenteil zur Evolution (das Beste setzt sich durch Bewährung in der natürlichen Selektion durch) bis hin zum Sozialdarwinismus (Rassismus: natürliche Überlegenheit des Stärkeren, der selbstherrlich seine Regeln setzt ) Die beste Anweisung kommt von Gott: Wer auf ihn hört, dem geht es gut. Wer auf die falschen Ratgeber hört (den falschen Philosophen folgt ), dem ergeht es schlecht.

Der zentrale Punkt ist die Möglichkeit, mit Gott zu sprechen und dadurch Vertrauen in Gottes liebevolle Führung aufzubauen. Heute geschieht das mit der richtigen Einstellung (in der Bibel lesen und Gottes Willen kennenlernen) im Gebet um Gottes Geist zu bitten ( Psalm 51 Vers 12: "Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gib mir einen neuen, beständigen Geist") und Entscheidungen im christlichen Geist zu treffen: Christliche Werte, christliche Moral und Ethik (Tugenden entwickeln, Sünden gegen die Schöpfung vermeiden): Die Schöpfung achten und schützen (aktuell: Regenwald brennt aus Geldgier) industrielle Landwirtschaft mit Pestiziden schadet den Bienen und ist mitverantwortlich für das Artensterben. Wegen unserer Bequemlichkeit (statt Mehrweg-Verpackungen und schwere Glasbehälter) leben wir in einer Plastikwelt. Mittlerweile ist Plastik in der Nahrungskette angekommen.

Ach was, vergiss doch mal Deine Abneigung gegen die Evolutionstheorie. Das ist eine gute naturwissenschaftliche Theorie, die nichts für den "Sozialdarvinismus".

Sie hat mit dem Schöpfungsglauben nichts zu tun und umgekehrt.

Und sie sollten nicht gegeneinander ausgespielt werden.

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