Was bedeutet WATT P.M.P.O?

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7 Antworten

Naja, es ist halt so: RMS (Root Mean Square) Leistung wäre die dauerhafte Leistung eines Verstärkers mit einem kontinuierlichen SInus-Signal. Meistens bedingt durch die Leistung des verwendeten Netzteils und der thermischen + elektrischen Belastbarkeit der Elektronik ergeben sich da klare, nachvollziehbare Werte. In der Praxis (also bei echter Musik) treten solche Bedingungen nie auf, es gibt immer nur mehr oder weniger laute Impulse. Also messen Hersteller gerne mit einer Impulsmessung (kurze Maximalspitzen) bei denen das Netzteil kurzfristig (100 Millisekunden) genügend Spannung und Strom liefern kann, allerdings nicht auf Dauer. Je nach "Kürze" der Impulse kann man so auch exorbitante Daten erreichen. Entspricht tatsächlich auch der Realität beim Musikhören, ist leider nur nicht 100% genormte Messung und nicht ganz so "streng" wie eine RMS Messung. Ist eher eine philosophische Entscheidung, ob RMS oder PMPO richtig / Realitätsfern / Realitätsnah ist....;-)) RMS gibt allerdings eher eine Aussage über Qualiität und Leistung vom Netzteil und Elektronik. PMPO können "gute Endstufen" also immer auch besser als billige..... Wir messen in unserm Labor (Redaktion HIFI TEST TV VIDEO) immer RMS.....;-))

LG

Dipl.-Ing. Michael Voigt

Chefredakteur HIFI TEST TV VIDEO

www.hifitest-magazin.de

Die sogenannte PMPO-Leistung ist eine in der Realität nicht nachmessbare Phantasiezahl. Bereits die ausgeschriebene Form der Abkürzung PMPO ist einem weiten Interpretationswillen ausgesetzt und reicht von "Peak Music Power Output" ("Spitzenmusikleistungsausgabe" oder Impulsbelastbarkeit) über "Pulse Maximum Power Output" und "Prompt Music Power Output" bis "Peak Momentary Power Output". Sarkastische Naturen interpretieren PMPO auch als "Præ Mortem Power Output" – Leistungsabgabe vor dem Tode.

Die Angabe einer möglichst großen PMPO-Zahl auf Verkaufsverpackungen ist ein besonders bei Vermarktern minderwertiger Artikel beliebter Werbetrick. So konnte beispielsweise auch das auf der Abbildung rechts zu sehende 3-Watt-Lautsprecherleinchen im Viertellitergehäuse aus Thermoplast als 240-Watt-Ohrenwegfeger an die unkundige Verbraucherschaft gebracht werden.

Zudem gibt es überhaupt keine normverbindliche Festlegung über die Ermittlung der PMPO-Zahl. Man könnte sich die PMPO-Leistung beispielsweise als das Produkt aus der Spannung und Stromaufnahme vorstellen, mit der die Drähte im Lautsprecher eine Millisekunde lang belastet werden dürfen, ohne zu schmelzen. Die tatsächliche Sinus- oder Rauschleistung eines Hi-Fi-Lautsprechersystems nach DIN EN 61305 Teil 5 liegt erfahrungsgemäß bis hinab zu einem hundertstel dieses Wertes. Die alte Hi-Fi-Norm DIN 45500 (bis 1995 gültig) kannte noch den Begriff der "Musikleistung". Diese war zwar auch 50 bis 100 Prozent höher als die mit maximal 1% Verzerrung zu messende Sinusleistung, war jedoch tatsächlich von den Lautsprechern messbar zu erbringen.

http://lexikon.martinvogel.de/pmpo.html

Vom physikalischen Standpunkt aus kann eine Verstärkeranlage nicht mehr Leistung erzeugen als in der Versorgungsspannung vorhanden ist, damit ist die mögliche elektrische Leistung für die Erzeugung einer Sinusförmigen Schallwelle gegeben durch das Ohm'sche Gesetz zu P=UI und U=IR; da die Lautsprecherimpedanz sowie die Versorgungsspannung vorgegeben ist, ebenso wie die Sinusförmige Wechselspannung am Ausgasng, ergibt sich für die maximal zu berücksichtigende Spannung U0=UBatterie/(2*Wurzel(2)) mit der Impedanz der Lautsprecher R Pmax=U0*U0/R. Dabei sind gewisse Anlageninterne Toleranzen der Versorgungsspannung nicht berücksichtigt so daß die wirkliche maximale Ausgangsleistung etwas geringer ausfällt als der theoretisch mögliche Wert erlaubt.

Woher dann ein hundertfach höherer wert erscheinen soll ist mir schleierhaft; selbst bei Anlegen einer konstanten Gleichspannung an die Lautsprecherimpedanz kann entsprechend der obigen Ableitung nicht mehr als das knapp 3-fache der Sinus-ausgangsleistung im Lautsprecher umgewandelt werden, im Falle einer Gleichspannung auch nur in wärme!

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