Was ist der Unterschied einer gefühlten und einer tatsächlichen Inflation?

6 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Das Problem ist, dass Statistiker immer nur mit sogenannten Warenkörben die Geldentwertung messen können. Die Warenzusammensetzung in diesen "Körben" soll einen Durchschnitt der konsumierten Waren darstellen. Im Warenkorb befinden sich also soundsoviel Kilo Kartoffeln, Schokoriegel, Friseurbesuche, Teppichböden usw.. Auch Waren, die sehr selten angeschafft werden, wie Autos oder Schrankwände sind zu einem bestimmten Prozentsatz berücksichtigt. Wird nun die Butter teurer (von 79 auf 129 Cent = 63%), dann fällt das sehr auf. Bei Schrankwänden fällts weniger auf und beim Ferrari auch nicht. Die gefühlte Inflation ist also die Inflation bei den Waren, die man im Blick hat. Hinzu kommt, dass man Preissenkungen, die die Inflationsrate statistisch senken, nicht so sehr wahrnimmt wie Erhöhungen. Auch hier irrt sich das Gefühl.

Die tatsächliche Inflation, die man konkret am eigenen Leib erfährt, ist noch etwas anderes. So kann es sein, dass jemand der im unteren Preissegment einkauft (immer die Bückware im Supermarkt) eine höhere Inflation erlebt als jemand der nur Luxusartikel im KadeWe kauft. Bei der Preiskalkulation eines Ferrari ist für den Verkäufer mehr Spielraum als bei Kondensmilch. Wenn Kondensmilch stark im Preis steigt, habe ich als armer Schlucker aber nichts davon, wenn Diamanten billiger werden. Es gibt also eine statistische (Durchschnitts-)Inflation, eine gefühlte und eine erlebte Inflation.

Supi, danke für deine sehr aufschlußreiche Erklärung!!! Habe schon vermutet, daß meine Gefühlswelt irgendwie durcheinander ist. Die Seigerung von Lüge ist also doch Statistik! Werde mich in Zukunft weniger bücken und mehr Diamanten auf den Tisch bringen, oder nen Ferrari-Braten! ;-)))

0
@auchmama

Wie sagte doch schon Winston Churchill? "Ich vertraue nur der Statistik, die ich selbst gefälscht habe."

0
@YuLy42

Dieses Zitat stammt nicht von Churchill, sondern wurde von deutschen Mitarbeitern des Ministeriums für Propaganda und Volksaufklärung erfunden und als ein (falsches) Churchill-Zitat verbreitet. Das zählte wohl zur psychologischen Kriegsführung.

0

Ich habe auch das Gefühl, daß die Inflation höher ist als das, was sie uns gerne in den Nachrichten verkünden. Man kann auch gerne mal darüber nachdenken, welche politischen Gründe es für einen möglichst inflationsgünstigen Warenkorb gibt. Da wäre beispielsweise der Euro-Stabilitätspakt...

Ich kaufe nicht jeden Tag ein Auto, und ich (ich persönlich) gehe nicht mal einmal im Monat zum Frisör.

Da, wo ich die Inflation fühle und zu spüren bekomme, bei meinem täglichen oder wöchentlichen Einkauf von Lebensmitteln, beim Tanken an der nächsten Tankstelle usw. ist sie tatsächlich stärker. Deshalb gab es neulich auch eine "etwas andere" halboffizielle Statistik, die meinen Gefühlen schon deutlich näher kam. Leider weiß ich nicht mehr, wer diese Statistik erstellt hatte und wo man sie eventuell nachlesen kann.

Hier einige hilfen: © stern TV Prof. Brachinger: "Gefühlte Inflation liegt zur Zeit bei 9,6 Prozent"

Euro=Teuro? Zwar sprechen sämtliche Statistiken gegen eine außergewöhnliche Verteuerung, aber entscheidend sei die "gefühlte Inflation". Warum die viel höher ist als die amtlich gemessenen Daten, erklärt der Statistik-Professor Wolfgang Brachinger.

Professor Brachinger, was ist die "gefühlte Inflation"? Die offizielle amtliche Statistik wird über einen repräsentativen, theoretischen Warenkorb ermittelt. Sie hat vor allem ein Ziel: Sie soll ein Indikator für die Geldwert-Stabilität sein. Das interessiert den Verbraucher aber herzlich wenig. Vielmehr stellt er etwas ganz anderes fest: nämlich die Preisveränderungen der Produkte, die er alltäglich einkauft. So ergibt sich eine individuell unterschiedlich wahrgenommene Inflation. Was beeinflusst die subjektive Wahrnehmung der Inflation? Zwei Punkte sind wesentlich: 1. Preissteigerungen bleiben stärker im Gedächtnis als Preisrückgänge; sie werden auch verhältnismäßig stärker bewertet als Rückgänge. Das hat die empirische Forschung zweifelsfrei festgestellt. 2. Bei häufig gekauften Gütern werden Preisveränderungen stärker registriert als bei selten gebrauchten Produkten - unabhängig von der Höhe des Preises.

Haben Sie dafür ein konkretes Beispiel? Wer sich jeden Tag Brötchen kauft, ärgert sich stark und nachhaltig über eine Preiserhöhung um 10 Cent. Aber wenn ein Computer 300 Euro weniger kostet als vor einem Jahr, dann wird das kaum wahrgenommen. Bei einem Computer verfolgen die meisten nicht jeden Tag die aktuelle Preisentwicklung, einen neuen kauft man sich ja auch nur alle paar Jahre. Konsumenten im Durchschnitt Verluste genau doppelt so hoch bewerten wie Gewinne. Das heißt: Eine Preissteigerung wird doppelt so stark wahrgenommen wie ein Preisrückgang in gleicher Höhe. Dieser Parameter fließt in unsere Berechnungen ein. Desweiteren gewichtet unser IWI entsprechend stark die am häufigsten gekauften Güter wie zum Beispiel Brötchen und Tageszeitungen. Da haben wir genaue Daten für unsere Statistik.

Wie hoch ist die wahrgenommene Verteuerung zur Zeit? 2005 lag die wahrgenommene Inflation durchschnittlich über 8 Prozent, im Dezember gar bei 9,6 Prozent - ein Vielfaches über dem offiziellen Verbraucherpreisindex.

Wann gab es in den vergangenen Jahren die stärksten Ausschläge? Anfang 2001 ging es damit los, dass die gefühlte Inflation deutlich über den amtlichen Verbraucherpreisindex stieg. Anfang 2002 dann, als das Euro-Bargeld eingeführt wurde, erreichte die wahrgenommene Inflation Spitzenwerte von knapp 10 Prozent - während die offizielle Inflationsrate die ganze Zeit über stabil zwischen 1 und 3 Prozent

Trotz Schmerzmittel Regelschmerzen?

Hey :) ich bin 16 Jahre alt und habe meine Periode seit ich 13 bin. Ich habe extreme Regelschmerzen seit meiner ersten Menstruation. Mittlerweile probiere ich dagegen die Anti-Baby-Pille aus. Trotz allem sind die Schmerzen immer noch da :/ Ich habe auch schon verschiedene Schmerzmittel ausprobiert, bis zum Zäpfchen 😱 Hilft alles nichts. Mein Hausarzt meinte das ich da jetzt wohl durch muss aber DAS KANN ICH NICHT! Die Schmerzen verändern sehr meinen Alltag. Manchmal habe ich solche Krämpfe im Unterleib wo ich denke das es mich gleich zerreißt... Fieber und Schweißaubrüche gehören auch dazu. Ich wurde auch schon Gynokologisch untersucht kam nichts dabei heraus. Ich weiß mir nicht mehr zu helfen Hat vllt jemand von euch Tipps?:) Danke schon mal

...zur Frage

Gefühlte Temperaturen : fühlen Männer und Frauen die Wetter-Temperaturen wirklich anders?

Habe gerade einen Wetterbericht geschaut und dort wurden zusätzlich die gefühlten Temperaturen angegeben - allerdings diese mit unterschiedlichen Zahlenwerten hinsichtlich der Geschlechter. Frauen empfinden es tagsüber leicht wärmer als Männer, des Nachts liegen die Geschlechter beim Temperaturempfinden gleich.

Das ist doch Quatsch, oder...?

http://www.donnerwetter.de/wetter/berlin/DE14356.html

...zur Frage

Worin liegt der Unterschied zwischen Syndrom und Krankheit?

Ich habe mich heute in der Vorlesung über genetische Syndrome (z.B. Down-Syndrom, Fragiles X-Syndrom, Katzenschrei-Syndrom...) gefragt, welche Kriterien erfüllt sein müssen, um von einem "Syndrom" sprechen zu können.

Mein derzeitiger Stand: Ein Syndrom besteht aus einem Komplex an gleichzeitig auftretenden Symptomen, die auf eine Ursache zurückzuführen sind.

Aber wie sieht es bei einer gewöhnlichen Grippe aus? Was ist mit Krebs oder Muskelschwäche? Auch hier findet sich immer ein ganzer Komplex aus Symptomen, die zu dem Krankheitsbild gehören. Zunächst hätte ich behauptet, dass es sich dabei nicht um Syndrome handelt, so sicher bin ich mir mittlerweile aber gar nicht mehr.

Kennt sich jemand mit dem Thema aus?

...zur Frage

Mein Vater ist extrem verbal aggressiv und wird immer schlimmer. Was tun?

Er besitzt keine Empathie, ist stur und möchte immer, dass jeder seiner Meinung ist. Wenn etwas nicht nach seinem Plan läuft, wird er aggressiv und schreit das ganze Haus zusammen. Wenn wir Besuch haben und er nicht im Mittelpunkt steht, dann beleidigt er auch mal meine Mutter vor der ganzen Familie, damit er hinterher im Mittelpunkt steht. Wenn unser Hund Nachts mal raus muss und er wach ist, dann steht nicht etwa auf und macht die Tür auf. Nein, er schreit lieber vorher durch das ganze Haus. "Halt die Fresse" "Blöde Kuh" "Fette Sau" "Hexe" gehören zu seinem täglichen Sprachgebrauch mit denen er meine Mutter oder Schwester beleidigt. Seine verbalen Ausraster hat er im Supermarkt, in der Stadt, auf der Straße, etc. Er schämt sich nicht vor fremden Menschen. Diese "Persönlichkeit" besitzt er seitdem ich geboren wurde. Meine Mutter ist mittlerweile mit dem Nerven am Ende. Ich bitte um Hilfe!

Ich könnte hier noch hundert weitere Beispiele aus dem Alltag aufzählen, aber das bringt nichts. Er ist einfach ein unglaublich aggressiver Mensch. Handgreiflich wird er nicht. Alkoholiker ist er nicht. Drogen nimmt er nicht.

...zur Frage

Wie kann die essentielle Geldfunktion der Wertaufbewahrung mit dem Inflationsziel von 2% pro Jahr vereinbart werden?

Beschäftigt man sich mit Geld, muss man sich auch mit den Funktionen des Geldes auseinandersetzen. Diese sind die Funktion als Mittel zur Zahlung, Wertaufbewahrung und Wertmess- bzw. Recheneinheit (Vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Geldfunktion ).

Doch auf der anderen Seite haben Zentralbanken ein Inflationsziel von etwa 2% pro Jahr, weil sonst nicht ausreichend Investitionen getätigt werden ("Investiere Dein Kapital lieber jetzt als in zehn Jahren, da es in zehn Jahren effektiv weniger wert ist".)

Das offizielle Inflationsziel setzt doch die Funktion von Geld als Wertaufbewahrungsmittel völlig außer Kraft. Wie können diese beiden gegensätzlichen Ziele miteinander vereinbart werden?

...zur Frage

Unterschied zwischen verschiedenen Kondensatortypen

Hallo liebe Gemeinde, Vor Beginn meiner Frage möchte ich betonen, dass ich bereits Google, Wikipedia aber auch die SuFu benutzt habe. Jedoch ist mir der Sachverhalt noch nicht schlüssig.

Es geht um den Unterschied zwischen einem keramischen Scheibenkondensator und einem keramischen Vielschichtkondensator. Mittlerweile habe ich herausgefunden, dass keramische Scheibenkondensatoren wohl schon zum alten Eisen gehören und somit nicht mehr zeitgemäß sind. Aber der Unterschied zwischen den zwei Kondensatortypen ist mir noch nicht ganz klar.

Es geht darum, unterschiedliche Stufen in einer elektronischen Schaltung zu entkoppeln, üblicherweise habe ich das bisher mit keramischen Scheibenkondensatoren gemacht, eignen sich zu diesem Zweck auch keramische Vielschichtkondensatoren oder sind diese für andere Zwecke gedacht?

Vielen Dank vorab. Gruß Werner

...zur Frage

Was möchtest Du wissen?