Was bedeutet im Strafrecht "schwere der Schuld"?

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3 Antworten

Grundsätzlich muß aus verfassungsrechtlichen Gründen auch ein zu lebenslanger Freiheitsstrafe Verurteilter die Hoffnung haben, irgendwann wieder in Freiheit zu gelangen.

Nach 15 Jahren wird also überprüft, ob er noch eine Gefahr darstellt (dies ist das einzige zulässige Kriterium) und wird bei Nichtvorliegen auf Bewährung entlassen. Übrigens liegt die durchschnittliche Verbüßungsdauer in diesen Fällen zwischen 17 und 18 Jahren.

Wird im Urteil die "besondere Schwere der Schuld" festgestellt, kann er dann eben noch nicht entlassen werden, sondern das Vollstreckungsgericht wird über die Mindestverbüßungsdauer entscheiden. (Mir ist z.B. ein Fall bekannt, in dem diese Mindestverbüßungsdauer auf 30 Jahre festgesetzt wurde.) Erst danach kann dann überprüft werden, ob er noch eine Gefahr darstellt. Wenn ja, bleibt er drin.

(Ich betone das so, weil immer wieder davon die Rede ist, daß doch alle gefährlichen Mörder nach 15 Jahren auf die Menschheit losgelassen werden.)

Du meinst wohl : "besondere Schwere der Schuld".

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Wird dies vom Gericht festgestellt, dann heißt es für den Angeklagten, dass er nicht nurdie Höchststrafe für sein Vergehen bekommt, sondern auch weitere "Extras", wie z.B. die Sicherungsverwahrung, keine vorzeitige EnPsychiatrie nach Abbüßung der Strafe.

Sicherungsverwahrung ist etwas anderes. Kann auch in anderen Fällen ausgeworfen werden. Dabei geht es nicht um Strafe, sondern Schutz der Allgemeinheit.

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dieser Link hilft weiter:

http://www.in-memoriam-gabi.de/de/offizielles-gerichtsurteil/vii-besondere-schwere-der-schuld.html

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