Was benötige ich alles für ein Amateur Tonstudio?

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3 Antworten

Zunächst einmal brauchst du kein Mischpult sondern vielmehr ein Audiointerface.

Falls du mit mpd einen Akai MPD Controller meinst (wieso kann man sowas eigentlich nicht ausschreiben?), ersetzt der dir kein Audiointerface sondern lediglich teilweise Maus und Tastatur. Der macht deine Musik also nicht besser, lediglich das Produzieren vielleicht etwas komfortabler. Ich würd mir die Investition überlegen. Zumal du offensichtlich bis gerade nicht einmal wusstest, um was es sich dabei handelt.

Genau so beim "Mikro mit diesem schwarzen FIlter, die davor sind": Bei diesem Mikros handelt es sich um Kondensatorgroßmembranmikrofone und bei dem Filter um einen FIlter, der dafür sorgen soll, dass keine Luft direkt auf die Membran des Mikrofons trifft. Diese Mikrofone sind nämlich empfindlich und ich rate von einer Anschaffung eines solchen als erstes "gutes" Mikrofon ab. (zumal die wirklich guten mindestens vierstellig kosten.)

Als erstes und erstmal einziges Mikrofon würde ich eher zu einem EV RE-20 oder einem Shure SM-7 raten.

Der nächste Punkt betrifft die Raumakustik: Diese sog. Reflexionsfilter sind eher kontraproduktiv. Die sind nämlich auf der Seite eines Nierenmikrofones, auf der es sowieso nichts aufnimmt. Dafür sorgt der "Reflexionsfilter" oft für Phasenauslöschungen und somit einen "topfig" klingenden Sound. Wenn du ohnehin mit so einem Teil arbeiten willst, lohnt sich auch die Investition in ein teures Mic nicht.

Um deine Raumakustik zu verbessern, musst du auch nicht dein ganzes Zimmer mit absorbern zukleben. (DAs wär auch eher kontraproduktiv.) Es geht auch nicht darum, dass dein Aufnahmeraum tot klingt. Wenn er gut klingt ist schon was gewonnen. Dazu musst du herausfinden ob und worin Probleme bestehen und als erstes würd ich versuchen, die mit "Hausmitteln" zu lösen. (Möbel umstellen, Bücherregale als Diffusoren mißbrauchen, Polstermöbel/Matratzen möglichst als Bassfallen in die Ecke, etc.)

Was du an SOftware brauchst, hängt davon ab, was du tun willst. Wenn du nur Audio aufnehmen willst, reicht Audacity oder besser noch Reaper.

Wenn du mit Virtuellen Instrumenten und Samplelibraries arbeiten willst, musst du, je nach deinen Bedürfnissen und Vorlieben, vermutlich etwas tiefer in die Tasche greifen.

 

Das Shure Sm 7 ist für diesen Zweck eigentlich ungeeignet und hat auch für "Studioaufnahmen" einen zu beeinflussten Frequenzgang. Ich rate zu den günstigeren Rode Mikrofone. Und für Anfänger sind die Thomann T.Bone Mikrofone ab 150-200€ nicht schlecht. Wir hatten auch letztens das AKG C220 hier, was ich nur wärmstens empfehlen kann.

Wenns ein Kleinmembranmikro werden soll, kann ich im unteren Preisbereich das AKG C1000S empfehlen.

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@actordc

"Das Shure Sm 7 ist für diesen Zweck eigentlich ungeeignet und hat auch für "Studioaufnahmen" einen zu beeinflussten Frequenzgang. "

Schade, dass das Michael Jackson keiner gesagt hat, als er Thriller aufgenommen hat... ;)

Ich benutze seit Jahren das SM-7. Dass der Frequenzgang nicht ganz Neutral ist, stimmt. Allerdings klingt das Mikrofon schön mittig und der Sound erleichtert in der Regel eher das Mischen, als es zu erschweren was ich übrigens bei billigen Großmembranmikrofonen genau anders herum sehe. 

Im übrigen kämpft man bei den T-Bone Mikrofonen in der von dir genannten Preisklasse auch gerne mal mit Rauschen. Und sowohl t-bone als auch Rode haben (nicht nur) in dieser Preisklasse ebenfalls einen Abenteuerlichen Frequenzgang, allerdings mit völlig untergehenden Mitten und einen für Kondensatormikrofone schon phänomenalen Nahbesprechungseffekt. (Der ist übrigens sowohl beim SM7 als auch beim RE20 weit weniger ausgeprägt.)

Ich würde in allen Fällen ein SM7 jedem T-Bone und Rodemic vorziehen.

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Ist MpD Music Player Daemon oder irgendeine Hardware? Naja, du brauchst auch kein Mischpult, du brauchst nur ein Audio Interface, wo du das Mikrofon einstecken kannst, dann natürlich ein Mikro, Mikrofonständer, einen Pop-Filter (das ist dieses "schwarze Ding"), Reflexionsschutz ist nicht unbedingt notwendig, würde wirklich eher die Wände bearbeiten, gute Kopfhörer oder besser noch Monitore, eine gute Software. Wenn es nur ums aufnehmen geht reicht eine Basisversion von Cubase, wenn du Synths und Samples haben willst, brauchst du FL Studio / Ableton Live / Reason.

Dürfte ich als erstes Fragen, was ein MPD sein soll? Ein audiointerface?

Du brauchst zumindest für den Ton (um von der Geschichte mit Video mal abzusehen) ein Mikrofon (die Frage ist was du Aufnehmen möchtest..

Wenn du Sprache aufnehmen möchtest, empfehlen sich Großmembranmikrofone mit "dem schwarzem ding" davor (nennen sich Popfilter) und ein Audiointerface, welches dann eben Phantomspannung unterstützt.

Ein Mischpult brauchst du nicht zwingend.

Wenn du aber nur eine Gitarre aufnehmen möchtest, brauchst du keinen Popfilter, die sind dafür da dass beim sprechen "P"-Laute gedämpft werden.

Noch was vergessen: wenn du nichts besonderes Machen möchtest, reicht zum Aufnehmen Audacity bzw. andere freeware programme.

Ob du Akustikschaum (Reflektionsfilter)überhaupt benötigst hängt von deinem Raum ab. Klatscht du in die Hände und hast starken nachhall, dann benötigst du einen, sonst nicht.

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@actordc

Erstmal vielen Dank für die ganzen Infos, ich möchte Sprache und evtl Gitarre und Keyboard aufnehmen, alles Solo. So wie ich das verstanden habe, reicht alles was ich aufgeschrieben habe, Mischpult werde ich dann nicht abschaffen denke ich, dafür ein audiointerface mpd. Ich kenne mich mit diesen ganzen Sachen noch garnicht aus, aber irgendwann muss man ja den Anfang machen m. Danke für die Antwort 

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@xxxspixxx

Du solltest eben darauf achten, das das Audiointerface Phantomspannung unterstützt bzw. hat und auch einen Klinkeneingang für dein Keyboard hat.

Kein Problem ;)

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@actordc

"Wenn du Sprache aufnehmen möchtest, empfehlen sich Großmembranmikrofone mit "dem schwarzem ding" davor (nennen sich Popfilter) und ein Audiointerface, welches dann eben Phantomspannung unterstützt." Und was spricht deiner Meinung nach gegen ein dynamisches Mikrofon, wie das Shure SM-7 oder das EV RE20? Beide klingen ausgesprochen mittig, haben wenig Probleme mit Übersprechen, bzw. Nebengeräuschen, schlechte Raumakustik fällt nicht so sehr ins Gewicht, es gibt viel weniger Probleme mit Zischlauten, als bei Kondensatormics, sie sind Robust, und bestens als Radiomikrophone und als Mikrofone für Aufnahmen im Bereich Rock, Metal, HipHop und Soul bewährt und meiner Meinung nach als Einstiegsmikrofon viel besser geeignet als ein Kondensatormikrofon. Zumahl die von mir genannten Mikrofone auch dann noch in bestimmten Einsatzgebieten professionell verwendbar sind, wenn sich das Arsenal an Mikrofonen vergrößert hat, wohingegen es keinen Grund mehr gibt, ein Rode oder ein t.Bone zu benutzen, wenn man sich beispielsweise mal ein AKG C414 gekauft hat.

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@TheStone

Natürlich ist die Weiterverwendung bei einem T.Bone oder einem Rode nicht mehr gegeben. Eventuell kann man sie für kleines Geld noch weiterverkaufen.. Ich persönlich mag im Studiobereich keine dynamischen Mikrofone. Und das in erster Linie wegen dem an andere Verhältnisse angepasste Frequenzgänge

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@actordc

"Und das in erster Linie wegen dem an andere Verhältnisse angepasste Frequenzgänge" Das ist ziemlicher Käse. Erst Recht, wenn man ein SM-7 oder ein RE-20 mit einem NT-1a oder einem t-bone 4irgendwas vergleicht.

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@actordc

"Ich persönlich mag im Studiobereich keine dynamischen Mikrofone." Du legst vermutlich auch in eine Heavymetal Bassdrum ein Großmembrankondensatormic?

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@TheStone

Habe ich nicht behauptet. Ich habe bei der Antwort auch den primären Einsatzbereich des Fragenstellers miteinbedacht. 

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Hey, TheStone, nur weil er sie nicht mag, heißt nicht, dass er sich nicht auskennt. Geschmäcker sind verschieden.

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@Agiltohr

"Hey, TheStone, nur weil er sie nicht mag, heißt nicht, dass er sich nicht auskennt. Geschmäcker sind verschieden." Nein, aber Sätze wie dieser: "Und das in erster Linie wegen dem an andere Verhältnisse angepasste Frequenzgänge" sehr wohl. Erst Recht, wenn es dabei um den Vergleich mit den üblichen Rode und t.Bone Großmembranmics der unteren Preisklasse geht.

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