was besagt der rechtspositivismus?

...komplette Frage anzeigen

2 Antworten

Die Frage ist eigentlich, welchen Gesetzen sich der Mensch allein aus ethischen Motiven unterordnen sollte. Der Rechtspositivismus behauptet, allein dadurch dass es die Gesetze gibt, sind diese auch ethisch legitimiert. Das Naturrecht dagegen behauptet, dass es durch die "Natur" gegebene übergeordnete ethische Prinzipien gibt, die von der Legislative erkannt und respektiert werden müssen. Nur wenn dies geschehen ist, so müssen die Gesetze aus ethischen Motiven beachtet werden.

Ein Beispiel: Jeder "Erwachsene" hat ein Recht auf Sexualität, sofern er hierbei keine Rechte anderer verletzt. Betrachten wir das Inzestverbot in Deutschland, demgemäß Geschwister nicht miteinander Geschlechtsverkehr haben dürfen, so gibt es ein Problem. Wenn es beide freiwillig tun und beide volljährig sind, wo ist dann das Opfer dieser "Straftat"? Deshalb ist das Inzestverbot in vielen Staaten der EU seit einigen Jahren aufgehoben. In Deutschland existiert es noch, wie zu Kaisers Zeiten (der Kaiser wollte natürlich erbgesunden Nachwuchs).

Die Menschenrechte orientieren sich am Naturrecht. Sie sollen dafür sorgen, dass sich andere Gesetze nicht versehentlich ungerecht auswirken. Weiterhin sollen sie bewirken, dass kein Gerichtsverfahren und keine Festnahme, Durchsuchung u.s.w. ungerecht abläuft. D.h. das Grundgesetz in Deutschland soll dafür sorgen, dass Legislative, Judikative und Exekutive sich an das Naturrecht halten.

Der Rechtspositivismus erlangte im 19.Jahrhundert große Bedeutung.Er verzichtet auf metamphysische Begründung des Rechts.

Diese Rechtsschule vertritt die rechtsphilosophische Position, dass die Geltung von Normen alleine durch die staatliche Gewalten ( Legislative , Exekutive und Judikative ) Geltung erlangt. Staatliches Recht wird als ius poitivum, gesetzes Recht bezeichnet.

Danach wären auch die Gesetze in einem Unrechtsstaat gültiges Recht.

Positives Recht steht vollkommen im Gegensatz zum Naturrecht, aus dem sich die Menschenrechte, das Recht auf Leben, das Recht auf körperliche Unversehrtheit etc., ableitet. Gerade das Recht auf körperliche Unversehrtheit spricht gegen Inzest. Dazu kommen noch rein medizinische Überlegungen.

Gerade das Recht auf körperliche Unversehrtheit spricht gegen Inzest.

Heutzutage gibt es Verhütungsmittel (die auch von einem Geschwisterpaar angewendet werden können). Ansonsten ist für gesunde Geschwister die Chance auf ein gesundes Kind immer noch weit größer als auf ein erbkrankes Kind, nämlich etwa im Verhältnis 5 zu 1.

Wir könnten allenfalls darüber diskutieren, ob die Gesellschaft im Falle eines Inzestpaares das Opfer ist, weil das Inzestpaar mit größerer Wahrscheinlichkeit ein erbkrankes Kind bekommen wird, das die Gesellschaft finanziell belasten wird. Heutzutage wird aber auch behindertes Leben als wertvolles Leben betrachtet - ich finde das gut.

Dazu kommen noch rein medizinische Überlegungen.

Da weiß ich nicht, was du noch meinen könntest. Deshalb kann ich auch nicht darauf eingehen.

1

Was möchtest Du wissen?