Was bringt Homöpathie und wenn es was bringt warum bringt es was?

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14 Antworten

Hallo Xboytheunseen,


Homöopathika (also die Globuli selber) sind reine Placebos. Auch wenn Homöopathen (selbstverständlich) etwas anderes sagen: Es ist wissenschaftlich NICHT umstritten, dass es so ist.

Placebos erzeugen aber sogenannte unspezifische Therapieeffekte - überhaupt die Tatsache, dass wir behandelt werden, dass jemand da ist für uns, dass wir nicht hilflos sind, "bewirkt" schon etwas. Warum? Weil wir und unser Befinden ein kompliziertes Wechselspiel von Psyche und Körper sind.

Genau so, wie psychische Belastung, Kummer oder Stress einen krank machen kann, kann uns Vertrauen, Zuwendung, Hoffnung, ... bei der Genesung helfen. Die Homöopathie hat mit den intensiven, oft über Stunden dauernden Patientengesprächen eine Basis, die Vertrauen schafft und dem Patienten seine Perspektive auf die Beschwerden reflektieren lässt.

Ihre "Erfolge" vermeldet die Homöopathie genau bei den Beschwerden, wo diese Dinge wichtig werden: Alltagsbagatellen einerseits (Erkältung, Kopfschmerzen, Magen/Darm-Beschwerden und Schlafstörungen sind nach Umfragen die am häufigsten homöopathisch behandelten Beschwerden) und chronische Beschwerden andererseits, bei denen der Patient gesagt bekommen hat, dass er mit den Einschränkungen halt leben muss (gerade in diesem Prozess des "damit Zurechtkommens" sind psychische Perspektivenwechsel für den Patienten oft eine Hilfe).

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So. Weil Homöopathen nun natürlich etwas völlig anderes erzählen, werde ich ein paar Daten nachlegen.

Homöopathika sind reine Placebos. Belege/Argumente:

  • Die Wirkstoffe in den Globuli werden extremst verdünnt bis beizeiten vollständig entfernt. Ab einer C12 / D24 enthält das ganze Fläschchen Globuli keinen Wirkstoff mehr. (Wohlgemerkt: nicht "nicht nachweisbar wenig", nicht "ein paar hundert Atome in einer Tablette", sondern KEINEN Wirkstoff. Ein Globulus in C30, einer gängigen Potenz müsste etwa den Durchmesser des Erde-Sonne-Abstandes haben, um in dieser Konzentration ein Wirkstoffteilchen zu enthalten.
  • Das Prinzip der Potenzierung ist mit unserem heutigen (200 Jahre nach Hahnemann) naturwissenschaftlichen Wissen über Atome etc. nicht mehr vereinbar (Wichtig: Nicht "noch nicht erklärbar", sondern "nicht mehr vereinbar"). Homöopathen behaupten, dass es beim Verdünnen einen Unterschied macht, ob man in einem Schritt verdünnt oder in Einzelstufen mit Schütteln. Physik und Chemie sagen hier übereinstimmend: Nein, Schütteln bringt nichts.
    (Quelle z.B. http://www.publications.parliament.uk/pa/cm200910/cmselect/cmsctech/45/4504.htm#a14
    "The notion that water could hold imprints of solutions previously dissolved in it is so far removed from current scientific understanding that, as Professor David Colquhoun, Professor of Pharmacology at UCL, put it: "If homeopathy worked the whole of chemistry and physics would have to be overturned")
  • In Übereinstimmung mit der theoretischen Erwartungshaltung aus dem naturwissenschaftlichen Wissen der Physik (Atomphysik, Quantenphysik und Thermodynamik) und anderer Naturwissenschaften war es trotz intensivster Bemühung nicht erfolgreich, Wirksamkeiten von Homöopathika über Placeboeffekte hinaus nachzuweisen. Dabei gibt es mit über 200 Studien zur Homöopathie mehr Arbeiten als zu vielen anderen medizinischen Fragen.
    (Quelle: z.B.: http://www.theguardian.com/lifeandstyle/2015/mar/11/homeopathy-not-effective-for-treating-any-condition-australian-report-finds?CMP=share_btn_fb
    "These claims have been widely disproven by multiple studies, but the National Health and Medical Research Council (NHMRC) has for the first time thoroughly reviewed 225 research papers on homeopathy to come up with its position statement, released on Wednesday.
    “Based on the assessment of the evidence of effectiveness of homeopathy, NHMRC concludes that there are no health conditions for which there is reliable evidence that homeopathy is effective,” the report concluded.")
  • Es gibt Studien, die sehr sauber herausarbeiten, dass es die Gespräche sind, die den Patienten helfen, nicht die Globuli.
    Beispiel:
    http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2011/11/17/wirkt-homoopathie-und-wenn-ja-wie.html
    "Bei den sekundären Endpunkten Schmerzempfinden, Zahl der geschwollenen Gelenke, Patientenselbsteinschätzung auf Wochenbasis und Stimmung zeigten sich dagegen jeweils signifikante Vorteile für jene
    Patienten, die homöopathisch beraten wurden im Vergleich zu jenen, die
    nur medizinisch beraten wurden.
    Das interessante Ergebnis ist nun, dass es innerhalb der Beratungsgruppen jeweils keinerlei Unterschiede gab. Es war also egal, ob die Patienten Placebo, Komplexhomöopathie oder individuell zubereitete homöopathische Medikamente bekamen, solange sie nur vorher homöopathisch beraten wurden. Anders gesagt: Reden ist wirksam, Globuli sind es nicht."
  • Zu dieser Schlussfolgerung kommt zum Beispiel auch Claudia Witt, die sich als Professorin für Komplementärmedizin viel mit Homöopathie beschäftigt hat und eigene Studien veröffentlicht hat. Sie schreibt in einem Interview 2015 für den Schweizer Tagesanzeiger "die wichtige versorgungsrelevante Information ist: Es konnte nicht gezeigt werden, dass homöopathische Arzneimittel besser wirken als Placebo. (...) Wir haben in einer grossen Beobachtungsstudie die gesamte homöopathische Behandlung mit Arztgespräch und Diagnosestellung untersucht und bei chronisch kranken Patienten grosse Effekte gefunden. Bringe ich das zusammen mit der bereits geschilderten Evidenzlage, wird klar: Da muss was anderes wirken als die Arzneimittel. Die Homöopathie hat eine besondere Arzt-Patienten-Interaktion. Daraus könnte man interessante Anregungen für die Medizin insgesamt übernehmen. "

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Anders als die Homöopathen es ihren Patienten erzählen ist das Bild der Homöopathie als Arzneimittellehre wissenschaftlich heute nicht mehr zu halten. Die Arzneimittelbilder und Repertorien sind Zufallsprodukte (auch dazu gibt es aussagekräftige Studien). Erfolge der Homöopathie erklären sich über Placebo- und allgemeine Kontexteffekte.

Man muss darauf hinweisen, dass die Homöopathika ein Placebo mit einem ganz erheblichen pseudowissenschaftlichen Überbau sind. Es kursieren zig scheinwissenschaftliche Erklärungsmodelle, wie reiner Zucker eben doch wirken soll (von der armen vergewaltigten Quantenphysik zu angeblichen Nanopartikeln über die in der Esoterik immer wieder anzutreffenden aber nirgends erklärten Informationen, Schwingungen oder geheimnisvollen Energien, die allesamt jedweder naturwissenschaftlicher Grundlage entbehren.)

Entsprechend kritisch fällt die Einschätzung von Wissenschaftlern auf die Frage aus, ob denn die Homöopathie ein Placebo ist, das man guten Gewissens dem Patienten geben kann, wenn er eigentlich keine stärkeren Medikamente braucht. (Das ist ja eine ganz andere Frage als die, OB Globuli mehr sind als Placebos...) Hier geht die wissenschaftliche Einschätzung klar in die Richtung, dass eine gute "sprechende Medizin" sinnvoller ist als ein esoterisch aufgeblähtes Placebo, in dessen Kontext dem Patienten nicht selten wissenschaftsfeindliche Thesen eingeimpft werden. Am besten für den Patienten wäre es, das Arzt/Patientengespräch IN der Medizin zu fördern - nicht ein pseudowissenschaftliches Placebo.

Dazu ein paar Zitate:

https://www.researchgate.net/publication/279966284\_Complementary\_and\_alternative\_drug\_therapy\_versus\_science-oriented\_medicine

"Ideal standard for patient care is the best possible treatment. In medical therapy, this is the sum of the specific effects of a demonstrably effective drug and the “non-specific” positive effects of the overall therapeutic context for the correspondent existing indication."

Und Ben Goldacre in seinem Buch "Bad Science" (tolles Buch übrigens)

""...there are often situations where people want treatment, but medicine has little to offer (...) Going through a theatre of medical treatment, and trying every medication in the book will give you only side-effects. A sugar pill in these circumstances seems a very sensible option, as long as it can be administered cautiously, and ideally with a minimum of deceit.
But just as homeopathy has unexpected benefits, so it can have unexpected side-effects. Believing in things which have no evidence carries its own corrosive intellectual side-effects (...)
It's routine marketing practice for homeopaths to denigrate mainstream medicine. There`s a simple commercial reason for this: survey data shows that a disappointing experience with mainstream medicine is almost the only factor that regularly correlates with choosing alternative therapies. (...) One study found that more than half of all the homeopaths approached advised patients against the MMR vaccine for their children, acting irresponsibly (...) How did the alternative therapy world deal with this concerning finding, that so many among them were quietly undermining the vaccination schedule? Prince Charles's office tried to have the lead researcher into the matter sacked.
A BBC investigation found that almost all the homeopaths approached recommended ineffective homeopathic pills to protect against malaria prophylactics, while not even giving basic advice on mosquito-bite prevention. This may strike you as neither holistic nor complementary. How did the self-proclaimed `regulatory bodies in homeopathy deal with this? None took any action against the homeopaths concerned.
And at the extreme, when they're not undermining public-health campaigns and leaving their patients exposed to fatal diseases, homeopaths who are not medically qualified can miss fatal diagnoses, or actively disregard them, telling their patients grandly to stop using their inhalers, and to throw away their heart pills. There are plenty of examples (...) Suffice it to say that while there may be a role for an ethical placebo, homeopaths, at least, have ably demonstrated that they have neither the maturity nor the professionalism to provide it.""

War ein wenig lang, die Antwort, aber dafür hast Du auch ein paar Links in Studien und Belege zum Thema - nicht nur eine "Meinung"...

Grüße

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Tatsächlich ist es auch noch nie gelungen, bei homöopathischen Mitteln eine Wirkung nachzuweisen, die über Placebo-Effekte hinausgeht. In der wissenschaftlichen Medizin wurden die theoretischen Ansätze und die praktische Umsetzung der Homöopathie seit ihrer Erfindung aufs Schärfste kritisiert und auseinandergenommen.

Dazu gibt es auch einige beeindruckende Rechenbeispiele, z.B. dass die Verunreinigungen, die bei der Herstellung von homoöpathischen Mitteln zustandekommen, im fertigen Mittel einen größeren Anteil haben als der eigentliche Wirkstoff oder dass die Verdünnung D24 dem Auflösen einer Tablette im atlantischen Ozean gleichkommt.

Eine Besserung der Symptome bei Einnahme von Globulis o.Ä. beruht also auf dem Placebo-Effekt und/oder auf nicht erfassten äußeren Einflüssen. So kann schon die positive Einstellung des Therapeuten einen großen psychologischen Effekt auf den Patienten haben oder eine parallel erfolgte Änderung der Lebensweise oder Behandlung mit herkömmlichen Mitteln sich positiv auf den Gesundheitszustand auswirken.

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Kommentar von voayager
29.02.2016, 12:27

Behaupte nicht einfach was, zumal du auf unlautere Weise nur die Hochpotenzen heranziehst, die obsolet sind.

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So ein Homöopath führt lange Gespräche mit seinen Patienten, schenkt ihnen Aufmerksamkeit, etc. Das wird von Schulmedizinern manchmal einfach übersehen, da werden die Patienten oft einfach nur wie Objekte behandelt, die man mit den korrekten Chemikalien von einem unerwünschten Zustand in den gewünschten Zustand überführen kann. Homöopathische "Medikamente" haben keine nachgewiesene Wirkung. 

Die Selbstheilungskräfte des menschlichen Körpers werden auch regelmäßig unterschätzt

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Mir geht es eigentlich genau so wie Dir. Ich habe vor allem den Placebo-Effekt in Verdacht. Angeblich ist es gar nicht so leicht, ein Medikament zu entwickeln, das besser hilft, als ein Placebo.

Dagegen spricht, dass das angeblich auch in Tierversuchen funktioniert.

Verstehen tu ich's leider nicht! Jedenfalls werd' ich mir die Frage markieren, weil ich schon auf kompetente Antworten hoffe.

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Kommentar von uteausmuenchen
28.02.2016, 21:43

Hallo Schwoaze,

Dagegen spricht, dass das angeblich auch in Tierversuchen funktioniert.

Es ist ein leider immer wieder gerade von Homöopathen gerne verbreitetes aber vollkommen falsches Gerücht, dass Genesungen beim Tier nach Globuligabe widerlegen würden, dass es sich bei Homöopathika um Placebos handelt.

Placeboeffekte bei Tieren sind bestens nachgewiesen. Kontexteffekte (z.B. Genesung einfach aufgrund des Faktors Zeit z.B.) treten sowieso immer auf. Ein unbewusster Anteil des Placeboeffektes wurde sogar am Tier entdeckt: die Konditionierung.

Eine große Rolle spielt auch die Erwartungshaltung des Besitzers. Der weiß ja, dass sein Tier behandelt wurde - und kriegt deshalb den vollen Placeboeffekt ab: Das verändert sowohl unbewusst seine Wahrnehmung des kranken Tieres als auch seine innere Anspannung. Letzteres nimmt natürlich ein vertrautes Tier ebenso wahr.

Es gibt auch Studien, die belegen, dass auch bei Tieren Homöopathika keine besseren Effekte erzielen als Placebos.

Nachzulesen z.B,

http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/homoeopathie-wieso-es-einen-placeboeffekt-bei-tieren-gibt-a-974333.html

oder

http://scienceblogs.de/plazeboalarm/index.php/bei-tieren-gibt-es-keinen-placeboeffekt/

Grüße

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Kommentar von Auskunft
29.02.2016, 08:11
Angeblich ist es gar nicht so leicht, ein Medikament zu entwickeln, das besser hilft, als ein Placebo.

Auch wenn es nicht leicht sein mag, so erfüllen doch die wissenschaftlichen Medikamente, die auf dem Markt sind, diese Voraussetzung.

Bevor nämlich ein neues Medikament eine behördliche Zulassung erhält, muss der Hersteller nachweisen, dass es besser als ein Placebo wirkt.

Leider sind homöopathische Mittel von dieser Nachweispflicht entbunden. Bei ihnen reicht es auch, wenn ein Homöopath(!) meint, dass eine Wirkung vorliegt. Wissenschaftlich nachgewiesen werden muß diese Behauptung nicht.

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Du solltest den Placebo-Effekt nicht unterschätzen. Als ich klein war, hat meine Mutter mir immer eingeredet, ich könne mich sozusagen "selbst heilen", wenn ich mich ganz fest darauf konzentriere. Oder sie hat mir irgendwas gegeben mit den Worten "Aber du musst dran glauben, sonst funktioniert es nicht". Bei Kindern kann man das machen. Erwachsene brauchen ein bisschen mehr, um sich überzeugen zu lassen. Daher die große Auswahl an homöopathischen Mitteln.

Ich bin allgemein nicht so der große Fan von Arzneimitteln aller Art, wenn es nicht unbedingt nötig ist. Ich finde das nur total interessant, daher studiere ich Pharmazie. Aber nichts ist so spannend wie der Placebo-Effekt.

Man könnte natürlich behaupten, Homöopathie ist reiner Betrug. Wahrscheinlich hätte man damit nicht einmal unrecht. Aber Fakt ist nunmal, dass es in vielen Fällen hilft. Placebo-Effekt eben. Und wenn vorne groß drauf stünde "Achtung, das ist nur ein Placebo", würde es nicht mehr wirken. Also muss man die Leute wohl einfach für dumm verkaufen.

Aber versteh mich nicht falsch, ich halte prinzipiell auch nicht viel von Homöopathie. Es hat mich aber sehr gewundert, dass viele Apotheken mittlerweile mit einer besonders spezialisierten Homöopathie-Abteilung werben. Das ist ja irgendwie seltsam, weil man meinen könnte, dass Apotheker mehr Ahnung haben. Ich habe dann unseren Oberassistenten danach gefragt, und er meinte, dass es eben gerade bei Homöopathie besonders wichtig ist, dass der Kunde eine ausführliche Beratung erhält, weil sonst die Wirkung ausbleibt. Das Gespräch ist Teil der Therapie.

Ich denke also, dass Homöopathie im Grunde gar nicht so schlecht ist. Aber es ist sehr wichtig, dass in kritischen Situationen eben doch die richtigen Medikamente genommen werden.

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Kommentar von Auskunft
29.02.2016, 15:08


Und wenn vorne groß drauf stünde "Achtung, das ist nur ein Placebo", würde es nicht mehr wirken.

Placebos wirken auch, wenn der Patient weiß, dass er ein Scheinmedikament einnimmt.

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Kommentar von uteausmuenchen
29.02.2016, 16:57

Hallo WildTemptation,

Es hat mich aber sehr gewundert, dass viele Apotheken mittlerweile mit einer besonders spezialisierten Homöopathie-Abteilung werben.

Das lässt sich eigentlich recht schnell erklären. Gesetzliche Sonderregelungen wie die EU Richtline 2001/83/EG zielen darauf, Homöopathika trotz fehlender Wirksamkeitsnachweise als Arzneimittel zu führen. Diese Richtlinie ist in Deutschland im AMG §§38, 39 (und einigen anderen Unterabschnitten) umgesetzt.

Letztendlich legt der Gesetzgeber in diesen Paragrafen fest: Ist es nach HAB hergestellt, ist es ein homöopathisches Arzneimittel - und in Deutschland sind Arzneimittel apothekenpflichtig.

Der Apotheker MUSS Homöopathika verkaufen, er darf sich nicht weigern, egal, was er von dem Zeug hält.

Dass es viele Apotheken auch bewerben, ist traurig, aber marktwirtschaftlich verständlich: Am Rezeptgeschäft kann der Apotheker nicht drehen - nur an den frei verkäuflichen Produkten. Und da machen die beliebten Homöopathika halt einen Teil aus.

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Kommentar von uteausmuenchen
01.03.2016, 13:15

Wild Temptation,

vielleicht für Dich als Student der Pharmazie gerade in dem von Dir in Deiner Antwort umrissenen Zusammenhang interessant:

https://www.researchgate.net/publication/279966284_Complementary_and_alternative_drug_therapy_versus_science-oriented_medicine

Die Frage, ob ein Placeboeinsatz bei bestimmten Indikationen innerhalb der Medizin sinnvoll und gerechtfertigt ist, ist ja eine ganz andere Fragestellung, als die, ob denn Homöopathika Placebos sind.

Bei der Homöopathie ist halt der Vorteil das ausführliche Gespräch, diese besondere Art der Arzt/Patienten-Interaktion, von der Studien direkt zeigen, dass sie dem Patienten helfen.

Der Nachteil ist, dass die Vertreter dieses Verfahrens sich zum großen Teil nicht über den Placebocharakter der Globuli bewusst sind, bzw. die Belege hierfür gezielt angreifen. Homöopathie ist ohne wissenschaftsfeindliche Tendenzen nicht zu kriegen.

Und die ethische Grundproblematik der Placebobehandlung sollte man nicht vergessen.

Die Autoren des verlinkten Artikels diskutieren das ausführlich auf wissenschaftlichem Niveau. Interessant hierzu vielleicht auch das Buch von Norbert Schmacke "Der Glaube an die Globuli".

Grüße

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Warum "abgesehen vom Placebo-Effekt"? Den solltest du nicht unterschätzen! Laut den Zahlen, die mir vorliegen wirkt ein Placebo immerhin zu 30%. Und das ist eine Menge. 

Abgesehen davon gibt es ja tatsächlich eine energetische Ebene. Ich halte nicht so viel davon, diese durch irgendwelche Kügelchen beeinflussen zu wollen, und spreche diese Ebene lieber direkt an, durch energetisches Heilen. Das ist so ähnlich wie Qi Gong.

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Kommentar von Xboytheunseen
28.02.2016, 21:25

Kannst du mir das mit der energetischen Ebene mal erklären.

Ich versteh nicht ganz wie sowas möglich ist

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Kommentar von MalNachgedacht
29.02.2016, 00:14

Abgesehen davon gibt es ja tatsächlich eine energetische Ebene.

Und für diese "Tatsache" gibt es auch solide Belege?

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Der Placebo-Effekt ist tatsächlich ziemlich wirksam, das ist wissenschaftlich nachgewiesen. Und auf genau dieser Basis wirkt auch Homöopathie. Das ist auch wissenschaftlich nachgewiesen. Und ausserdem ist diese Methode auch ganz ohne Placebo-Effekt sehr heilsam für die Geldbeutel von Heilpraktikern und Apotheken.

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Kommentar von voayager
29.02.2016, 12:26

noch heilsamer sind die rezeptpflichtigen Präparate für die Pharmakonzerne, denn diese sind allermeist um Einiges teurer als H. Diese Geldbeutelhinweise sind untauglich, da es im Kapitalismus für fast alle Lebensbereiche um den lieben Geldbeutel geht.

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1. jemand kümmert sich um dich ... allein das hilft schon, egal welche medikamente

2. Placebo-Effekt.   Psychologisch --- man bekommt ein Medikament und meint damit wird man geheilt. Auch wenn das Medikament Null Wirkung hat, wenn die Person meint es hilft, dann hillft schon allein der Wille.

3. Selbstheilung: der Körper erkennt Gift in geringsten Mengen auch wenn es nicht schädlich ist und entwickelt schon Abwehrmechanismen dagegen, die dann zufällig vielleicht auch gegen die andere Krankheit hefen, die das Abwehrsystem des Körpers bisher nicht erkannt hat.

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Du hast die Homöopathie nicht wirklich verstanden, schon weil du sie auf die Hochpotenzen beschränkst. Nimm zur Kenntnis, dass die Niederpotenzen keinesfalls sich auf ein paar hundert Atome beschränken.

Was H. bringt? Nun gewisse Heilerfolge, was denn sonst. Gewisse Parallelen zu den Impfungen sind mitunter auch gegeben.

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Kommentar von uteausmuenchen
29.02.2016, 02:13

voayager,

richtig ist natürlich, dass in einer D1 oder C1 noch genug chemische Wirkstoffe drin sind, um zu wirken. Bei manchen Wirkstoffen auch noch in anderen Niedrigpotenzen.

Falsch ist aber, dass das dann eine Wirkung nach dem Ähnlichkeitsprinzip ist. Das ist einfach die normale biochemische Wirkung, die ein vorhandener Wirkstoff im Körper eben auslöst - samt aller Nabenwirkungen.

Zerriebene ganze Biene heilt auch in D1 eingenommen keine entzündeten Schleimhäute, wird aber u.a. dafür empfohlen.

Und manche Imponderabilien (Licht des Polarsterns, Antimaterie, Elektrosmog,...) haben auch in D1 keinerlei Wirkung, weil auch hier keinerlei Wirkstoffe enthalten sind.

Und nicht zu vergessen: Das Prinzip der Potenzierung steht auch schon bei Niedrigpotenzen im Widerspruch zum naturwissenschaftlichen Wissen. Schütteln ändert nichts daran, dass beim Verdünnen Wirkung vergeht.

Grüße

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Tatsächlich wird immer noch vielfach die Wirkung von Homöopathika bestritten. 

Mich brachte die erfolgreiche Behandlung meiner Katze zur Homöopathie. 

Ich habe über einen langen Zeitraum mit meiner sehr kranken Katze erfolglos Hilfe bei etlichen Schulmedizinern gesucht. Trotzdem ich zunächst an deren Behandlungsmethoden und -erfolge glaubte, ging es der Katze zunehmend schlechter, nichts schlug an. Man gab ihr noch wenige Wochen zu leben. 

Ich landete dann mit der Katz, zunächst recht skeptisch, bei der Homöopathie. Es kamen hier verschiedene Mittel zum Einsatz, die tatsächlich nicht alle halfen. Bei einem Mittel gab es zudem deutliche Prüfsymptome. Das heißt, die Katze entwickelte die Symptomatik, auf die dieses Mittel zugeschnitten war. 

Als dann aber das richtige Mittel endlich gefunden war, half es sehr schnell und nachhaltig.  Selbst der Schulmediziner, bei dem sie parallel immer noch in Behandlung war, zeigte sich erstaunt über das Ergebnis. 

So bin ich dann auch als menschliche Patientin zur Homöopathie gekommen und habe auch hier fabelhafte Ergebnisse erzielen können. 

Da ich ja zuvor an die Heilungsmöglichkeiten der schulmedizinischen Behandlungen glaubte, während bei der Homöopathie zu Beginn immer auch große Skepsis im Spiel war, ist die Placebo-Theorie für mich nicht schlüssig. 

Am Ende ist es mir aber eigentlich auch egal, warum das Zeug hilft. Meine Maxime: Wer heilt, hat recht. 

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Kommentar von MalNachgedacht
29.02.2016, 14:01

Ich landete dann mit der Katz, zunächst recht skeptisch, bei der Homöopathie. Es kamen hier verschiedene Mittel zum Einsatz, die tatsächlich nicht alle halfen.

Ja wieso hat denn der behandelnde Homöopathie aus homöopathischer Sicht unpassende Mittel verordnet?

 Bei einem Mittel gab es zudem deutliche Prüfsymptome. Das heißt, die Katze entwickelte die Symptomatik, auf die dieses Mittel zugeschnitten war. 

Nur sollte ein Homöopath doch eigentlich ein Mittel veabreichen was zu den vorhandenen Symptomen paßt und nicht eines welches (angeblich) neue Prüfsymptome auslöst

Als dann aber das richtige Mittel endlich gefunden war, half es sehr schnell und nachhaltig. 

Ich würde mal eher sagen, Du hast den Krankheitsverlauf deiner Katze beobachtet währenddessen der Homöopath halt verschiedene Globulisorten verabreicht hat. Und die Sorte die zufällig zum dem Zeitpunkt dran war als die Katze das Gröbste überstanden hatte hat dann "geholfen".

Selbst der Schulmediziner, bei dem sie parallel immer noch in Behandlung war, zeigte sich erstaunt über das Ergebnis. 

Gemäß homöopathischer Lehre darf man parallel zu einer schulmedizinischen Behandlung gar nicht homöopathisch behandeln wenn man die homöopathische Heilung nicht verhindern will....

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Der Körper versucht grundsätzlich, jede Krankheit zu heilen, aber oftmals gelingt ihm das nicht, weil er das Muster der Krankheit nicht erkennt. Das homöopathische Similimum enthält einen energetischen Abdruck der Krankheit anhand derer der Körper das Krankheitsmuster erkennen und sie somit -im günstigsten Fall- kurieren kann. 

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Kommentar von dadita
28.02.2016, 22:00

Was du eigentlich sagen wolltest: Die meisten Krankheiten heilen von selbst. 

Homöopathische Präparate enthalten nun einen Hauch von gar nichts, beeinflussen den Krankheitsverlauf in keinster Weise und kosten dafür eine nicht unerhebliche Menge Geld. 

Energetische Muster gibt es nicht. 

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Kommentar von Agronom
28.02.2016, 22:01

Soweit die Lehre der Homöopathie, naturwissenschaftlich gibt es soetwas wie einen "energetischen Abdruck" nicht und auch eine direkte Wirkung von Homöopathika auf das Immunsystem ist nicht nachgewiesen.

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Kommentar von MalNachgedacht
29.02.2016, 00:13

Das homöopathische Similimum enthält einen energetischen Abdruck der Krankheit 

Aha  - und wer hat das wie herausgefunden?

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Kann es nicht und tut es auch nicht.

Homöopathie ist Scharlatanie, Schwindel, ausgedacht um Menschen eine nicht unerhebliche Menge Geld aus den Taschen zu ziehen.

Wer auf diesen Unfug hereinfällt, hat es allerdings auch nicht besser verdient. 

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Kommentar von Xboytheunseen
28.02.2016, 21:59

Also nur überteure Placebos und ein bisschen gut zureden vom Heilpraktiker ?

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Kommentar von nixawissa
29.02.2016, 00:34

Leider nicht! Mein Enkel ist allergisch gegen Tierhaar und ein Homöopatisches Mittel hilft ihm sofort, besser als ein anderes!

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Am Anfang einer jeden wissenschaftlichen Erforschung steht das Experiment. Man sollte also ein Phänomen nicht versuchen mit irgendwelchen Konstrukten herbeizureden ohne eigene Erfahrungen damit gemacht zu haben. Ich empfehle aber es bei einem ausgebildeten Homöopathen zu machen und nicht selber herumzuprobieren. Eine Therapie ist nämlich nur so gut wie der Terapeut sie beherrscht.

Mitlerweile gibt es viele gesetzliche Kasen die die Behandlung beim homöpthischen Arzt bezahlen wenn der entsprechende Arzt eine Kassenzulassung hat. Homöopathische Mittel sind übrigens apothekenpflichtige Arzneimittel.

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Kommentar von uteausmuenchen
02.03.2016, 22:30

Marigoldi,


Am Anfang einer jeden wissenschaftlichen Erforschung steht das Experiment.

Bei der Homöopathie sind wir nach 200 Jahren, über 200 Studien und mehreren hundert Experimenten längst nicht mehr am Anfang.

Die Ergebnisse sind übereinstimmend, dass keine Überlegenheit gegen Placebo reproduzierbar stabil nachweisbar war.

Man sollte also ein Phänomen nicht versuchen mit irgendwelchen Konstrukten herbeizureden

Da bin ich nun wirklich 100% Deiner Ansicht.

ohne eigene Erfahrungen damit gemacht zu haben.

Eigene Erfahrungen mögen uns emotional mehr berühren und beeindrucken als sauberes Überprüfen - es ist aber nachweislich fehleranfälliger, seine Meinung auf Stichproben zu bauen als auf aussagekräftigere Tests.

Du selbst hast doch gerade noch das Experiment empfohlen. Ein Experiment ist das herbeiführen einer aussagekräftigen Testsituation. Also eine Situation, die Kontexteffekte aus der Bewertung herausfiltern kann. Genau das sind saubere klinische Studien.

Eine Therapie ist nämlich nur so gut wie der Terapeut sie beherrscht.

Das ist bei einem Placebo anders, was die homöopathische Praxis ja immer wieder belegt: Die allermeisten angewendeten Homöopathika werden in Selbstmedikation nach Indikation genommen - also entgegen den eigentlichen Regeln der Homöopathie.

Mitlerweile gibt es viele gesetzliche Kasen die die Behandlung beim homöpthischen Arzt bezahlen

Das liegt an marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten - und ist kein Wirkungsnachweis.

Homöopathische Mittel sind übrigens apothekenpflichtige Arzneimittel

Das wiederum liegt an gesetzlichen Sonderregelungen, die sie vom Nachweis einer Placeboüberlegenheit explizit befreien - und ist genau deshalb ebenfalls kein Wirksamkeitsnachweis.

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Kommentar von MalNachgedacht
03.03.2016, 11:21

Am Anfang einer jeden wissenschaftlichen Erforschung steht das Experiment. Man sollte also ein Phänomen nicht versuchen mit irgendwelchen Konstrukten herbeizureden ohne eigene Erfahrungen damit gemacht zu haben

Das ist doch schön Marigoldi - denn dann kannst Du uns ja sicherlich mal ein konkretes Beispiel für eine Erkenntnis auf dem Gebiet der Homöopathie nennen, dass so einer experimentellen Überprüfung nach wissenschaftlichen Kriterien standgehalten hat...

Das kann ja eigentlich nicht schwer sein, denn das Fachwissen der "ausgebildeten Homöopathen" basiert doch wohl auf gesicherten Erkenntnissen und nicht auf irgendwelchen haltlosen, herbeigeredeten "Konstrukten"....

Wäre nett wenn Du vorab ungefähr verraten könntest bis wann Du so ein Beispiel nennen kannst....

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Sei Dir darüber klar, das auch Hormone in uns verrückt spielen können und die sind auch in so winziger Menge vorhanden wie ein Kügelchen im Bodensee!

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Kommentar von dadita
29.02.2016, 00:28

Hormone sind stets in messbaren Mengen vorhanden. Wirkstoffe in homöopathischen Präparaten nicht. Daher haben duese auch nicht die gerinste Wirkung. 

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