Was bringt die Meditation?

... komplette Frage anzeigen

6 Antworten

Ich habe einige Jahre Meditationserfahrung und äußere mich mal.

Meiner Meinung nach ist die Vorstellung, der Mensch müsse sich ständig optimieren und leistungsfähig sein, ein fataler Irrtum unserer Zeit, der auch zum Aufkommen leistungssteigernder Drogen führte.

Was ist Meditation?

Meditation ist nach meinem Verständnis keinesfalls eine Technik, mit der man "sich ruhig macht" oder mal eben "die Batterien auflädt".

Meditation ist aus meiner Sicht ein Zustand entspannter Achtsamkeit, in dem persönliche Bewertungen und geistige Anhaftungen gänzlich fallen gelassen werden. Es ist das bewusste Erleben des gegenwärtigen Moments.

Wenn man sagt "ich meditiere", dann klingt das, wie "ich arbeite" - eine Tätigkeit, die man kontrolliert und steuert, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen.

Doch Meditation vergisst das Leistungsdenken vollkommen, es geht darum, ganz offen für die Erfahrung des Moments zu sein und sie nicht durch das sonst übliche geistige Rauschen überlagern zu lassen.

Meditation ist weder etwas schlafartiges, wie eine Trance, noch ein Zustand angespannter Konzentration, sondern die Mitte zwischen diesen Extremen.

Entspannt, aber nicht schläfrig - gesammelt, aber nicht angespannt.

Ziel der Meditation

Ich rate davon ab, ein Ziel bei der Meditation zu haben, denn das kommt lediglich unserem Leistungsdenken zugute und sorgt für innere Unruhe.

"Einatmen....Ausatmen....bin ich schon entspannt?...hmm....nicht wirklich, oder? Achja....Einatmen...Ausatmen....wie lange es wohl dauert, bis ich die ersten positiven Effekte spüre?....Einatmen...Ausatmen....naja...fünf Minuten sitze ich bestimmt schon....das reicht doch, oder?"

Außerdem können Hoffnungen und Erwartungen die Meditation beeinflussen.

Wer das Ziel hat, unbedingt irgendeine "spirituelle Erfahrung" zu machen, der muss sich nicht wundern, wenn das Gehirn ihm einen Streich spielt und ihn mit den gewünschten Halluzinationen versorgt.

Deshalb rate ich davon ab, Meditation mit irgendeiner besonderen Absicht zu üben - man sitzt vorbehaltslos, ohne Ziel. Einfach weil man da ist.

Mein Rat

Ich halte, wie Eingangs schon gesagt, den Leistungsdruck und Optimierungszwang der Gesellschaft im aktuellen Maße für schädlich.

Wenn man meditieren will, dann sollte man das aber nicht tun, weil man dieser Leistungsgesellschaft entfliehen, oder sich womöglich einfach mental noch mehr "tunen" will, wie ein Auto.

Ich denke, das Bedürfnis nach Entspannung ist bei so viel Stress ganz natürlich und mit Methoden wie dem Autogenen Training (AT), oder der progressiven Muskelentspannung hat man wirksame Hilfsmittel.

Sollte es dir nur um Entspannung gehen, dann verweise ich auf diese beiden bewährten Methoden

Wer tatsächlich meint, die Begegnung mit dem eigenen Selbst anzustreben, mehr über sein Verhältnis zu sich selbst erfahren zu wollen, oder vielleicht sogar weitreichende Sinnfragen hat, für den kann Meditation eine tief gehende Erfahrung sein.

Ein mentales Doping für Gestresste ist Meditation nach meiner Ansicht nicht.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von musenkumpel
24.03.2016, 22:20

Top. Ich glaub du hast den wichtigen Kern getroffen, was Meditation eigentlich ist. Gerade um überholte Vorstellungen loszuwerden.

Was ich geschrieben hab waren dann eher 'perverse Abwandlungen' von meditativen 'Reisen' oder Konzentrationsübung. Das würde ja noch mehr unsinnige Vorstellungen aufbauen :E

Ok, danke dir!

Gruuß.

0

Meditation verschafft dir keine neue enerige, sie kann dir aber helfen, deine vorhandenen energien zu bündeln.

nehmen wir einen Laser als beispiel. mit einer 20 Watt Glühlampe kannst du wohl kaum eine Tafel schokolade schmelzen. zumindest nicht auf distanz. mit einem gleichstrken laser kannst du aber problemlos Löcher durch stahlplatten brennen... also von daher kann dir meditation duchaus helfen...

lg, Anna

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Kommt drauf an was man unter Meditation versteht.

Es gibt unendlich Möglichkeiten die zu variieren: Willen konzentrieren, Bewusstsein erweitern, Bewusstsein fokussieren, auf eine Handlung konzentrieren, auf starre Haltung konzentrieren und die Astralreisen und schamanischen Reisen und die moderneren Meditations- und Entspannungstechniken.

Entspannung
Die Progressive Muskelentspannung würde ich empfehlen, wenn du gedanklich wirklich garnicht abschalten kannst. Die entspannt Körper und Geist. Beziehungsweise lenkt sie den Geist ab und durch das An- und Entspannen des Körpers merkt man körperliche Verspannungen.

Meditationen etwa ein paar Stunden vor dem Schlafen (zum Schlafen sind nich alle geeignet) oder nach dem Aufstehen (für ruhigen/ausgeglichenen/entspannten/bewussten Tagesablauf...).

Zwischen verschiedenen Meditationen sollte mindestens ein Tag liegen, also nicht mehr als 3-4 Meditationen die Woche, ausser du machst das wie ein Jogi und meditierst jeden Tag die selbe Meditation, das is erstma nich zu empfehlen, sag ich ma.

Thema Leistung
Da fallen mir drei Dinge ein.

1. die Meditation von Schmerzunterdrückung ist schädlich. Weiss leider nicht mehr welche genau das war. Kann mir die ganzen fremdsprachigen Namen nich alle merken (deswegen gleich ma ein Wörterbuch ;)
https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/sivananda/die-kraft-der-gedanken/sanskrit-index/

2. Chi bündeln, bzw. Yoga um innere Organe oder Körper in Gleichgewicht zu bringen.
http://wiki.yoga-vidya.de/Asana

Aber wenn Yoga oder TaiChi eine Meditation sein soll, warum nicht mal aus dem Stand und ohne Aufwärmen ein paar Kilometer Joggen?!

Ich lief mal 8km ohne dass ich trainiert war. War leicht übergewichtig und lief vor den Trainierten vorweg. Ich hatte mich mental auf die Laufbewegung eingestellt und einen wichtigen Grund für das Laufen gegeben. Dann war ich von der Konzentration kurz abgelenkt und auf einmal wars vorbei.

Wenn du mit Bewusstseinszuständen experimentieren willst. Ich weiss nicht ob du für die Leistung Ausdauer oder Kraft brauchst. Du könntest dich auch mit Angst oder Tapferkeit etc anspornen. Also nochmal das Beispiel vom Laufen. Wenn du sprintest und dir vorstellst es wär ein Hund hinter dir ;)

(Hab inzwischen festgestellt, dass es nichts bringt, sich zu lang in so einen Schock-Zustand zu versetzen, aber so alle 20-30 minuten sich selbst einen Schreck vorstellen erhöht schonmal Kraft und Ausdauer und senkt sogar das Schmerzempfinden)

Das war 3.. Du kannst dir auch genausogut 'vorstellen' (als Gefühl) dass du die Marathon-Fackel nach Hause bringen musst, damit der Krieg vorbei ist oder dass du mit nem Laser-Schwert gegen böse Drachen kämpfst, je nach belieben.

Also während der Leisung Konzentration behalten und dafür immer auf Ausgeglichenheit achten, bzw dass du von der Energie, die du zu Leistung umwandeln willst einen Überschuss hast.

Das können eig auch alle gängigen Gefühle sein, Wut, Angst, Ehrgeiz, Spaß/Freude usw. Musst dir nur deine Gefühle bewahren und dich nicht abschotten (wie in diesem Schmerz-unterdrückungs-Yoga das mir grad nich einfällt).

Oh, lese grad die Antworten, die innere Energie steuerst du nicht nur über Drogen und Schlaf und Ernährung. Du steuerst sogar die Hormone durch deine bewussten Vorstellungen.

Wenn du den ganzen Tag vor Hunden wegrennst und Drachen tötest hilft Progressive Muskelentspannung auch nich viel. Deshalb a) nich übertreiben und b) Aufmerksamkeitsübungen zum Ausgleich: Spaziergänge, ruhige Phasen usw.

Wenns wirklich um Sport oder Arbeit geht, vergiss nich, deine Kollegen sind auch nur Menschen. Und ganz allgemein schöpft man sowieso die größte Kraft aus einem 'friedfertigen' inneren Zustand.

Man kann Meditationen gestalten wie man möchte, von daher würde es dir vielleicht Spaß machen dir einfach auszudenken was du üben möchtest, z.B. Willensstärke, Gelassenheit, etc.. Dann hast du mehr Spaß dabei und erkennst die Fortschritte.

Das macht mehr Spaß, gerade wegen der Regelmäßigkeit, als wenn du dauernd irgend ne neumoderne Meditation wiederholst.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von musenkumpel
19.03.2016, 10:31

Da du wahrscheinlich eine mentale Leistungsfähigkeit meintest muss ich noch mehr schreiben.

Wie schon gesagt hilft ein inneres Ziel. Eine Einstellung, warum oder wofür/fürwen du bei der Sache eintrittst.

Menschen mit 'zu hohem' Leistungsanspruch an ihr Bewusstsein vernachlässigen auf der anderen Seite ihren Körper: a Körperpflege, b Schlaf oder Hunger, c soziale Kontakte.

Schlaf oder Nahrungsentzug oder Vereinsamung führen aber nicht zu erhöhter Leistung, können aber paradoxerweise beitragen, dass die eigene Leisung als besonders hochwertig eingeschätzt wird, obwohl dem garnicht so ist.

Zum Lernen ist es gut, gleichmäßig zu essen. Dadurch schwankt der Hormonhaushalt nicht so stark als wenn man hungert und sich dann die Wampe vollhaut. Also wenn der Bewusstseinszustand sich kaum verändert, kann man am meisten Lernstoff aufnehmen (und ist länger konzentriert).

Dann muss man aber mehrere Tage den selben Stoff lernen - und zwar alles. Und zwischendurch wird nachts geschlafen.

Andererseits ist es genauso erwiesen, dass der Lernstoff besser hängenbleibt, wenn man ihn in den verschiedensten Bewusstseinsstufen lernt.

Also man lernt den Stoff während dem Joggen, vor und nach dem Essen oder vor und nach dem Schlafen und kann sich somit besser daran erinnern wenn man in der Prüfungssituation ist oder einer anderen Situation in der man nicht die beste Aufmerksamkeit hat.

Zurück zum Thema.

Meditation ist (eigentlich) immer mit einem Ziel verbunden und gleichzeitig eine mentale Konzentration (darauf).

Du kannst dich zum Beispiel auf Gefühle an den Chakras konzentrieren und sehen ob du dort 'verspannt'/blockiert bist oder auf die Entspannungszustände während progressiver Muskelentspannung (ja schonwieder ;)) und sehen ob du körperlich verspannt bist.

Was bringt Meditation. Durch die Konzentration wird man sich der Ressourcen/Energien bewusst, aber auch den Verspannungen.
Wenn du es schaffst die 'Energie frei fließen zu lassen', steht sie dir für Leisung oder Gelassenheit zur Verfügung, z.B. gegenüber unerwünschten Gefühlen oder für diverse Handlungen.

Der letzte Absatz war eigentlich die kurze Antwort auf die Frage. Hoffe der Rest war trotzdem interessant.

0

Ich denke Leistungssteigerung plus Entspannung fällt eher in den Bereich Yoga. Zumindest findest Du da viele, die dies auch wollen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Meditation bringt dir an aller erster Linie Fokus.

Im wesentlichen brauchen wir alle einerseits eine Standortbestimmung und andererseits ein Ziel.

Das erstere wäre Gegenstand einer Therapie, die genau so psychologische Ressource ist und das zweitere ist Gegenstand der Meditation.

Deine innere Energie steuerst du weit mehr über Ernährung, Schlafverhalten, Konsum von Genussmitteln (Alkohol, Nikoton, Koffein) und Bewegung.

Entspannung kommt aus meiner Sicht, dadurch das man seine Situation und sein Ziel kennt und Prozess orientiert handelt. Die meisten handeln Resultat orientiert.

Daraus resultiert Stress da man Resultate nicht steuer kann. Während Prozess orientiert bedeutet, ich werde jeden Tag in meinem Tun ein kleines Stück besser.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Geh Mahl auf youtube ,,,,,, geführte Meditation moyo dill oder so , ist cool hab das auch gemacht

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?