Was bedeutet Gerechtigkeit im Christentum und wie entsteht sie?

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9 Antworten

Die Bibel fordert soziale Gerechtigkeit. Das sieht man z.B. beim Auszug von Ägypten, beim Sinaibund oder im Verhalten Jesu:

Gott ergreift Partei für die Schwachen und Unterdrückten. Er stellt sich auf die Seite des unterdrückten Volkes, fordert im Sinaibund, dass niemand unterdrückt wird und im Handeln Jesu sieht man ja wohl noch klarer, dass Gott sich auf die Seite der Schwachen stellt.

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Die Bibel verspricht durch die Idee eines gerechten Gottes, einen gerechtes Leben nach dem Tod für die im Leben entstandenen Ungerechtigkeiten. Somit ist die Religion seit jeher das perfekte Instrument von Diktatoren, Königen und Herrschern, ihr dazu zu bringen, ihr Leben lang unsägliche Ungerechtigkeiten zu dulden, da ihnen ja versprochen wird, dass es sich nach dem Tod ändert. Das macht die Religion zum perfekten Machtinstrument.

Ein Beispiel für das Gerechtigkeitsverständnis der Bibel möchte ich aber trotzdem anführen:

Der fromme Lot aus Sodom hatte eines Tages Fremde zu Besuch, die spät nachts von randalierenden Männern vor seinem Haus bedroht wurden. Um sie von seinem Besuch fernzuhalten, bot er den Randalieren seine jungfäulichen Töchter zur freien sexuellen Belustigung an (1. Mose 19,8): "Siehe, ich habe zwei Töchter, die wissen noch von keinem Manne; die will ich herausgeben unter euch, und tut mit ihnen, was euch gefällt." Die Moral der Bibel also: Um deine Haut zu retten, opfere ruhig deine unschuldige Tochter. Es sind ja nur Frauen.

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Kommentar von SelinaPlath
11.11.2016, 10:54

Genau wegen diesem Beispiel hatte ich auch starke Zweifel!

Da macht es wirklich Sinn mal nachzuforschen und zu hinterfragen!

1. Die Töchter Lots waren mit Männern Sodoms verlobt. Lot sagte dies in der Hoffnung Verwandte und Bekannte der Verlobten würden sich für die Frauen einsetzen. Eine gespaltene und "abgelenkte" Meute wäre somit nicht mehr ganz so gefährlich.

2. Lot hatte ein so großes Gottvertrauen, dass er sich sicher war Gott würde die Mädchen schützen. Was er ja auch getan hat, indem er die Meute übergangsweise mit Blindheit schlug.

So grausam wies im ersten Moment scheint ist diese Situation gar nicht!

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Alle Menschen sind gleich, steht schon in der Bibel

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Kommentar von DataWraith
11.11.2016, 08:25

Auch wenn alle gleich sind, das macht sie noch nicht gerecht.

In der Bibel steht, wir sind nur durch Christus gerecht gemacht. Der Mensch selbst kann sich vor Gott nicht gerecht machen.

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Gerechtigkeit im Christentum: Das ist zuerst Gottes Gerechtigkeit, so formulierte es Jesus in der Bergpredigt (Matthäus 5 bis 7)

Diese Gerechtigkeit gründet sich auf die Liebe zum Nächsten und wird geübt, weil man sich vor Gott dafür verantwortlich weiß, sie wird geübt, weil man es so will und nicht, weil man eine kalte Pflichtmoral hat.

Diese christliche Gerechtigkeit blüht nur mit der göttlichen Verbundenheit und ist eine Angelegenheit des inneren Menschen.Sie ist in dieser Welt der Zwecke nicht zu Hause.

Diese Welt kann die göttlche Gerechtigkeit nicht üben, weil sie eigentlich Gott nicht kennt. Wer Gott kennt, hat die Kraft zum Guten entgegen aller äusseren Widerstände.

Jesus: "Wenn eure Gerechtigkeit die der Pharisäer nicht weit übersteigt, werdet ihr die Königsherrschaft Gottes nicht erleben!"

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Halt du sie dumm, ich halt sie arm, sagte der Fürst zum Bischof.

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Kommentar von Anthropos
11.11.2016, 21:29

Quellen?

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Hallo tim2k129,

da musst du zunächst mal klarstellen:

Meinst du hier die Gerechtigkeit des Menschen vor Gott (Rechtfertigung/ Thema der Reformation) oder soziale Gerechtigkeit unter dem Gesichtspunkt der Nächstenliebe?

Das sind unterschiedliche Begriffe. Wie dann Gerechtigkeit "entsteht", wäre dann jeweilszu erklären.

Biblischer Beleg: Mt 6,33 Euch aber muss es zuerst um sein Reich und um seine Gerechtigkeit gehen; dann wird euch alles andere dazugegeben.

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Unser ewige Gott "ist Gerechtigkeit" (5.Mose 32,4; Offb.16,5).

Diese besteht schon immer (Hebr.7,3).

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Im Christentum bedeutet "Gerechtigkeit" das man jeden verbrennen, verbannen ermorden und verjagen soll, der nicht an Gott glaubt. Haben die Typen ja vor hunderten von Jahren schon recht erfolgreich praktiziert. Das ist übrigens eine Eigenschaft, die grundsätzlich in jeder Religion vorhanden ist, nur das die Götter andere Namen tragen.

Ein kleiner schlauer Mann, der seine Hand immer in der Uniformjacke stecken hatte, hat vor vielen vielen Jahren mal gesagt: "Religion ist dass, was die Armen davon abhält, die Reichen umzubringen". (P.S.: es war nicht Adolf H.!)

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Kommentar von SelinaPlath
11.11.2016, 11:00

Leider stimmt das Handeln der meisten Christen nicht mit der biblischen Grundlage überein.

Gott ist gegen morden, verbrennen usw.

Aber leider hast du recht, die Realität sieht anders aus....heutzutage hält sich fast keiner mehr an diese Grundsätze Gottes!

Gibt nur eine Minderheit an Christen die den Kriegsdienst verweigern, unparteiisch sind, sich an die Grundsätze Gottes halten usw.

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Kommentar von Anthropos
11.11.2016, 21:32

Mein Lieber, das ist genau das, was Atheisten unter Gerechtigkeit verstehen. Biblisch gesehen ist genau das Gegenteil der Fall: schau mal in Genesis 1 rein. Da wird die Menschenwürde begründet. Somit besitzt jeder Mensch das Recht auf Leben und man darf niemanden verbrennen oder ermorden.

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