Was bedeutet Stricher?

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Das ist eine männliche Nutte.

Mit "Stricher" ist ein Mann gemeint, der sich prostituiert, das heißt "auf den Strich" geht. Der Begriff ist im Gegensatz zum Callboy abwertend gemeint. Denn meist handelt es sich um junge Männer, die auf dem Straßenstrich aus reiner Existenznot arbeiten. Oft sind diese Männer drogensüchtig und leben auf der Straße. Sie bieten ihren Körper gegen (wenig) Geld, Drogen, Essen oder Unterkunft an.

Einen Callboy verbindet man eher mit Luxus, denn ihr Job läuft professioneller ab, ihr Leben ist geregelter und sie können deutlich mehr Geld verlangen als ein Stricher.

Woher ich das weiß:Recherche

Das sind Männer, meistens junge Männer, die ihren Körper an homosexuelle Männer verkaufen um so zu Geld zu kommen, z.b. für Drogen.

Ich wüsste nicht, das neumodische "Beleidigungen" irgendeinen Sinn hätten. Das ist wohl einfach nur eine Abwandlung von "auf den Strich gehen", was das aber für einen Zusammenhang mit jedem x-beliebigen hat kann ich nicht sagen. Mir erschließen sich sowieso nicht die meisten gängigen "Beleidigungen".

Ein Stricher (abgeleitet vom Strich, dem Ort der Anbahnung der Prostitution), auch Puppenjunge genannt (belegt in Vernehmungsprotokollen des Serienmörders Fritz Haarmann und im Roman Der Puppenjunge (1926) von John Henry Mackay), ist ein jugendlicher oder erwachsener, männlicher Prostituierter. Dieser geht auf das Angebot ein, gegen eine materielle oder immaterielle Gegenleistung erotische und/oder sexuelle Handlungen an sich selbst oder an Männern vorzunehmen oder vornehmen zu lassen, oder bietet solche Dienstleistungen von sich aus an.[1]

Stricher unterscheiden sich von Callboys durch ein weniger ausgeprägtes professionelles Bewusstsein. Zudem sind Stricher meist sehr viel jünger als Callboys, die Altersspanne reicht in der Regel von 14–25 Jahren. Das Verhalten des Strichers ist häufig durch bestimmte nachteilige, oft mit Geldnot einhergehende Lebensumstände (Obdach- oder Wohnungslosigkeit, mangelhafte ärztliche Versorgung, Verschuldung, Drogenmissbrauch oder andere Suchterkrankungen, z. B. Spielsucht) bzw. Komplementärprobleme wie Migration oder Coming-out (mit) bedingt. Selbstverständlich kann ihre Tätigkeit auch zusätzliche psychische Probleme mit sich bringen oder die vorhandenen Probleme verschärfen.

Der Straßen- und Bahnhofsstrich hat gegenüber den Orten, an denen Callboys arbeiten, für den Stricher auch einige Vorteile: Er ist weder an Öffnungszeiten gebunden, noch muss er einen Teil seines erlösten Geldes abführen, wie das im House of Boys der Fall ist. Er braucht auch keine eigene Wohnung und keinen Telefonanschluss, wie das für selbstständige Callboys der Fall ist. Außerdem kann er Freier unter Umständen leichter ablehnen als Callboys. Als nachteilig gegenüber der professionellen Ausübung der männlichen Prostitution ist das wenig einladende Milieu zu betrachten, in dem der Stricher seiner Tätigkeit nachgeht oder von Männern angesprochen wird. In der Regel wird hier weitaus weniger auf Hygiene und Schutz geachtet, was die Gefahr schwerwiegender Erkrankungen mit sich bringt, und das Umfeld ist häufig deutlich stärker oder zumindest offensichtlicher durch Gewalt- und Drogenkriminalität geprägt. 2011 dokumentiert der Regisseur Rosa von Praunheim die gegenwärtige Situation von Strichern in Deutschland in seinem Dokumentarfilm "Die Jungs vom Bahnhof Zoo" für den RBB und NDR.

Nicht immer werden die Dienste der Stricher mit Bargeld bezahlt, auch Drogen oder materielle und immaterielle Leistungen aller Art (z. B. die Gewährung einer Unterkunft für die Nacht) werden angeboten.

Beratungsstellen versuchen zur Vermeidung von HIV-Infektionen bei Strichern das nötige Bewusstsein für Safer Sex zu erzeugen und empfehlen dringend die Benutzung von Kondomen.

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