Was brauche ich für ein waffenschein?und wie bekomme ich einen?Verrausstzungen?

1 Antwort

Der Weg zur eigenen Waffe: um rechtmäßig Besitzer einer eigenen erlaubnispflichtigen Schusswaffe zu werden, bedarf es einiger Voraussetzungen. (siehe auch unten) Der Erwerber muss volljährig sein, will er eine großkalibrige Waffe erwerben muss er das 25. Lebensjahr vollendet haben. (Ausnahmen nur durch psychologisches Attest siehe Waffengesetz)

Der Behörde muss ein Grund (Bedürfnis) glaubhaft gemacht werden. Dieses Bedürfnis haben in der Regel nur anerkannte Sportschützen, Jäger, Sicherheitsdienste und Personen die mehr als die Allgemeinheit bedroht sind. Der Sportschütze muss mindestens 1 Jahr im Schützenverein seiner Wahl Mitglied sein und mindestens 18 Trainingstermine beweisen können (Schießbuch vom Schiessleiter unterschrieben) Wichtig ist natürlich auch die Art der Waffe, die er geschossen hat. Es ist also nicht möglich, in einem Schützenverein zu sein, in dem nur Kleinkaliber geschossen wird und dann z.B. eine 9mm Selbstladepistole zu beantragen. Der Schützenverein muss also einen Schießstand haben, auf dem die beantragte Waffe auch geschossen werden kann. Nach Ablauf des Mitgliedjahres und der Bestätigung der durchgeführten Schießen kann der Bewerber eine eigene Schusswaffe bei den zuständigen Ordnungsbehörden beantragen.

Diese verlangt eine Bestätigung des Dachverbandes, des Schützenvereins, dass der Erwerber die oben genannten Voraussetzungen erfüllt hat. Weiterhin muss der Bewerber eine Waffensachkundeprüfung erfolgreich abgeschlossen haben.

Die Behörde kann weiterhin prüfen, ob die Waffen und die Munition nach den gesetzlichen Bestimmungen gelagert werden (Rechnung über einen entsprechenden Waffenschrank vorlegen)

Die Behörde holt noch ein Führungszeugnis ein und dann kann der Erwerb genehmigt werden. Als Auflage für den Ersterwerber gilt auf jeden Fall, noch mindestens 3 Jahre lang ein Schießbuch zu führen, in dem die verlangten jährlichen 18 Trainingschiessen festgehalten und durch Schießleiter bestätigt sein müssen. Übrigens, falls man eine legale Schusswaffe erbt, muss die Behörde eine Waffenbesitzkarte ausstellen allerdings ohne Munitionserwerbsgenehmigung. Ab dem 01.04. werden Erbwaffen in der Regel mit einem "Blckiersystem" versehen. Diese Blockiersystem dürfen NUR von Berechtigten eingebaut bzw. ausgebaut werden. Die Kosten werden ca. 140,- Euro pro Schusswaffenlauf betragen, die der Erbe finanzieren muss. Hierzu gibt es einige Ausnahmen (siehe Waffengesetz ab 01.04.2008) Ebenso kann man eine Waffe finden und somit "erwerben", diese muss unverzüglich dem Fundbüro übergeben werden. Als Sportschütze kann man evtl. diese Waffe nach einem halben Jahr rechtmäßig in seine WBK eingetragen bekommen.

Möglichkeiten des Waffenerwerbs

Jagdwaffen 1) mit gültigen Jagdschein

Langwaffenmunition 2)

Kurzwaffen 4)
WBK-Voreintrag Kurzwaffenmunition WBK-Eintrag

Alle Waffen müssen innerhalb von zwei Wochen nach Kauf bei der zuständigen Behörde angemeldet werden.

1) "Jagdwaffen" sind alle Waffen, die nicht nach dem zum Zeitpunkt des Waffenerwerbs gültigen Bundesjagdgesetz verboten sind. 2) nach dem Bundesjagdgesetz erlaubte Munition 4) Der Voreintrag berechtigt zum Erwerb binnen eines Jahres

Kontingent Ohne Bedürfnisnachweis können bis zu zwei Kurzwaffen beantragt werden und unbegrenzt Langwaffen.

Jagdausbildung Dauerhafter Erwerb ist erst ab 18 Jahren möglich. Jugend-Jagdscheininhaber dürfen zur Ausübung der Jagd oder während des Trainings Waffen besitzen, führen und zum Revier hin- und zurück transportieren. Jungjäger dürfen nur mit Einverständnis des Ausbilders Waffen erwerben. Die Berechtigungsbescheinigung muss während der Ausbildung mit sich geführt werden. Minderjährige Jungjäger benötigen zudem das Einverständnis der Sorgeberechtigten.


Erwerb von Waffen und Munition durch Sportschützen Einzellader-Langwaffen mit glatten und gezogenen Läufen Sportschützen-WBK (gelb)( 3) Repetier-Langwaffen mit gezogenen Läufen

einläufige Einzellader-Kurzwaffen für Patronen-Munition

mehrschüssige Kurz- und Langwaffen mit Zündhütchenzündung (Perkussion)

alle anderen Waffen Grüne WBK mit Voreintrag 4) Munition für WBK-Waffen WBK Munition für andere Kaliber Munitionserwerbschein

Alle Waffen müssen innerhalb von zwei Wochen nach Kauf bei der zuständigen Behörde angemeldet werden.

3) Seit dem 01.04.2003 kann man seine "alte" Gelbe WBK (ohne Bedürfnisnachweis) auf o. g. Waffenarten erweitern lassen. Sportschützen, die keine "alte" Gelbe WBK haben, können nur mit Bedürfnisnachweis eine Gelbe WBK beantragen. 4) Der Voreintrag berechtigt zum Erwerb binnen eines Jahres

Kontingent Alle Waffen für die Sportschützen-WBK sind zahlenmäßig nicht begrenzt. Der Eintrag einer Waffe berechtigt zum Erwerb der passenden Munition. Neu ab 01.04.2008: Es dürfen nur noch 2 Schusswaffen pro Halbjahr erworben werden: Sportschützen haben ein gesetzlich anerkanntes Bedürfnis zum Erwerb von bis zu drei halbautomatischen Langwaffen und bis zu zwei mehrschüssigen Kurzwaffen für Patronenmunition. Darüber hinaus können weitere Waffen erworben werden, wenn der Schießsportverband bescheinigt, dass die weiteren Waffe a) zur Ausübung einer weiteren Disziplin nach Sportordnung des Verbandes benötigt wird oder b) diese zur Ausübung des Wettkampfsports erforderlich ist.


Entleihen, Transportieren und Führen Leihe

Erlaubnisfreie Waffen dürfen nur an volljährige Personen verliehen werden.

Erlaubnispflichtige Waffen dürfen "vorübergehend" 5) nur an Berechtigte mit einem Bedürfnis verliehen werden:

Sportwaffen können an Sportschützen, die eine WBK besitzen, zum Training oder Wettkampf verliehen werden, sowie zur sicheren Aufbewahrung oder zu Transport. Jagdlangwaffen können an Jagdscheininhaber für die Jagd verliehen werden. Jagdkurzwaffen können an Jagdscheininhaber, die zudem eine WBK besitzen, für die Jagd verliehen werden. In der WBK muss keine Kurzwaffe eingetragen sein.

5) Nach einem Monat muss die Waffe entweder mit neuer Leihvereinbarung wieder übergeben oder in die WBK des Entleihers eingetragen werden.

Zum Zweck der sicheren Verwahrung können Waffen "vorübergehend" verliehen werden. Es gibt keine gesetzliche Maximaldauer, jedoch Urteile, die eine Zeit von mehr als einem Jahr als vorübergehend bezeichnen. (am besten man spricht dies mit der Waffenbehörde ab)

Oben gesagtes gilt auch für die entsprechende Munition.

Transport

Erlaubnispflichtige Waffen und Munition dürfen im "nichtgewerblichen" Bereich, d.h. Familienmitglieder, Bekannte etc., nur noch mit waffenrechtlicher Erlaubnis (WBK-/Jagdscheinbesitz) transportiert werden.

Vereinsmitglieder dürfen jedoch auf Weisung des Vereins ohne WBK Waffen zum Vereinsheim zum Wettkampfsport hin und zurück transportieren. (Vordrucke für Vereinswaffen)

Oben gesagtes gilt auch für die entsprechende Munition.

Neu erlaubnispflichtige Schusswaffen dürfen nur noch getrennt von der Munition in einem verschlossenen Behältnis transportiert werden. (also Gewehrtasche oder Pistolentasche mit zusätzlichem Schloss gesichert) Jäger auf dem Weg oder vom Weg zur Jagd nach Hause dürfen ihre Waffen weiterhin nicht schussbereit, aber zugriffsbereit führen (transportieren)

Führen

Generell benötigt man zum Führen (schussbereites Transportieren) von Schusswaffen einen Waffenschein.

Folgende Ausnahmen gibt es jedoch:

Das Führen ist innerhalb des eigenen befriedeten Besitztums ohne Erlaubnis gestattet. Signalwaffen dürfen ohne Erlaubnis (Kleiner Waffenschein) beim Bergsteigen, als verantwortlicher Führer eines Wasserfahrzeugs oder bei Not- und Rettungsübungen geführt werden. Schreckschuss- und Signalwaffen dürfen bei Sportveranstaltungen zur Abgabe von Startschüssen ebenfalls ohne Erlaubnis geführt werden. Jäger dürfen ihre Jagdwaffen ab der Reviergrenzen geladen führen. Das Führen von Gas-Signal-Schreckschusswaffen ist nur noch mit dem "Kleinen Waffenschein" erlaubt (wird volljährigen Personen ohne Bedürfnis erteilt, Kosten ca. 50,-- Euro) Um eine Schreckschusswaffe im PKW zu haben bedarf es ebenfalls des "Kleinen Waffenscheins"!!! Neu: das Führen von allen Einhandmessern, sowie das Führen von allen Messern, die eine Klinge von über 12 cm haben wird ab dem 01.04.08 verboten. Der Kauf und der Besitz ist erlaubt. Weiterhin unterliegen alle Hieb und Stoßwaffen diesem Führverbot. Diese Messer bzw. Hiebwaffen sind dann in einem verschlossenen Behältnis zu transportieren Das Führen von Anscheinswaffen (Softair) ist ebenso ab dem 01.04. verboten. Transport nur im verschlossenen Behältnis. Schießen

Jedes Schießen außerhalb von Schießständen ist erlaubnispflichtig. Vorsicht beim Schiessen an Sylvester, am besten Auskunft bei den örtlichen Ordnungsämtern einholen

Ausnahmen

im Rahmen der berechtigten Jagdausübung Notwehr, Notstand mit Signalwaffen bei Not- und Rettungsübungen mit Schusswaffen aus denen nur Kartuschenmunition verschossen werden kann durch Mitwirkende an Theateraufführungen und diesen gleich zu achtende Vorführungen, zum Vertreiben von Vögeln in landwirtschaftlichen Betrieben im befriedeten Besitztum , wenn der Inhabers des Hausrechtes dem zustimmt, die Geschosse das Besitztum nicht verlassen können und mit Waffen geschossen wird, deren Geschoßenergie nicht über 7,5 Joule ("F im Fünfeck") beträgt (z.B. Luftdruck- und CO²-Waffen im eigenen Keller mit Kugelfang) mit Schusswaffen, aus denen nur Kartuschenmunition verschossen werden kann, mit Schreckschuss- oder Signalwaffen zur Abgabe von Start- oder Beendigungszeichen im Auftrag der Veranstalter bei Sportveranstaltungen, wenn optische oder akustische Signalgebung erforderlich ist.


Waffenaufbewahrung Erlaubnisfreie Waffen sind so aufzubewahren, dass sie gegen Abhandenkommen und gegen Zugriff von Unbefugten (Minderjährigen) geschützt sind, d.h. mindestens ein abgeschlossener Schrank, wenn Kinder im Haus sind.

Erlaubnispflichtige Waffen

Mindestanforderung lt. Bundesratsbeschluss, die jedoch noch nicht amtlich sind:

Schrank A (VDMA 24992) bis zu 10 Langwaffen ohne passende Munition

Schrank A mit Innenfach B A: bis zu 10 Langwaffen mit Kurzwaffenmunition B-Innenfach: bis zu 5 Kurzwaffen mit Langwaffenmunition

Schrank B (VDMA 24992) unbegrenzt Langwaffen bis zu 5 Kurzwaffen, wenn Gewicht unter 200 kg bis zu 10 Kurzwaffen, wenn Gewicht über 200 kg Munition in einem abschließbaren Innenfach

Schrank 0 (DIN/EN 1143-1) Unterschied zum B-Schrank: Munition braucht nicht in einem abschließbaren Innenfach aufbewahrt werden

Mehrere Waffenbesitzer in einem Haushalt dürfen ihre Waffen in einem oder mehreren gemeinsamen Behältnissen aufbewahren, auch wenn sie keine gemeinsame WBK haben.

Auf Reisen (Jagdreisen, Wettkämpfen, Sammlertreffen) müssen Waffen, soweit die "normalen" gesetzlichen Anforderungen nicht erfüllt werden können, unter "angemessener Aufsicht" verwahrt werden. Diese Erleichterung wird sich erst im Laufe der Zeit per Gerichtsurteile näher definieren lassen.

siehe auch http://www.waffensachkundepruefung.de

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