Was brauch man um bei der Bundeswehr Pilot zu werden?

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8 Antworten

Hallo,

vor allen Dingen den richtigen Killerinstinkt ;-) Warum informierst Du Dich nicht selbst bei der Bundeswehr?

https://mil.bundeswehr-karriere.de/portal/a/milkarriere/!ut/p/c4/DcUxDoAwCADAtgB2N38hbpRA4QUW0PQftmhsMTp0afKaX1Ro47HpetZcBtXinCOBgoClsqFw7ooTN_JQeJMD51W36VyT4h/

Dort lädst Du Dir die "Broschüre Fliegerischer Dienst (PDF, 716 kB)" herunter. Da findest Du alle Informationen zusammengefasst.

Im Prinzip musst Du drei Hürden nehmen:

  1. Die Eignung zum Offizier (alle Piloten sind Offiziere)

  2. Den psychologischen Test (Warum soll man gerade Dir ein Millionen Euro teures überschallschnelles, bewaffnetes Dienstfahrzeug anvertrauen?)

  3. Den flugmedizinischen Test (inkl. Zentrifuge und Höhenkammer)

Dazu: nicht vorbestraft, nicht drogen- oder medikamentenabhängig, positive Sicherheitsüberprüfung, teamfähig, mehrfachbelastbar, klares, logisches Denken auch in Grenzsituationen und unter Feindberührung.

2012 hatte die Bw rund 1.600 Bewerbungen für den fliegerischen Dienst. Davon wurden 59! Bewerber für alle Teilstreitkräfte übernommen und davon schafften es nach einem Fernsehbericht höchstens 2 bis 3 ins Cockpit eines Kampfjets!

Hallo,

ich erkläre dir das mal von Anfang an (also von der Musterung bis zum Pilot sein).


Als erstes musst du die Musterung überstehen. Du wirst in einen Tauglichkeitsgrad eingestuft (T1, T2 usw.), dabei wäre T1 bzw. auch T2 sehr empfehlenswert (anders gesagt: du musst T1 oder T2 haben). Je nach dem was genau du hast kannst du T2 gemustert werden, aber als Pilot trotzdem untauglich sein (zu starke Sehschwäche o.ä., mehr dazu gibts auf Wikipedia).


Du musst auch einige Tests ablegen (das sind Tests zu Sport sowie deinem Allgemeinwissen, Mathematik usw.) Falls es dich interessiert hier noch eine Auflistung was du bei dem Sporttest erreichen musst:

Die Übungen des PFT (ist eigentlich eine alte Verwendung zur Feststellung der Sporttauglichkeit, heut wird meines Wissens nach nur noch der BFT-Test angewendet) :

  • Pendellauf (4× 9 m)
  • Sit-Ups (40 Sek.)
  • Standweitsprung
  • Liegestütze (40 Sek.)
  • Cooper-Test (nur für die Offiziersanwärter)
  • Ergometer-Test (für Mannschaften, Feldwebel und Unteroffiziere)

Die Übungen des BFT:

  • 11x10 m Sprinttest
  • Klimmhang für mindestens 5 Sekunden
  • 1000-Meter-Lauf in maximal 390 Sekunden

Genaue Durchführung:

  • 11 × 10-m-Sprinttest: Die Testperson startet in der Bauchlage mit dem Kopf in Laufrichtung, die Hände berühren sich auf seinem Rücken. Auf das Kommando "Fertig, Los!" beginnt die Zeitmessung, und die Testperson sprintet los und umläuft so schnell wie möglich eine Wendepylone in 10 m Entfernung und läuft zurück. Nach Erreichen der Startposition legt sich die Testperson wieder in Bauchlage, die Hände müssen sich erneut kurz auf dem Rücken berühren, bevor er wieder aufsteht und die erneut die Wendepylone umläuft. Nach der 5. Runde muß die Testperson noch einmal in Richtung Pylone sprinten, sobald sie auf deren Höhe angekommen ist, stoppt die Zeit.
  • Klimmhang: Die Testperson muß zunächst die Startposition einnehmen. Dazu steigt sie an einer Reckstange auf einen kleinen Kasten und greift die vor ihr befindliche Reckstange. Die Daumen zeigen nach außen (Kammgriff). Die Griffbreite soll in etwa der Schulterbreite entsprechen. Die Schulter befindet sich auf Höhe der Reckstange, die Arme sind soweit wie möglich gebeugt. Auf das Kommando des Testleiters verlässt die Testperson den Kasten und verharrt so lange wie möglich in der Endposition eines Klimmhanges.
  • 1000 m-Lauf: Die Testperson absolviert eine Strecke von 1000m (vorzugsweise auf der 400m-Bahn von der 200m-Markierung aus). Die Zeit wird sekundengenau erfasst.

Wenn du T1 bzw. T2 gemustert worden bist kannst du deine Ausbildung für die jeweilige Laufbahn antreten (vorher kannst du auch den Freiwilligen Wehrdienst ableisten, um dir ein Bild von der Bundeswehr machen zu können). Du brauchst natürlich den der Laufbahn entsprechenden Schulabschluss. Hier mal eine Auflistung welche Laufbahn du mit welchem Schulabschluss anstreben kannst:

  • Hauptschulabschluss (Berufsreife)- Laufbahn der Mannschaften
  • Realschulabschluss (Qualifizierter Sekundarabschluss II)- Laufbahn der Feldwebel/ Unteroffiziere
  • Abitur- Laufbahn der Offiziere

[Es gibt noch "untergeordnete" Arten um in eine Laufbahn zu kommen. Z.B, Hauptschualabschluss+ Ausbildung-> Führt ebenso zur Laufbahn der Feldwebel/ Unteroffiziere usw.]

Um Pilot im fliegerischen Dienst zu werden musst du die Laufbahn des Offiziers anstreben (Fachabitur+ Berufsausbildung ist da auch möglich).


Um Offizier im fliegerischen Dienst zu werden musst du dich 16 Jahre verpflichten und u.a. das Auswahlverfahren an der OPZ bestehen (du musst dich gegen die Konkurrenz durchschlagen, dort wird schon recht stark aussortiert, wer weiter machen kann, und wer nicht). Wenn du das geschafft hast kommt der für wohl interessanteste Teil: Die 3 Phasen des fliegerischen Dienstes.

Hier ein kleiner Auszug aus der offiziellen Internetseite der Bundeswehr:

"In Phase I unterziehen sich die Bewerber einer Prüfung auf Eignung zum Dienst als Soldat. Wenn Phase I erfolgreich abgeschlossen wurde, werden die Anwärter in Phase II zur Feststellung der Wehrfliegerverwendungsfähigkeit zum Flugmedizinischen Institut der Luftwaffe in Fürstenfeldbruck eingeladen. Die angehenden Piloten unterziehen sich in Fürstenfeldbruck flugmedizinischen und fliegerpsychologischen Tests. Abschließend werden die Soldaten in Phase III einer fliegerischen Lernprobe unterzogen. Diese besteht aus einem Unterrichtsteil, mehreren Übungen in einem Simulator und der Überprüfung des Gelernten."

In Phase II musst du beispielsweise in eine Humanzentrifuge. Du bist dann den 9G ausgesetzt, die dich auch im Jet erwarten werden. Es gibt mehrere solcher Tests. Sie bereiten dich eben auf die wirklich harten Flugmanöver in einem Kampfjet vor, für manche sind die G-Kräfte in dieser hohen Dosierung eine echte Qual. Der Flugsimulator in Phase III erklärt sich wohl von selbst ;).

[Ich hatte keine Zeichen mehr zur Verfügung]

Du musst u.a. auch Test in einem Flugsimulator absolvieren.

Um die fliegerischen Eignungstest (Theorie) zu schaffen, solltest du eben ein großes Spektrum an Allgemeinwissen haben. Die Tests am Computer bestehen größtenteils aus allem möglichen. Wichtig ist das du ein gutes räumliches Denken, mathematisches sowie technisches Verständnis hast und vor allem gut Englisch kannst bzw. es magst die Sprache zu lernen (Teil der Ausbildung ist auch das Englisch "lernen", da viele Informationen oft nur auf Englisch übertragen werden).


Du solltest dich auf ein Gespräch mit einem Offizier, Psychologen o.ä. gut vorbereiten. Manchmal kommen vielleicht auch Fragen dir die etwas tricky erscheinen, aber du solltest immer einen kühlen Kopf bewahren und lass dir keine Unsicherheit anmerken, sowas sehen die nicht gerne- es gibt immer eine Antwort ;). Solche Fragen wie "Warum sollte man gerade Ihnen ein ca. 110 Millionen Euro teures, überschallschnelles Kampfflugzeug zur Verfügung stellen?" sind gerade im fliegerischen Dienst als Pilot sehr beliebt.

Hier noch ein interessantes Video zur Ausbildung http://www.youtube.com/watch?v=XT1QUzCiWqU MfG.

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@LegendaryDante1

Mein Text bezieht sich auf die Ausbildung zum Kampfpilot. Also zum Fliegen eines Jets und nicht eines Helikopters. Die Ausbildung eines Helikopter-Piloten sieht etwas anders aus. Sie ist weniger anspruchsvoll. Du musst beispielsweise diese Tests in der Humanzentrifuge nicht absolvieren (jedenfalls nicht mit solch hohen G-Kräften). In einem Kampfjet wie dem Eurofighter können bis zu 9G auf deinen Körper einwirken. In einem Helikopter sind es meines Wissens nach ca. 3G. Auch die schulischen Anforderungen sind nicht so hoch. Es gibt mehr Leute die einen Kampfjet fliegen wollen bzw. sich dafür dann auch bewerben. Da es mehr Leute dafür gibt kann die Bundeswehr mehr aussortieren, somit sind die Ansprüche höher.

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Du bewirbst dich bei der Bundeswehr bei der Laufbahn der Offiziere im fliegerischen Dienst. Dafür brauchst du mindestens ein Fachabitur. Wenn du ausgewählt wirst, wirst du eingeladen (du musst mehrere Tests absolvieren, die auch teilweise 5 Tage pro Phase dauern). Der Rest ergibt sich dann ;-)

Glaub mindestens mal (vom schulischen her) Fachabi, wenn nicht sogar allgemeines Abi, da man als Pilot nicht nur durch wahllos durch die Gegend düst, sondern auch Kenntnisse in u. a. Aerodynamik / Avionik benötigt. Zudem muss man körperlich sehr belastbar sein.

Schau mal auf der Seite von N24 oder N-TV in der Mediathek. Da lief letztens so eine Doku über die "Schule der Kampfpiloten". Die Doku wurde zwar bei der US Army gedreht, aber man sieht wenigstens mal die körperlichen Anforderungen und Tests.

Abitur (und Gesundheitsprüfung), dann Ausbildung zum Berufsoffizier und Pilotenschein.

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Dass man sich hier wieder mit solchen Unwissenden rumplagen muss -.-'. Die Bundeswehr hat gar keinen NC! Du kannst auch mit einem Abi von 4,0 genommen werden, das liegt in deren Ermessen! Meistens wollen die bloß einen Gesamteindruck deines Zeugnisses. Wichtig sind die Tests/ sportlichen Anforderungen die du dort absolvieren musst.

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