Was bedeutet wirklich eine Taufe?

9 Antworten

Hallo watchdogt211,

kurz gesagt ist die Taufe ein christliches Erfordernis. Durch die Taufe wird zum Ausdruck gebracht, dass sich der Betreffende vollständig und rückhaltlos durch Jesus Christus hingegeben hat, um fortan Gottes Willen zu tun.

Jesus Christus erwähnte die Notwendigkeit der Taufe als er an seine Jünger folgenden Missionsauftrag weitergab: "Geht daher hin, und macht Jünger aus Menschen aller Nationen, tauft sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu halten, was ich euch geboten habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zum Abschluss des Systems der Dinge.“ (Matthäus 28:19, 20)

Auch wenn es sich bei der Taufe um eine symbolische Handlung handelt, so ist sie wie Jesu Worte hier zeigen, für einen Christen dennoch ein wichtiges Erfordernis. Sogar Jesus selbst ließ sich taufen, wie das z. B. aus dem Bericht im Markusevangelium hervorgeht: "Im Laufe jener Tage kam Jesus von Nạzareth in Galilạ̈a und wurde von Johạnnes im Jordan getauft. Und sogleich, als er aus dem Wasser heraufkam, sah er die Himmel sich teilen und den Geist gleich einer Taube auf ihn herabkommen;" (Markus 1:9, 10) Allerdings hatte seine Taufe eine andere Bedeutung, als die oben beschriebene Taufe. Durch seine Taufe im Jordan stellte sich Jesus dar, um den Willen Gottes zu tun. Wenn man die Taufhandlungen, so, wie sie in der Bibel beschrieben werden, genau betrachtet, so fällt auf, dass der Täufling vollständig im Wasser untergetaucht wurde. Das ist auch in Übereinstimmung mit dem griechischen Wort "baptizin" für "taufen", was soviel wie "untertauchen" bedeutet.

Das Untertauchen bedeutet, dass der Betreffende hinsichtlich seines bisherigen Lebens stirbt und durch das Emporheben aus dem Wasser für ihn ein neues Leben beginnt. Von nun an ist der Täufling bereit, Gottes Willen an die erste Stelle zu setzen. Übrigens: Nach der Bibel sollten keine kleinen Kinder getauft werden, da sie noch nicht in der Lage sind, zu begreifen, was der christliche Lebensweg einschliesst. Die Kindertaufe wurde erst später (nach dem 1. Jahrhundert u.Z.) eingeführt.

LG Philipp

Man muß sich einmal gedanklich in die Zeit zurückversetzen, als die Sache mit der Taufe aufkam.

Da war ein Johannes, der viele Menschen an sich gezogen hatte und die Taufe als symbolischen Akt der Reinigung von den Sünden mit benutzt hat.

Damals wird es sicher ebenso gewesen sein wie heute, nämlich, daß ein Umdenken auch in Teilen irreal motiviert sein kann - aufgrund verbliebener Reste von Aberglauben oder sonstiger unlogischer Betrachtungsweisen.

Dadurch ist es naheliegend, daß seinerzeit auch sehr viele Menschen, die dem Johannes folgten, die symbolische Taufe auch für so etwas wie ein Zaubermittel hielten, durch das man sich „freikaufen“ kann.

Nun tauchte Jesus auf und wollte sein eigenes Ding machen. Die Anzahl derer, bei denen es Sinn machte, sie anzusprechen, war recht gering und fand sich hauptsächlich in den Reihen derer, die dem Johannes gefolgt waren.

Was hätte Jesus also aus werbepsychologischer Sicht machen sollen? Wenn er diesen Leuten gesagt hätte, daß die Taufzeremonie Schwachsinn ist, dann hätte er nahezu keine Anhänger gefunden.

Also verhielt er sich entsprechend geschickt und sagte später stark durch die Blume „Johannes hat mit Wasser getauft, ich aber taufe mit Feuer“.

Auch der Umstand, daß seine Anhänger dann ja auch solche waren, die sich hatten taufen lassen, und die Tatsache, daß sich Jesus bezüglich seines Auftretens mittels Interpretation auf Aussagen früherer Propheten berief und auch darauf, daß Johannes sein Wegbereiter wäre, ließen es nicht zu, daß er sich gegen die Taufe aussprach.

Wenn er sich der Bedeutungslosigkeit der Taufe bewußt war, dann machte es für ihn im Hinblick auf die Anzahl seiner Anhänger durchaus Sinn, auch selbst die Zeremonie der Wassertaufe zu unterstützen. Sofern das Wasser keimfrei war, konnte zumindest kein Schaden erwartet werden.

Wenn in unserer Jetztzeit die Taufe als religiöses Element mitbenutzt wird, dann ist das bezüglich begangener Sünden sicher etwas Unsinniges. Wo diese Taufe aber als Verstärker dafür wirkt, daß sich Menschen noch intensiver an neue positive Überzeugungen gebunden fühlen, dann erfüllt auch die Taufe einen nützlichen Zweck in Hinsicht auf die emotionale Konditionierung.

An solchen Beispielen zeigt sich, daß es nicht unbedingt nur auf Vernunft und Korrektgläubigkeit ankommt, wenn es der eigentliche Sinn der Sache ist, daß sich der Charakter von Menschen ändern soll.

Doch in der späteren Entwicklung kann die Taufe auch zu einem bedeutsamen Übel werden, wenn sie dazu führt, daß sich Menschen alleine durch die Taufe als sündenfrei und gerettet fühlen und daraus die falsche Schlußfolgerung ziehen, daß sie es so nicht mehr nötig haben, ihre schlechten Charaktereigenschaften und damit verbundenes schädliches Verhalten abzulegen.

In den größten kirchlichen Gemeinden (katholische und evangelische Kirche) ist die Taufe ein Sakrament, und ihr wesentlicher Sinn ist die Befreiung von der Erbsünde bzw. von deren Folgen (deshalb die Säuglingstaufe, da man die Erbsünde schon ab Geburt hat).

In der katholischen Kirche wird man durch die Taufe von der Erbsünde befreit. In der evangelischen Kirche behält man zwar die Erbsünde, aber Gott nimmt's einem nicht mehr übel (so habe ich das jedenfalls verstanden, die Evangelischen drücken das sehr kompliziert aus).

Die Taufe bedeutet zwar auch Aufnahme in eine Kirche, aber die meisten christlichen Kirchen erkennen die Taufe untereinander an. Wenn man also von einer christlichen Gemeinde zur anderen konvertiert, muss man sich nicht neu taufen lassen.

Wie kann Kirche Nachweis Taufe erbringen

Aus gegebenem Anlass stellt sich mir gerade eben die folgende Frage:

Wie kann die evg. Kirche einen Nachweis über eine Taufe erbringen, die mehr als 40 Jahre zurückliegt? Gibt es ein zentrales Register, in dem "auf Knopfdruck" Taufbescheinigungen abrufbar sind? Oder gibt es andere Möglichkeiten für die Kirche, die Taufe nachzuvollziehen?

Mir ist bekannt, dass es ein Taufregister gibt. Dieses scheint jedoch laut meinen Recherchen nur in der Gemeinde vorzuliegen, in der die Taufe vollzogen wurde. Gibt es dieses möglicherweise in elektronischer Form mit zentralem Zugriff?

Damals wurde die Taufe nicht an "staatliche" Stellen wie Standesämter, die den Zeitpunkt der Geburt, etc. festhalten, erhielten damals diese Information nicht.

Oder kann man die Taufe ausschließlich in der Gemeinde nachvollziehen, in der getauft wurde, was letztlich bedeutet, dass ein Nachweis durch die Kirche nur dann möglich ist, wenn der Ort der Gemeinde bekannt ist?

Vielen Dank für aussagekräftige und zuverlässige Antworten.

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