was bedeutet "Vergangenheitsbewältigung"?

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 Im Westen war die Situation ganz anders

Nicht wirklich. Da wurde gegen Sozialismus gewettert und jeder der da nicht mitgemacht hat, war ein Diktaturfreund oder hatte keine Ahnung. Die Vorurteile vom faulen Ossi kommen ja nicht von ungefähr.

Das wichtigste Thema in die BRD war Vergangenheitsbewältigung. 

Auch das ist nicht wahr. Um nur mal als Beispiel die Nazis zu nennen die Verfassungsrichter wurden.

Was heißt das in einfachen Worten?? 

Vergangenheitsbewältigung in Bezug auf Politik bedeutet politische Fehler aufzuarbeiten. Also aus Fehlern zu lernen.

Als Vergangenheitsbewältigung wird gewöhnlich in Deutschland und Österreich die Auseinandersetzung mit der Zeit des Nationalsozialismus und ihren Merkmalen bezeichnet, insbesondere Gewaltherrschaft, Völkermord, Holocaust, Kriegsschuld, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Rassismus, Mitläufer- und Denunziantentum. Im engeren Sinn bezeichnet der Begriff die Konsequenzen, die aus den Erfahrungen dieser Zeit auf politischer und kultureller Ebene gezogen wurden. Für die Zeit nach 1945 wird er auch auf Ursachen und Folgen von Vertreibung und deutscher Teilung bezogen.

Erneute Aktualität hat der Begriff in den 1990er Jahren dadurch gewonnen, dass mit dem Zusammenbruch der DDR auch die Notwendigkeit und die Chance verbunden waren, das in diesem Rahmen begangene Unrecht aufzuklären oder zu sühnen.

Der Begriff wird auch als Sammelbezeichnung für Aktivitäten verwendet, mit denen sich demokratische und der Wahrung der Menschenrechte verpflichtete Gesellschaften befassen, um eine von Diktatur und Verbrechen gekennzeichnete Vergangenheit aufzuarbeiten.

http://de.wikipedia.org/wiki/Vergangenheitsbew%C3%A4ltigung

Vergangenheitsbewältigung im Bezug auf das 3. Reich bedeutet eine Geschichtsschreibung, die die Verwicklung der deutschen Großbourgeoisie und der deutschen Wirtschaft in die Verbrechen der Nazis verschweigt, verharmlost und in Widerstand umdeutet. Es bedeutet die weitestgehende Leugnung der Tatsache, dass alte Nazi-Eliten die Bundesrepublik so geprägt haben, dass es bis heute fortwirkt.

Vergangenheitsbewältigung in Bezug auf die DDR hat 1991 der damalige Bundesjustizminister Klaus Kinkel so beschrieben:

„Ich baue auf die deutsche Justiz. Es muss gelingen, das SED-System zu delegitimieren, das bis zum bitteren Ende seine Rechtfertigung aus antifaschistischer Gesinnung, angeblich höheren Werten und behaupteter absoluter Humanität hergeleitet hat, während es unter dem Deckmantel des Marxismus-Leninismus einen Staat aufbaute, der in weiten Bereichen genauso unmenschlich und schrecklich war wie das faschistische Deutschland, das man bekämpfte und - zu Recht - nie mehr wieder erstehen lassen wollte."

(Klaus Kinkel in seiner Begrüßungsansprache auf dem Deutschen Richtertag in Köln am 23. September 1991)

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