Was bedeutet für euch Gesellschaft?

13 Antworten

Gesellschaft ist die Gesamtheit des organisierten Zusammenseins der Menschen in einem bestimmten räumlichen und zeitlichen Verband. dies schließt ein bestimmte Produktionsverhältnisse und einen bestimmten Entwicklungsstand der Produktivkräfte. Dadurch ergeben sich bestimmte Grundlagen für das so entstehende geisitge und kulturelle Leben in diesem Verband, in dem bwestimmte geistige und kulturelle Organisationen vorherrschen. Bestimmte Klassen und Gruppen prägen diese, hervorgegangen aus bestimmten Eigentumsverhältnissen. Hierbei werden ganz bestimmte Interessen ausgetragen und umgesetzt.

Eingeteilt werden Gesllschaften in feudale, bürgerlich-kapitalistische und sozialistische Gesellschaftsformationen. Diese sind historisch gebunden und werden nach einer gewissen Zeit durch eine andere abgelöst. Oftmals geschieht dies durch Revolutionen. Nichts ist daher von Dauer.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Innerhalb meines Studiums hatte ich viel mit Politik z utun

Gesellschaft hat für mich auch mit Tradition zutun. Ich grenze da ab zwischen meinem Umfeld, was eine Gesellschaft darstellt, aber auch größere Allgemeinheiten woe Europa oder die ganze Welt.

Man sagt ja oft, dass die Gesellschaft dies und jenes erwartet, weil das als Norm bezeichnet wird. Ich kann mir gut vorstellen, dass die europäische Gesellschaft damit gemeint ist, da hier alle mehr oder weniger die gleichen Werte und Normen haben. Das heißt für mich dass hier viele Menschen auf eine Sache ähnlich reagieren, was Menschen in Afrika zB. nicht tun würden.
Deshalb gibt es für mich eine kleine aber klare Abgrenzung.

Gesellschaft hat auch mit Zivilisation zutun, wie ich finde. Weil die Gesellschaft aus Menschen besteht. Jeder ist Teil der Gesellschaft, und man erfüllt die Erwartungen, indem man sich immer bedankt und vorallem Sachen macht und tut, die man nur durch die Gesellschaft macht.

Wenn man sauer ist, aber es unangemessen im Moment ist, die Wut auszudrücken, weil der Lehrer zB. vor einem steht. Eigentlich würdest du so handeln, wie du wolltest, aber die Gesellschaft 'erlaubt' es dir nicht.
Die Gesellschaft gibt Regeln vor und man wird sehr stark als Individuum von ihr beeinflusst. Deswegen tragen auch alle heute Markenschuhe, die Gesellschaft erzwingt sowas.

Das sind alles meine Spekulationen!

Deine Frage ist philosophischer Natur und kann von 100 Menschen 100 Mal anders ausgelegt werden.

Gerade bei Sprüchen wie "Die sind nicht Teil unserer Gesellschaft" oder "Ich möchte nicht zu dieser Gesellschaft gehören", vermute ich, dass die Gesellschaft in diesem Sinne ein menschliches Konstrukt ist, dass sowohl vom geschriebenen Gesetz, viel mehr allerdings durch ein ungeschriebenes Gesetz zusammengehalten werden. Dieses variiert von Mensch zu Mensch innerhalb einer politischen oder rechtlichen Gesellschaft, ist sich in der Regel aber ähnlich.

Regeln der Höflichkeit könnte man vielleicht dazu zählen. Es steht im Gesetz nicht geschrieben, dass man bei Tisch nicht rülpsen und furzen soll, dennoch erscheint es uns unzivilisiert, wenn das jemand tut. "In unserer Gesellschaft" tut man sowas nicht etc...

Doch um das weiterzuführen könnte man ganze Bücher schreiben. :-)

Es wurden bestimmt schon viele darüber geschrieben. :P

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Gesellschaftswissenschaften unterscheiden sich numal von Naturwissenschaften dadurch, dass sie einen eheblich komplexeren und weit vielschichtigeren Gegenstand haben.

Entsprechend vielschichtig und umstritten sind die Bedeutungen verwendeter Begriffe; neben dem traditionellen Gebrauch.

Insofern wirst du auf keinen einheitlichen und glasklaren Begriff von gesellschaft hoffen dürfen. :-)

Vielleicht auch besser so. Da viele eine monopolistische Definition zu wissen glauben, was schon sehr lächerlich wirkt. :D

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Was bedeutet Gesellschaft? Es geht also darum, welchen Sinn / Zweck eine Gesellschaft erfüllen muß, um den Begriff "Gesellschaft" in seiner semantischen Bedeutung tragen zu dürfen.

Für mich ist "Gesellschaft" etwas anderes, als eine "Ansammlung", wie es vielleicht ein Haufen Kieselsteine ist, die nur in sofern miteinander agieren, wie sich sich gegenseitig ihren Raum nehmen.

Ich denke, zur Frage über die Funktion von "Gesellschaft" ist eine Herleitung aus der Entstehung hilftreich.

Der Mensch ist nicht mehr und nicht weniger Tier, als eine der vielen anderen Tierarten. Er handelt und denkt zu 90% instinktiv und hat die gleichen Gefühle, wie jedes anders Tier.

Viele Tiere haben sich aus sozialen Gründen der gegenseitigen Hilfe und Schutz zu Rudeln, Schwärmen, Herden oder Staaten zusammengetan.
Ich betrachte eine Gesellschaft nur dann als "Gesellschaft", wenn sie, im Gegensatz zu einer "Ansammlung", ein soziales Gefüge aufweist und einen sozialen Zweck erfüllt.

Zum sozialen Zweck gehört gegenseitiger Schutz vor Feinden und Umsorgung von Schwachen, wobei die jeweils aktuell Stärkeren den Schwächeren helfen und sie Schützen. In einer Gesellschaft (wie auch in Rudeln, Schwärmen, Herden und Staaten) wird dies in der Mehrheit der Einzelnen, wie auch von der Masse im Ganzen getragen.

Meiner Ansicht nach muß man sich mittlerweile die ernste Frage stellen, ob wir denn überhaupt noch in einer Gesellschaft leben oder mehr und mehr in eine Ansammlung mutiert sind. MIt den sozialen Streichungen ist auch weitgehenst das soziale Gefüge zerbrochen und auch die Sozialkompetenz hat merklich nachgelassen. Wir sind auf dem "besten" Weg, daß sich unsere Gesellschaft auflöst, da es mehr und mehr zum Konkurrenzkampf jedes Einzelnen gegen alle wird.

Soulbridge




Sehr gut differenziert und analysiert. Danke. :)

Den Eindruck der blinden Freiheit in jener Gesellschaft sehe ich auch. Viele versuchen so schnell und leistungsstark durchs Leben zu laufen ohne ein festes Ziel oder zumindest diverse Ideale und Wertevorstellungen als Menschheit zu haben.

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@LebenderToter

Danke Dir.

Ja, ich könnte mir vorstellen, als die Menschheit von den Bäumen stieg und die Herde größer wurde, wurde ihnen auch klar, daß es einem übergeordneten, sozialen Gedanken benötigt, um miteinander in Frieden leben zu können.

Sich als soziale Gemeinschaft und gleichzeitig als Teil des Universums zu verstehen, und diese im Einklang mit der Natur und seinen Mitmenschen zu bringen, war möglicherweise auch der Beginn der Einführung einer gemeinsamen Religion, um dem Leben einen höheren Sinn (als nur dem egozentrischen) zu geben und den Frieden und gegenseitigen Schutz und Hilfe zu bewahren.

Wie "Religion" dann wiederum mißbraucht und das Wort in seiner Bedeutung damit ad absurdum geführt wurde, ist ein anderes Thema, was ich hier jetzt nicht beginnen möchte.

Aber ohne eine übergeordnete Sichtweise wird aus einer Gemeinschaft / Gesellschaft eine Ansammlung von Entitäten, die sich gegenseitig den Lebensraum nehmen.

Um Mißbrauch entgegen zu wirken, ist es unerläßlich, daß  jeder Einzelne nicht nur vorgegebenen Gesetzen oder Anweisungen blind folgt, sondern sie immerzu in Frage stellt und bereit ist, kreativ eigene Gesetze alternativ, mit all ihren Konsequenzen, zu durchdenken, zu erschaffen und einzubringen. Also auch den Gesetzen übergeordnet denkt und handelt.

Wenn wir damit aufhören, werden wir zu Zombies und Sklaven einer mächtigen Minderheit. Und wir sind dann keine Gesellschaft mehr, sondern nur noch Produktionsmittel und Werkzeuge, die nebeneinander existieren, nach Leistungsbewertungen einander ausgetauscht und nach Verbrauch entsorgt werden.


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Da hast du vollkommen recht.

Das ist nur noch ein gegeneinander statt miteinander.

Bis ins kleinste Detail gespalten.

Arm gegen reich.

Links gegen rechts.

Selbst wenn man eine andere Automarke fährt, wird man ausgegrenzt.

Fängt doch schon in der Schule an, wenn du nicht das neuste Handy oder Markenklamotten hast.

Dann stelle ich dir die Frage: Willst du wirklich ein Teil von Leuten sein, die dich wegen solchen oberflächlichen Lappalien ausgrenzen?

Da entsteht doch keinerlei eigene Persönlichkeit/Entwicklung, wenn du alles machst was andere machen/haben.

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