Was benötigen die Siegermächte,nach dem 2ten Weltkrieg, für das ,,neue" Deutschland?

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7 Antworten

In erster Linie benötigten sie die Deutschen! Die waren kriegsmüde und sehnten sich nach Frieden. Die gesamte Versorgung war zusammengebrochen. In der Verwaltung saßen aber überwiegend Parteigenossen. Die Verwaltung mußte entnazifiziert werden. Das dauerte etwa 2 Monate, bis es wieder Lebensmittelkarten und Lebensmittel zu kaufen gab. Der Wiederaufbau des zerstörten Deutschland wurde durch Kredite angeschoben. Die Menschen waren Willens, Deutschland wieder aufzubauen und sich wieder ein Dach über dem Kopf zu schaffen. Mit der Einführung einer neuen Währung, der DM, hatte das Geld wieder einen realen Wert. All das hat zum Wirtschaftswunder in der Nachkriegszeit geführt.

Was heißt "benötigen". Die Mächte konnten nicht einfach sagen: "wir haben gesiegt und jetzt gehen wir nach Hause." Sie hatten handfeste interessen an pollitischem und wirtschaftlichen Einfluss und haben insofern in ihren Zonen die Entwicklung in ihrem Sinne beeinflusst. Schließlich entstand das geteilte Deutschland, weil sich zwei antagonistische Blöcke gegenüberstanden. Ein Block ist abgerutscht und siehe da, der deutschen Einheit stand nichts mehr im Wege.

Meines Erachtens nach lag folgende Situation vor:

Vier Siegermächte, deren eine sich vollständig von den anderen dreien unterschied und eine andere kaum nnoch etwas zu vermelden hatte, brauchten erst einmal einen Konsens über die Nachkriegsordnung, die nicht nur Deutschland betraf, sondern auch gleich ganz Europa. Verhandlungen zu dieser Thematik wurden in Gizeh, Teherean, Jalta und Potsdam geführt.

Dann standen die vier vor einem qualmenden Trümmerhaufen namens Deutsches Reich und steckten auf diesem Schuttberg ihre Claims ab. In ihren jeweiligen Einflussgebieten benötigten sie Deutsche, die möglichst kompetent -(wenn sie dann auch noch unbelastet waren, so wurde das wohlwollend zur Kenntnis genommen, war aber nicht zwingend notwendig)- den Wiederaufbau betrieben.

Wiederaufbau hieß in diesem Falle nicht nur Schutt wegräumen, sondern auch die in zwölf Jahren beinahe ebenso zertrümmerte rechtsstaatliche Administration, Legislative, Jurisdiktion, Exekutive etc. und vor allem demokratische Strukturen neu zu etablieren.

Das war für die Alliierten ein enormes Zuschussgeschäft, was sie umso mehr belastete, als ihre eigenen Nationalökonomien durch den Krieg schwer gebeutelt waren. Sie konnten jetzt nicht einfach nach Deutschland greifen, wie Siegfried in den Drachenhort, denn - wie gesagt - sie hatten einen Trümmerhaufen erobert, aus dem kaum noch etwas mehr als Grips und ingenieurtechnische Innovationen (vor allem für die Amis) zu holen war.

Daher waren sie auf Deutsche angewiesen, die so autonom wie möglich die Interessen der Alliierten in deren jeweiliger Besatzungszone vertraten.

Loyalität zum Kapitalismus (Westdeutschland) bzw. zum Kommunismus (Ostdeutschland).

Sie mussten den Hunger bekämpfen. Sie russen schleppten die Reste der Ostdeutschen Industrie weg. Auch wenn es nur als Schrott in Russland ankam.

such mal - google oder wikipedia - nach Morgenthau-Plan und Marshall-Plan

verständnis

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